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Ingolstadt
07.03.2019

Bram Schot will Audi auf mehr Profit trimmen

Audi-Chef Bram Schot will den Autohersteller umkrempeln.
Foto: Christof Stache, afp

Exklusiv Der Vorstandschef stellt sich hinter die Kritik von Großaktionär Porsche und will Audi reformieren. Kürzungen beim Management sollen ein Schritt sein.

Der neue Audi-Chef Bram Schot will den Ingolstädter Autobauer mit einem Kulturwandel und schlankeren Strukturen auf mehr Profitabilität trimmen. „Audi soll und wird deutlich schneller und agiler als heute werden“, sagte Schot der „Augsburger Allgemeinen“ (Donnerstagausgabe).Es sei klar, „dass wir Speck angesetzt haben und wieder Muskeln aufbauen müssen“, stellte der Vorstandschef ausdrücklich hinter die gleichlautende Kritik des Volkswagen-Großaktionär Wolfgang Porsche. „Wir müssen auch wieder mehr Geld verdienen“, betonte Schot. „Im Ergebnis muss die Profitabilität steigen, um die hohen Investitionen für die Elektromobilität stemmen zu können“, fügte er hinzu.

„Die Profitabilität war über viele Jahre nicht befriedigend“, kritisierte der neue Audi-Chef. Absatz-Wachstum müsse auch mit höherem Gewinn einhergehen. Dies sei in der Vergangenheit, nicht geschehen, obwohl Audi tausende neue Mitarbeiter aufgebaut habe. „Die Profitabilität pro Mitarbeiter ist gesunken, das will ich ändern“, betonte Schot. Hier nur an einen Stellenabbau etwa mit Altersteilzeit zu denken, sei jedoch eine zu enge  Sichtweise: „Es gibt viele Stellschrauben in einem so großen Unternehmen, um die Gesamtleistung zu steigern“, sagte der Vorstandschef.

Alle Mitarbeiter können Vorstandschef duzen und direkte Mails schreiben

Dies betreffe vor allem die Organisation.  „Ich will mehr Geschwindigkeit, und das geht nur, wenn man dort, wo es zu viele Managementebenen gibt, eine oder zwei herausnimmt“, bekräftige Schot seine Ankündigung das Management zu verschlanken. „Wir haben in fünf bis sieben Jahren bei Audi die Zahl der Manager auf rund 2000 in etwa verdoppelt, ohne entsprechend besser zu werden“, kritisierte er. „Das verkraftet ein Unternehmen nicht, denn eine so große Manager-Riege erhöht die Komplexität einer Firma enorm, dadurch wird sie langsamer.“ Erfolg hänge von Schnelligkeit und einfachen Prozessen ab. „Das wiederum erreicht man durch eine schlanke Organisation und selbstbewusste Menschen, die Verantwortung übernehmen“, fügte er hinzu.

Erreichen will Schot seine Ziele auch mit einem Kulturwandel  bei dem Ingolstädter Autobauer an: „Die Zeit ist vorbei, wo einige Manager alleine eine Firma steuern können“, sagte er. „Wir müssen mehr horizontal und nicht von oben nach unten denken“, betonte der Audi-Chef. „Ich brauche die kollektive Intelligenz von allen Mitarbeitern, nicht nur vom Vorstand und dem Top-Management.“ Er selbst geht dabei voran: „Jeder Beschäftigte kann selbst entscheiden, ob er mich duzt oder nicht“, sagt Schot. „Alle können mir eine E-Mail schreiben und ich beantworte all diese Mails“, fügte er hinzu „Ich bekomme so tolle Ideen aus dem Beschäftigtenkreis“, sagte Schot. „Ich möchte ein Unternehmen, in dem die Mitarbeiter ohne Angst, stattdessen voll Mut und Zuversicht, arbeiten können“, fügte er hinzu. „Ich brauche neue Köpfe und neue Ideen, also auch junge Mitarbeiter

Audi-Chef fordert von Politik mehr Anstrengungen für E-Mobilität

Audi-Chef Schot forderte ein höheres Tempo, um die Voraussetzungen für mehr E-Autos auf deutschen Straßen zu schaffen. „Die Politik fordert von uns Autobauern, immer strengere Emissionswerte einzuhalten“, sagte der Vorstandschef der „Augsburger Allgemeinen“. „Jetzt muss die Politik auch Druck für einen raschen Ausbau der Lade-Infrastruktur und eine nachhaltige Energieerzeugung machen“, betont er. „Wir alle stehen hier in der Pflicht“, fügte Schot hinzu.

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Nur  mit Elektroautos und nur mit zunehmend regenerativ erzeugtem Strom seien die Klimaschutzziele einzuhalten, betonte der Audi-Chef. „Ich bin optimistisch, dass die Nachfrage deutlich steigen wird“, betonte Schot. Dafür müsse aber die Infrastruktur zügig ausgebaut werden.  „Wir bringen zwölf neue Elektroautos in 24 Monaten auf den Markt“, kündigte der Audi-Chef an. „Im Jahr 2025 werden es schon 30 E-Modelle sein.“ Der Umstieg auf die Elektromobilität wirkt sich seinen Angaben bereits jetzt auf die Mitarbeiterstruktur aus: „So qualifizieren wir zum Beispiel Ingenieure, die bisher Verbrennungsmotoren entwickelt haben, auf die Entwicklung von Elektroantrieben um“, sagte Schot.

Lesen Sie dazu auch unser ausführliches Interview: Audi-Chef: "Haben Zahl der Manager verdoppelt, ohne besser zu werden"

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