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Interview
14.08.2021

Michael Vassiliadis: "Der ökologische Umbau kann übel scheitern"

Deutschland steigt aus der Kohle aus. Den Grünen geht das nicht schnell genug. Sie wollen bereits 2030 statt 2038 der Kohle den Rücken kehren. Michael Vassiliadis, Chef der Gewerkschaft IG BCE, fordert mehr Realismus ein. (Symbolbild)
Foto: Julian Stratenschulte, dpa

Plus Michael Vassiliadis ist Vorsitzender der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie. Er setzt sich für Klimaschutz ein, fordert aber einen rascheren Ausbau erneuerbarer Energien.

Herr Vassiliadis, Sie halten den Umbau unseres Industriestandortes weg von fossiler zu erneuerbarer Energie, ja die Elektrifizierung und Digitalisierung der Wirtschaft für das größte und riskanteste ökonomische Projekt seit Bestehen der Bundesrepublik. Wie groß ist die Gefahr für unser Land?

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Die Diskussion ist geschlossen.

15.08.2021

Der Chef der einflussreichen IGBCE Michael Vassiliadis ist persönlich verantwortlich für das Verschleppen der Energiewende. Seine Äußerungen zeigen, dass er die Folgen der Erderhitzung noch immer nicht verstanden hat. Das droht die größte Umweltkatastrophe der Menschheit zu werden. Und hat kaum absehbare Folgen für die Gesundheit und die Sicherheit der Menschen.

Obwohl Vassiliadis in vielen mit Experten versehenen Gremien sitzt https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Vassiliadis , behauptete er zwei Monate nach den Pariser Vereinbarungen im Februar 2016: „Es gibt sicherlich eine Szene, die nach dem Pariser Gipfel zum Klimaschutz versucht die Braunkohle zu politisieren. … Dabei folgt für uns nichts aus den Gipfel-Beschlüssen. Denn wir haben hierzulande schon die härtesten Ziele zum Klimaschutz.“ (Rheinische Post 9.2.16).

Das war eine glatte Lüge! Deutschland hatte damals und hat heute viel zu schlechte Klimaschutzziele. So werden wir nicht unseren Beitrag leisten zum Nichtüberschreiten der 1,5 Grad Erhitzungslinie.

Immer wieder versuchte er mit ähnlichen Falschaussagen die Energiewende mit Erneuerbaren Energien madig zu machen. Abgesehen von den fürchterlichen Umweltfolgen schadet er hiermit auch dem Industriestandort Deutschland.

Im Interview legt er wieder die alte Platte auf, dass die Politik schuld sei, weil diese unkalkulierbar die Klimaschutzziele festlege. Damit lenkt er auch von seiner persönlichen Verantwortung als führender Gewerkschafter ab. Hat Hr. Vassiliadis die letzten drei Jahrzehnte verschlafen? Immer eindringlicher warnen die Klimawissenschaftler vor den Folgen der durch unsere Treibhausgase verursachten Erderhitzung. Darauf kann und muss sich auch die Industrie einstellen. Und einige tun es: Beispielsweise haben BASF und Daimler daraus die Konsequenz gezogen, ihre Fabriken durch Einsparungen und Bezug von ausschließlich Ökostrom innerhalb weniger Jahre weitgehend klimaunschädlich zu machen.

Der IGBCE-Boss irrt auch bei den Aussagen zur Windkraft, die er übrigens früher immer madig zu machen versucht hat. Denn wir können mittels Repowering, also dem Ersetzen alter Windkraftwerke durch moderne viel produktivere, unsere Windstromproduktion nahezu verdreifachen. Wenn wir dann endlich auch in Süddeutschland, speziell in Bayern, moderne große Windkraftanlagen bauen, können wir die Erzeugung von Landwindstrom gut vervierfachen und haben dann immer noch etwa die gleiche Anzahl von Windrädern wie heute: 30.000 Stück (nicht 32.000 Tausend wir Vassiliadis sagt). Das ist im Schnitt ein Windrad je 12 Quadratkilometer (3 x 4 km).

Raimund Kamm

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15.08.2021

Ein Gewerkschaftsmann, der einen wohltuend sachlichen Beitrag zur Energie- und Klimapolitik leistet.
Eine Kernaussage lautet: "Wir brauchen ausreichend günstigen grünen Strom."

Nicht wirklich weiterführend in der Sache sind Kommentare, die in diesem Zusammenhang von "alten weißen Männern" sprechen und von "Funktionären, die nicht ihre Meinung sagen, sondern für ihr Gehalt Gratis-PR für ihre Interessengruppe machen."

Das ist doch die eigentliche Botschaft: Ohne ausreichend viel und wettbewerbsfähige grüne Energie kann ein Umbau der Industrie nicht gelingen, der Wertschöpfung, Klimaschutz und soziale Sicherheit gleichzeitig möglich machen soll.

Im Übrigen: Klasse Interview von Stefan Stahl. Wieder einmal.

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15.08.2021

Windräder sind nicht die Lösung. Tausende von Vögel werden geschreddert.. Noch wissen wir nicht inwieweit ein Windrad den natürlichen Windfluss beeinflusst .Der Einfluss von Staudämmen zur Stromgewinnung, Zerstörung des natürlichen Verlaufs und Strömung eines Flusses , sehen wir schon heute die Folgen.des Eingriffs, jeder Einfluss in die fließende strömende Natur hat Folgen. Ein Kohleausstieg ohne umweltschonende Alternativen, ist unverantwortlich. Das Verschrotten eines betagten Windrades ist Sondermüll..Wollen wir Berge von Sondermüll? Elektroautos gut und schön, auf Kosten von Umweltsünden ärmererLänder– Lithiumabbau.Umweltschutz darf nicht an der Landesgrenze enden, ärmere Länder haben folgenschwere, unwiederrufliche Umweltschäden, weil wir bis zur Landesgrenze grün sein wollen, ist das der Fortschritt, den viele Menschen gut heißen?Wasserstoff ist eine sehr saubere Lösung, aber auch die Abspaltung des Wasserstoffes braucht Strom. Die Wende ist notwendig und richtig. Sie darf durch voreiliges unbedachtest handeln aber nicht die Situation verschlimmbessern.

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15.08.2021

"Elektroautos gut und schön, auf Kosten von Umweltsünden ärmererLänder– Lithiumabbau."

Der Akku des Laptops oder Smartphones, mit dem Sie diese Zeilen tippen, enthält ebenso Lithium. Tatsächlich geht der größere Teil des abgebauten Lithiums in Laptop- und Smartphoneakkus, nicht etwa in die Batterien von E-Autos.

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15.08.2021

Tja, wie man sieht haben auch die Gewerkschaften sich gut gerüstet, um mit einer Tirade von Argumenten den für das Überleben nachfolgender Generationen notwendigen Umbau der Wirtschaft zu verlangsamen. Wie sehr würde man sich wünschen, Gewerkschaften auch nur einmal als fortschrittlich wahrzunehmen. Die alten weißen Männer, die deren Funktionäre sind, sind seit langem zum Teil der Industrielobby geworden. Liebe AZ, bitte geben Sie auch denen, die jung sind, fortschrittlich denken und deren Kinder auf eine lebenswerte Welt angewiesen sind, in Interviews so viel Raum wie diesen Funktionären, die nicht ihre Meinung sagen, sondern für ihr Gehalt Gratis-PR für ihrer Interessengruppe machen.

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