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Schwaben-Check

26.07.2020

Katastrophe oder krisenfest: So sieht das Handwerk die Krise

Friseure mussten zu Beginn der Corona-Pandemie geschlossen bleiben. Das trübt auch jetzt noch ihre wirtschaftliche Stimmung.
Bild: Britta Pedersen, dpa

Plus Friseure hatten lange zu, Kosmetik-Studios ebenfalls: Während der Ausbruch der Corona-Pandemie manche Berufe hart getroffen hat, geht es anderen nach wie vor gut.

Auch in der aktuellen Wirtschaftskrise scheint sich das alte Sprichwort mal wieder zu bewahrheiten: Handwerk hat goldenen Boden – oder in diesem Fall vielleicht treffender –krisensicheren Boden. In einer aktuellen Konjunkturumfrage der Handwerkskammer für Schwaben gaben drei Viertel der befragten Betriebe an, dass sie mit der eigenen Geschäftslage zufrieden sind. Das ist ziemlich viel im Vergleich zu so manch anderer Branche. Aber es könnten mehr sein. Das zeigt ein Blick in die Vergangenheit. 2019 gaben noch 95 Prozent der Handwerksfirmen an, dass sie ihre eigene Geschäftslage als gut empfinden.

Baubranche ist sehr zufrieden mit der wirtschaftlichen Lage - Friseure sind es eher nicht

Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Schwaben, Ulrich Wagner, mahnt dennoch: „Die positiven Werte dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Lockdown in einigen Gewerken zum kompletten Stillstand und 100-prozentigen Umsatzeinbußen geführt hat.“ Und tatsächlich wird bei einem genaueren Blick auf die Zahlen klar: Längst nicht allen Handwerksbetrieben geht es richtig gut. So melden etwa 40 Prozent der befragten Betriebe Rückgänge bei den Auftragseingängen und den Umsätzen.

Gerade die Firmen aus der Baubranche sind positiv gestimmt – von den Unternehmen im Bauhauptgewerbe bewerten immer noch 93 Prozent ihre Lage als gut. Und die Auftragsbücher sind nach wie vor voll. Im Schnitt sind Bauunternehmen für 13,3 Wochen im Voraus ausgebucht.

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Handwerk in Schwaben: Jeder Dritte KfZ-Betrieb blickt negativ in die Zukunft

Doch gerade andere Zweige des Handwerks haben die Corona-Maßnahmen hart getroffen. So ist die Lage etwa bei Friseuren oder Kosmetikern angespannter. Nur etwas mehr als die Hälfte – nämlich 55 Prozent der befragten Unternehmen – sind zufrieden mit ihrer momentanen wirtschaftlichen Lage. Immerhin glaubt gut ein Viertel der Betriebe, dass es in den kommenden Monaten bergauf geht.

Nicht ganz so optimistisch blicken all jene Firmen in die Zukunft, die aus dem KfZ-Gewerbe stammen. Der Dieselskandal und die Wende zur E-Mobilität wirken sich schon länger negativ auf ihre Stimmung aus. Doch bei der Konjunkturumfrage in diesem Jahr gaben nur noch 72 Prozent der Autowerkstätten an, dass sie mit ihrer Lage zufrieden sind. (2019 waren es noch 97 Prozent). Dazu kommt: Jeder dritte Betrieb rechnet damit, dass sich seine Lage durch die Corona-Pandemie noch einmal weiter verschlechtern wird.

Wenn Sie wissen möchten, wie es anderen Branchen während der Corona-Pandemie geht, schauen Sie sich unseren Überblicksartikel an.

Lesen Sie dazu auch: Eine Reise von den Alpen ins Ries: Wie geht es Betrieben in der Region?

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