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Immobilien

28.12.2013

Kaufen und Mieten: Wohnen wird teurer

Bild: Armin Weigel (dpa)

Die Immobilienpreise steigen. Was auf Bauherren und Mieter 2014 zukommt.

Es trifft alle, die nächstes Jahr ein Haus kaufen oder eine Wohnung mieten beziehungsweise vermieten. Fachleute gehen davon aus, dass die Immobilienpreise und Mieten in Deutschland weiter steigen. Betroffen sind vor allem die Städte. Das belegt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in einer kürzlich veröffentlichten Studie. „Nach mehreren Jahrzehnten stagnierender Immobilienpreise befindet sich der deutsche Immobilienmarkt in einer Boomphase“, berichten die Autoren Konstantin Kholodilin und Boriss Siliverstovs. Sie prognostizieren, dass die Mieten bis Mitte des kommenden Jahres 3,5 Prozent über denen des Vorjahreszeitraums liegen werden. Bei den Kaufpreisen erwartet das DIW sogar einen Anstieg um 6,5 Prozent.

Angesichts der hohen Mieten fordert der Deutsche Mieterbund den Bau von deutlich mehr Wohnungen in deutschen Städten und eine Erhöhung des Wohngeldes. Mieterbund-Direktor Lukas Siebenkotten warnt: „In Ballungszentren und Universitätsstädten, aber auch in einigen anderen mittelgroßen Städten muss damit gerechnet werden, dass die Mietbelastung um etwa sieben bis zehn Prozent steigt – jedenfalls bei Neuverträgen.“ Das DIW geht in seiner Prognose davon aus, dass die Mieten etwa in München bis zum dritten Quartal 2014 für Bestandsimmobilien um 8,8 Prozent steigen werden, in Ulm um 8,2 Prozent und in Augsburg um 2,2 Prozent.

„2014 muss zum Jahr des Wohnungsbaus in Bayern werden“

Bayerns Bauminister Joachim Herrmann (CSU) kündigte angesichts dessen an, den Bau von Wohnungen ankurbeln zu wollen. „2014 muss zum Jahr des Wohnungsbaus in Bayern werden“, sagte er. Sein Ziel sei es, bis 2020 auf jährlich 70 000 neu gebaute Wohnungen im Freistaat zu kommen; derzeit sind es 51 000.

Kaufen und Mieten: Wohnen wird teurer

Nicht nur Mieter, auch Hausherren und Wohnungseigentümer müssen immer mehr für den Traum von den eigenen vier Wänden ausgeben. Dem DIW zufolge könnten die Preise für Bestandsimmobilien bis Mitte 2014 in München um 15,7 Prozent steigen, in Ulm um 13,2 Prozent und in Augsburg um 11,9 Prozent.

Einer Berechnung der Landesbausparkasse (LBS) zufolge, braucht man in München inzwischen mehr als das doppelte Durchschnittseinkommen der Region, um sich ein gebrauchtes Einfamilienhaus leisten zu können. In Augsburg sind es immer noch 124 Prozent des Durchschnittseinkommens. In ländlichen Regionen fällt der Kauf leichter: Laut LBS sind beispielsweise im Kreis Donau-Ries nur 58 Prozent nötig. Die LBS folgert, Eigenheime seien für die meisten bezahlbar.

Angesichts des Immobilien-Booms hatte die Bundesbank diesen Herbst aber bereits vor einer Immobilienblase gewarnt. Wohnimmobilien in deutschen Städten haben sich seit dem Jahr 2010 so stark verteuert, dass sie „möglicherweise überbewertet“ sind, hieß es. (mit dpa)

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