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26.06.2009

Keine Gesamtlösung für Hertie - Einzelverkauf

Keine Gesamtlösung für Hertie - Einzelverkauf
Bild: DPA

Frankfurt/Main (dpa) - Bei den Gesprächen um die Hertie- Immobilien hat es keine Gesamtlösung für die insolvente Kaufhauskette gegeben.

Stattdessen stellte am Freitag in Frankfurt die Immobilien- Eigentümerin Mercatoria Acquisitions BV (MABV) den Bürgermeistern der Hertie-Kommunen ihr Konzept zur Einzelverwertung der Immobilien in zahlreichen deutschen Städten vor.

Die vom Hertie-Insolvenzverwalter Bähr und dem Wesselinger Bürgermeister Günter Ditgens angekündigte deutsch-chinesische Investorengruppe erschien nicht zu der von der Deutschen Bank moderierten Konferenz. Zu dieser waren nur MABV und die Bürgermeister geladen worden.

Der Betriebsrat von Hertie zeigte sich entsetzt, dass in Frankfurt eine letzte Chance zum Erhalt von 2700 Arbeitsplätzen nicht genutzt worden sei. "Die Chinesen haben - auch aus Sicht der Arbeitnehmer - ein gutes Angebot im Gepäck", erklärte Bernd Horn, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrat. Er sei empört, dass weder die Investoren noch der Hertie-Insolvenzverwalter oder Belegschaftsvertreter an den sogenannten "runden Tisch" geladen worden seien.

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Viele Kollegen forderten inzwischen eine Enteignung der MABV-Mutter Dawnay Day, berichtete Horn. Er befürchte, "dass auf Kosten der Arbeitnehmer große Immobilienspekulationen betrieben werden". Auch die Deutsche Bank trage Verantwortung für die Pleite. Dawnay Day hatte nach der Hertie-Übernahme vor vier Jahren die Immobilien an die Tochtergesellschaft MABV übertragen und war dann mit dem operativen Handelsgeschäft im August 2008 in die Insolvenz gerutscht. In den Geschäften von Hertie hat bereits der Ausverkauf begonnen. Für die Beschäftigten laufen Sozialplanverhandlungen.

In der Hauptverwaltung der Deutschen Bank erläuterte der MABV- Manager Chris Hancock am Freitag, dass bereits für elf Hertie- Standorte neue Investoren gefunden seien und für eine Reihe weiterer Häuser konkrete Verhandlungen liefen. Allerdings werde die Suche nach neuen Lösungen behindert, da der Insolvenzverwalter noch keinen Zeitpunkt der Räumung genannt hatte.

Nach Angaben der Maklerfirma Atisreal stehen noch 53 Immobilien zum Verkauf. Es handelt sich um teils bereits geschlossene und teils aktive Hertie-Filialen. Die Beteiligten vereinbarten laut einer gemeinsamen Erklärung weitere Detailgespräche. Das Problem der Weiterbeschäftigung der Hertie- Belegschaft solle in die einzelnen Verkaufsverhandlungen aufgenommen werden, wünschten die Bürgermeister.

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