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Porträt

11.11.2017

Königin des günstigen Biers: Pia Kollmar ist die starke Frau bei Oettinger

Pia Kollmar (Zweite von rechts) hält 74 Prozent der Anteile an Oettinger.
Bild: Peter Tippl (Archiv)

Pia Kollmar geht aus einer jahrelangen Familienfehde als starke Frau bei der Großbrauerei Oettinger hervor. Ihre erste Amtshandlung zeigt, dass sie es ernst meint.

Was eine Marketing-Beauftragte in einem werbescheuen Unternehmen wohl den ganzen Tag über so treibt? „Ich bin die, die grundsätzlich alle Anfragen absagt“, hat Pia Kollmar auf diese Frage vor einigen Jahren geantwortet.

An der Philosophie der Großbrauerei Oettinger – keine Werbung, günstiges Bier – hat sich seitdem nichts geändert. In der Führungsetage schon. Denn als Pia Kollmar sich in der Zentrale im Landkreis Donau-Ries noch ausschließlich um Anfragen von Presse und Geschäftskunden kümmerte, lenkten ihr Vater Günther und der ältere Bruder Dirk Kollmar die Geschicke des Unternehmens und machten Oettinger zum meistverkauften Bier in Deutschland. Als dann 2013 zuerst ihr Vater und ein Jahr später überraschend auch ihr Bruder verstarb, schien es, als wäre es an Pia Kollmar, das brummende Geschäft weiterzuführen.

Wird Pia Kollmar künftig als Geschäftsführerin tätig sein?

An der Bereitschaft der alleinerziehenden Mutter zweier Töchter soll es schon damals nicht gemangelt haben, wohl aber an der Zustimmung der Gesellschafter. Dass es Frauen im Brauereigewerbe nicht leicht haben, mussten bereits die Warsteiner-Erbinnen erfahren. Zwei der drei Töchter von Firmenchef Albert Cramer warfen hin. Von Männern „weggebissen“ aus dem Unternehmen, sagen Insider. Doch Pia Kollmar blieb geduldig. Während die übrigen Familienmitglieder sich vor Gericht um die rund 80 Prozent der Anteile an der Brauerei stritten, die nach dem Tod ihres Bruders zu vergeben waren, hielt sie sich weitestgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Ein Foto bei einer Spendenübergabe der familieneigenen Förderstiftung, ein paar Schnappschüsse mit verdienten Mitarbeitern, das war’s. Die 48-Jährige wusste, dass sie sich beim Zank zwischen Seniorchefin Ingrid und Witwe Astrid Kollmar auf erstere, ihre Mutter, verlassen könnte. Sie sollte recht behalten.

Der Rechtsstreit ist mittlerweile beigelegt, die Familienfehde – zumindest offiziell – ebenfalls. Und Pia Kollmar, die seit ihrer kaufmännischen Lehre im Betrieb arbeitet, geht mit 74 Prozent der Anteile an Oettinger als Gewinnerin hervor. Die erste Amtshandlung der neuen starken Frau in der Brauerei hatte es bereits in sich: zwei der drei Geschäftsführer mussten gehen. Manche behaupten, weil sie sich auf die falsche Seite der Familie geschlagen haben. Andere sagen, die Gesellschafter hätten genug von sinkenden Verkaufszahlen – Oettinger wurde von Krombacher von Platz eins der meistverkauften Biermarken in Deutschland verdrängt. Pia Kollmar will sich zu all dem nicht äußern. Es soll wieder Ruhe einkehren im Familienunternehmen, das wünscht sie sich.

Angeblich will die 48-Jährige, die sich selbst als leidenschaftliche Biertrinkerin bezeichnet, als Geschäftsführerin aktiv an der Zukunft der Brauerei mitwirken. Als Frau in der „Männerdomäne“ des deutschen Biermarkts.

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