Newsticker
Ukrainische Truppen in Lyssytschansk von Einschließung bedroht
  1. Startseite
  2. Wirtschaft
  3. Kommentar: Deutschland braucht eine geregelte Migration

Deutschland braucht eine geregelte Migration

Kommentar Von Stefan Stahl
12.02.2019

Das Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz darf nicht verwässert werden. Es ist wichtig, es möglichst schnell über alle parlamentarischen Hürden zu hieven.

Auch wenn das Rechts-Populisten nicht wahrhaben wollen: Eine vernünftige und geregelte Zuwanderung sichert Arbeitsplätze und Wohlstand in Deutschland. Was im Umkehrschluss heißt: Hierzulande wurde Wachstum über Jahre hinweg fahrlässig verschenkt, weil ein sinnvolles Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz aus kurzfristig orientierten politischen Egoismen immer wieder auf eine noch längere Bank geschoben wurde.

Doch inzwischen betrachten  – wie das Bundeswirtschaftsministerium festgestellt hat – mehr als 60 Prozent der Betriebe den Mangel an Fachkräften als Gefahr für die Entwicklung ihrer Geschäfte. Und die aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt eindeutig auf, dass der Bedarf bei weitem nicht mit Experten aus Ländern der Europäischen Union gedeckt werden kann. Denn auf diese Weise könnten niemals jene mindestens 260.000 Zuwanderer pro Jahr zu uns kommen, die notwendig sind, um den Wohlstand der alternden Republik zu sichern.

Politik muss beim Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz Gas geben

Deshalb müssen die Politiker über Parteigrenzen hinweg Gas geben, um das beschlossene Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz über alle noch ausstehenden parlamentarischen Hürden hinweg  zu hieven und endlich Wirklichkeit werden zu lassen. Dabei darf das überfällige  Migrationsgesetz nicht verwässert werden, weil vor Landtagswahlen in Ostdeutschland stehende Politiker befürchten, von Wählern Denkzettel zu bekommen.

Die Angst vor der eigenen Courage ist der schlechteste Ratgeber der Politik. Eines ist aber auch klar: Wenn das Fachkräfte-Zuwanderungs-Gesetz kommt, müssen Migranten wie in anderen Ländern auch im Sinne des Prinzips des „Förderns und Forderns“ möglichst rasch in die Gesellschaft integriert werden, ohne in Parallelwelten abzudriften. Wer zu uns kommt, hat auch eine Bringschuld, sich in die Gesellschaft einzufinden, sich also anzupassen.

Gleiches gilt für die deutsche Gesellschaft selbst: Die Neu-Bürger müssen sofort an der Hand genommen und nicht ihrem eigenen Schicksal überlassen werden. Unternehmer, gerade viele aus dem Handwerk, sind nach der letzten großen Einwanderungswelle, auch weil sie händeringend Fachkräfte suchen, über sich hinaus gewachsen. Ihnen ist es zu verdanken, dass so viele Migranten in relativ kurzer Zeit in Deutschland angekommen sind und durch ihre Arbeit einen wichtigen Beitrag zu unserem Wohlstand geleistet und sich rasch integriert haben.

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier .

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

13.02.2019

"Auch wenn das Rechts-Populisten nicht wahrhaben wollen: Eine vernünftige und geregelte Zuwanderung sichert Arbeitsplätze und Wohlstand in Deutschland"
.
Selten so einen dummen Kommentar gelesen. Ich kenne viele vermeintliche "Rechtspopulisten". Die meisten sind ganz normale Leute, die um 6 Uhr morgens aufstehen, zur Arbeit gehen und den Staat so am laufen halten. Von denen hat so gut wie keiner etwas gegen geregelte Einwanderung in den Arbeitsmarkt. Sehr wohl aber was gegen die Migrationspolitik Merkels: Grenze auf für alle, die 10 bis 20% Brauchbaren schnappen sich die Arbeitgeber, werden dabei reich, den großen Rest darf der Sozialstaat bzw. der Steuerzahler finanzieren!

Permalink
13.02.2019

>> Wer zu uns kommt, hat auch eine Bringschuld, sich in die Gesellschaft einzufinden, sich also anzupassen. <<

Es gibt keine Bringschuld - es gibt für jeden der die Grenze des nationalen Sozialstaates und Rechtskreises überschreitet (etwas anders ist die Grenze nicht) 100% Rechte im Sozialstaat ohne z.B. die Pflicht zum Spracherwerb.

Fachkräfte möchten hier Leistung bringen und nicht mit überhöhten Steuern und Sozialabgaben belästigt werden. Der Spracherwerb ist in diesen Kreisen völlig selbstverständlich.

>> Unternehmer, gerade viele aus dem Handwerk, sind nach der letzten großen Einwanderungswelle, auch weil sie händeringend Fachkräfte suchen, über sich hinaus gewachsen. Ihnen ist es zu verdanken, dass so viele Migranten in relativ kurzer Zeit in Deutschland angekommen sind und durch ihre Arbeit einen wichtigen Beitrag zu unserem Wohlstand geleistet und sich rasch integriert haben. <<

Diese Aussage wäre mal mit Zahlen zu hinterlegen. In der Tendenz wird in diesem Artikel nicht zwischen Flüchtlingen ohne Einreisegenehmigung und gut ausgebildeten Migranten mit Einreisegenehmigung unterschieden. Dann wird aber auch kein Fachkräftezuwanderungsgesetz helfen...

Permalink
13.02.2019

Und es wird langsfristig nicht helfen, die Realität der "letzten großen Einwanderungswelle" auszublenden:

http://www.o-ton-arbeitsmarkt.de/o-ton-news/fluechtlinge-am-arbeitsmarkt-was-die-arbeitslosenzahl-verschweigt


Impressum der verlinkten Seite:

Hochschule Koblenz
RheinAhrCampus Remagen
Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM)
Joseph-Rovan-Allee 2
53424 Remagen

Permalink
12.02.2019

Mir wird bei aller Berichterstattung über Fachkräftemangel unsere ältere Generation vergessen. Wir haben viele Menschen (und damit eine große Reserve an gut ausgebildeten Fachkräften), die nach wie vor verzweifelt einen Arbeitsplatz suchen und dabei aufgrund ihres Lebensalters auf Ablehnung stoßen. Dann, gibt es viele Rentnerinnen und Rentner die ebenfalls gerne noch arbeiten würden aber nicht die Chancen dazu bekommen. Die Gründe sind dabei unterschiedlich. Also, wünsche ich mir von unserer Politik und damit in erster Linie von unseren Abgeordneten neue Ideen und Impulse wie wir diese Menschen (nach wie vor Fachkräfte) in Zukunft bei der Besetzung von offenen Stellen mit einbinden können. Auf den Punkt gebracht: Es sind Konzepte und Strategien nötig die den Bedürfnissen dieser Zielgruppen gerecht werden. So zum Beispiel für Rentnerinnen und Rentner verschiedene Arbeitszeit-Modelle. Halbtags, Ganztags, Minijobs etc.. Vielleicht auch noch den Aufbau von Rentenpunkte etc.. Warum nicht? Ich kann das Gejammere über unseren angeblichen Fachkräfte-Mangel wirklich nicht mehr hören wenn nicht versucht wird unser langjähriges brach liegendes Potenzial endlich zu heben.

Permalink