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Kommentar
19.04.2017

Tesla-Chef Elon Musk: Ungeschickt und schlecht beraten

Tesla-Chef Elon Musk verhält sich ungeschickt und wirkt schlecht beraten.
Foto:  Heiko Junge (dpa)

Der CEO des US-Elektroauto-Herstellers Tesla legt sich mit der IG Metall an. Dabei tappt der Amerikaner Elon Musk in die Patriarchen-Falle.

Prüm und Palo Alto – größer könnten die Gegensätze nicht sein. Hier der rheinland-pfälzische Luftkurort in der West-Eifel, dort das im amerikanischen Hightech-Paradies Silicon Valley gelegene Zentrum der Intellektuellen und Computernerds. Doch die Globalisierung fügt zusammen, was nicht zusammengehört. Denn der US-Elektroauto-Hersteller Tesla aus Palo Alto hat sich in Prüm einen Maschinenbauer gekauft.

Dies fördert das interkulturelle Lernen. Für Tesla-Chef Elon Musk fällt der Prozess besonders erkenntnisreich aus. Denn der Visionär verhält sich in deutschen Gefilden ungeschickt, legt er sich doch medienwirksam mit der mächtigen IG Metall an (alles über de Streit lesen Sie hier). Der Manager aus Amerika glaubt ernsthaft, er könne den Kampf gewinnen und verhindern, dass für sein deutsches Werk ein Tarifvertrag eingeführt wird.

Chinesische Investoren gehen in Deutschland geschickter vor

In der Auseinandersetzung wirkt Musk schlecht beraten. Sonst würde er nicht die IG-Metall-Repräsentanten attackieren und Briefe schreiben, die öffentlich werden.

Chinesische Investoren gehen hier in Deutschland geschickter vor. Wie nicht nur der Fall des Augsburger Roboterbauers Kuka zeigt, lassen sie sich bei Firmenübernahmen von Experten briefen. Schnell versichern sich Chinesen der Gunst der IG Metall, was zur Ruhe in den Betrieben führt.

Musk tritt mit breiten Schultern wie ein deutscher Patriarch auf, der glaubt, eine Gewerkschaft sei überflüssig, schließlich kümmere er sich selbst am besten um seine Mitarbeiter. Solch Patriarchengehabe wird die IG Metall dem Amerikaner nicht durchgehen lassen. Ihm droht ein harter Konflikt.

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