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Kündigung zum Feierabend
13.09.2010

Haushaltsgeräte Petra-Electric gibt die Fertigung auf

Die im Burgauer Stadtteil Unterknöringen ansässige Firma Petra-Electric.
Foto: Bernhard Weizenegger

Die Petra-Electric GmbH schließt ihr Werk im Burgauer Stadtteil Unterknöringen (Landkreis Günzburg). Als Grund nennt das Unternehmen den zunehmenden Wettbewerbsdruck. Von Angela Effenberger

Der Elektro-Kleingeräte-Hersteller beschäftigt derzeit 160 fest angestellte Mitarbeiter an dem Standort. Ende August 2011 sollen die letzten Toaster und Kaffeemaschinen vom Band laufen - dann müssen sich die 95 Angestellten in der Fertigung einen neuen Job suchen. Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat über den betriebsbedingten Abbau der Arbeitsplätze hat nach Angaben des Unternehmens bereits begonnen.

Aufatmen können hingegen die restlichen 65 Beschäftigten, die in der Verwaltung, im Vertrieb und in der Entwicklung arbeiten. Sie ziehen nach Angaben des Unternehmens mit der Firma um. Wohin die Reise geht, stehe allerdings noch nicht fest. Ein neues Bürogebäude werde aber "im Landkreis Günzburg gesucht", teilt Geschäftsführer Detlef Czypulovski mit. Mit einer Produktion in Burgau könne Petra-Electric nicht länger erfolgreich am Markt agieren, heißt es in einer Mitteilung. Das liege vor allem daran, dass kein anderer Wettbewerber im vergleichbaren Produktsegment mehr in Deutschland produziere. Petra-Electric will sich nach Angaben von Geschäftsführer Detlef Czypulovski komplett aus der Fertigung zurückziehen. "Dieser Schritt ist zur Sicherung der verbleibenden Arbeitsplätze unumgänglich." Die Produktion der Elektrogeräte werde eine andere Firma übernehmen. Er geht davon aus, dass die Fertigung dann "sicher nicht mehr in Deutschland stattfinden werde".

Die Mitarbeiter reagierten geschockt auf die Mitteilung, dass das Werk schließen werde, berichtet die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Claudia Böck. Am Freitag, kurz vor Feierabend, hatten sie auf einer Betriebsversammlung die schlechte Nachricht bekommen. Der Betriebsrat wurde am Donnerstag informiert - zu spät, um noch reagieren zu können, wie Böck sagt. Schon vorher hätten die Angestellten geahnt, dass es dem Unternehmen nicht gut gehe. "Ein Funke Hoffnung war aber da, dass es noch weiter läuft", sagt Böck. Für 95 Mitarbeiter hat sich diese Hoffnung nicht erfüllt. Angela Effenberger

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