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05.03.2009

Kurzarbeit in Metallbranche "sprunghaft" gestiegen

Kurzarbeit in Metallbranche «sprunghaft» gestiegen
Bild: DPA

Berlin (dpa) - Die weltweite Wirtschaftskrise hat die Zahl der Kurzarbeiter in der Metall- und Elektroindustrie im Februar sprunghaft in die Höhe getrieben. Die Unternehmen der Branche "haben im vergangenen Monat für 480 780 Arbeitnehmer Kurzarbeit angezeigt."

Dies sagte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Im Januar lag die Zahl der betroffenen Arbeitnehmer noch bei 180 000. Damit sei in der Branche seit Oktober für rund eine Million Arbeitnehmer Kurzarbeit angezeigt worden.

Der Gesamtmetall-Präsident warnte, Kurzarbeit "ist nicht Allheilmittel". "Es ist und bleibt eine Überbrückungsmaßnahme. (...) Irgendwann ist der Topf im Betrieb leer." Kannegiesser geht davon aus, dass Kurzarbeit "ein halbes Jahr, maximal ein Jahr" zur Überbrückung genutzt werden könne. Der Punkt sei dann erreicht, "wenn die Konjunkturkrise in eine Strukturkrise übergeht". Für die Betriebe führe jede Unterauslastung zu einer "Rosskur", weil sie Liquidität koste. Von daher "kann es eine generelle Job-Garantie nicht geben".

Die Zahl der Betriebe, die konjunkturbedingte Kurzarbeit neu angemeldet hätten, habe sich nach den Daten der Bundesagentur für Arbeit im Februar auf 6260 belaufen, sagte Kannegiesser weiter. "Das waren rund 40 Prozent mehr als im Januar." Die Zahl der Betriebe mit Kurzarbeit habe sich damit aber weniger stark erhöht als die der Arbeitnehmer. Das bedeute, dass im Februar überdurchschnittlich viele Großunternehmen Kurzarbeit beantragt hätten, erläuterte Kannegiesser.

Kurzarbeit in Metallbranche "sprunghaft" gestiegen

Nach der "extremen Geschäftseintrübung" zum Jahresbeginn teilte der Stahl- und Röhrenhersteller Salzgitter am Donnerstag mit, wie andere Unternehmen mit Kurzarbeit gegenzusteuern und Personalabbau zu vermeiden. Die Kurzarbeit solle in den nächsten Wochen ausgebaut werden, sagte ein Sprecher. Weltweit beschäftigt Salzgitter etwa 24 000 Mitarbeiter.

Als Alternative zur Kurzarbeit finanziert das sauerländische Elektrounternehmen Mennekes einen hauseigenen Beschäftigungspakt. Statt auf Kurzarbeit mit den damit verbundenen Einkommenseinbußen für die Mitarbeiter zu setzen, zahlt die Firma in den kommenden sechs Monaten trotz verringerter Arbeitszeit den vollen Lohn. Die Minuskonten können dann nach Ende der Krise wieder ausgeglichen werden, wie der Hersteller von Elektrosteckern im nordrhein- westfälischen Lennestadt mitteilte. Damit wolle das Unternehmen seine Mitarbeiter an sich binden.

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