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Lebensmittel
11.08.2017

Erste Ergebnisse im Eier-Skandal

Millionen von mit Fipronil belastete Eier sind zerstört worden.
Foto: dpa

Die Behörden haben zwei Manager festgenommen. Sie sollen das Gift bewusst eingesetzt haben. Derweil weitet sich die Affäre aus

Im Skandal um mit Fipronil belastete Eier haben Ermittler in den Niederlanden zwei Manager festgenommen. Nach Angaben der niederländischen Staatsanwaltschaft handelt es sich um Führungskräfte des Unternehmens ChickFriend, das im Zentrum des Falls steht. Die Männer stehen unter Verdacht, bei der Säuberung von Hühnerställen bewusst das Insektengift eingesetzt zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen eine Gefährdung der öffentlichen Gesundheit sowie den Besitz verbotener Substanzen vor.

Die Festnahmen erfolgten nach Angaben der Ermittler im Zuge einer koordinierten Razzia in den Niederlanden und Belgien. Bei ihr wurden neben den Wohnungen der beiden Männer in der Nähe auch Büros von zwei anderen Unternehmen durchsucht, die als Zulieferer in den Eier-Skandal verwickelt gewesen sein sollen.

Alle rund 180 niederländischen Eierproduzenten, bei denen mit Fipronil belastete Eier gefunden wurden, waren den bisherigen Erkenntnissen zufolge Kunden von ChickFriend.

Wie nun bekannt wurde, sind auch Österreich und Dänemark von dem Skandal betroffen. In Österreich sollen zwei Großhändler Hunderte Kilo gekochter und geschälter Eier aus den Niederlanden an Gastronomen verkauft haben. In Dänemark wurden 20 Tonnen belastete Eier gefunden. Auch sie waren gepellt und gekocht und stammten von einem belgischen Händler. Zudem teilte die Behörde für Lebensmittelsicherheit in London mit, dass vermutlich rund 700000 mit Fipronil belastete Eier in das Vereinigte Königreich gelangt seien. In ersten Schätzungen waren von 21000 Eiern die Rede.

Auf politischer Ebene gibt es weiter Streit darüber, warum Verbraucher erst Wochen nach der Entdeckung der ersten Fipronil-Eier gewarnt wurden. Vor allem die Angaben der belgischen Behörden werden verantwortlich gemacht. Doch ihnen zufolge hatten die Niederlande und die EU-Kommission bereits seit längerem Hinweise auf einen Skandal. Die EU-Kommission räumte ein, dass Belgien schon am 6. Juli Informationen über Fipronil-Funde in eine Plattform eingespeist hatte. Die EU-Kommission wies aber Vorwürfe der Untätigkeit zurück und erklärte, die von Belgien genutzte Plattform werde von ihr lediglich technisch überwacht. Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf verkündete, dass es in Bayern keine Hinweise gebe, dass das Desinfektionsmittel verwendet wurde. Seit vergangener Woche hatten Behörden Betriebe kontrolliert. (dpa)

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