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18.02.2013

Libor-Boni: Deutsche Bank prüft rechtliche Schritte

Bei der Deutschen Bank läuft in der Libor-Affäre eine interne Prüfung und eine Prüfung der Finanzaufsicht Bafin. Foto: Lukas Barth dpa

Die Deutsche Bank will sich im Skandal um Zinsmanipulationen möglicherweise per Klage Millionen-Boni von Händlern zurückholen.

"Im Zuge unserer internen Untersuchung prüfen wir alle Optionen, um Maßnahmen gegen Personen zu ergreifen, wenn deren Fehlverhalten erwiesen ist. Dazu können auch rechtliche Schritte gehören", sagte ein Sprecher des Konzerns am Montag in Frankfurt. Im "Handelsblatt" (Montag) verweisen Insider auf mögliche Hürden: Die Verträge der betroffenen Händler seien "absolut marktüblich" gewesen. Die Bank habe das an Boni eingefroren, was sie mit arbeitsrechtlichen Mitteln einbehalten konnte.

Die Spitze des Eisbergs ist nach Informationen mehrerer Medien der Fall eines inzwischen gefeuerten Zinsspekulanten: 80 Millionen Euro Bonusansprüche häufte der Investmentbanker demnach für das Jahr 2008 an, weil ihm per Vertrag ein fixer Prozentsatz der von ihm erzielten Spekulationsgewinne zustand. Mittlerweile wird gegen den Mann wegen der Manipulation des Referenzzinses Libor ermittelt. Die Bank behielt daraufhin Medien zufolge 40 Millionen Euro der Rekordsumme ein.

Die "London Interbank Offered Rate" (Libor) gibt an, zu welchen Konditionen sich Banken Geld leihen. Großbanken sollen den Zins über Jahre manipuliert haben, um höhere Gewinne zu kassieren. In dem Fall hat die Deutsche Bank sieben Mitarbeiter entlassen oder suspendiert.

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Dass die Auszahlung von Boni inzwischen von den meisten Banken in Europa über drei bis fünf Jahre gestreckt wird und die Töpfe für Sonderzahlungen zuletzt schrumpften - etwa bei der Deutschen Bank - reicht Regulatoren und Aufsehern nicht.

"Selbst wenn ein Investmentbanker noch so erfolgreich gearbeitet hat, sind solche Millionengehälter niemandem zu vermitteln", kritisierte Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Lautenschläger kürzlich im "Handelsblatt"-Interview. Notfalls müssten Erfolgsprämien für Banker per Gesetz begrenzt werden.

In der EU könnte das schon ab Anfang 2014 Realität werden: Grundsätzlich sollen Boni verboten werden, die das eigentliche Gehalt übersteigen. Nur wenn Aktionäre auf der Hauptversammlung oder der Eigentümer zustimmen, sollen noch Extra-Vergütungen erlaubt sein, die doppelt so hoch sind wie das Grundgehalt.

Diese Regeln sieht ein Kompromisspapier vor, das die EU-Staaten, das Europaparlament und die EU-Kommission derzeit beraten. An diesem Dienstag (19.2.) gehen die stockenden Gespräche darüber in Brüssel in den Schlussspurt. Diplomaten rechnen mit einer Einigung. (dpa)

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