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Localbahn in Augsburg
29.06.2014

125-jähriges Relikt mit großem Potenzial

Die Localbahn in Augsburg ist deutschlandweit einzigartig.
Foto: Localbahn

Die Localbahn in Augsburg ist deutschlandweit einzigartig. Sie transportiert rund 1,13 Millionen Tonnen schwerer Güter auf der „letzten Meile“ von und zu den Unternehmen.

Ein Relikt aus alten Zeiten, aber mit hohem Zukunftspotenzial, transportiert seit 125 Jahren in Augsburg schwere Güter durch die Stadt. Weil Kohlelieferungen mit dem Pferdewagen vom Bahnhof zu den Fabriken oft eine Woche unterwegs waren, taten sich 1889 Augsburger Unternehmer zusammen und gründeten die Localbahn. Auf rund 41 Kilometern fährt die Ringbahn durchs Stadtgebiet – und heute auch zu Bahnhöfen im weiteren Umland.

Einzigartig in Deutschland

Als unabhängige, nicht bundeseigene Güterverkehrsbahn mit eigenem Schienennetz im Innenstadtbereich ist die Augsburger Localbahn (AL) in Deutschland einzigartig. Während in anderen Städte die Ringbahnen längst demontiert wurden, tranportierte die Localbahn in Augsburg im vergangenen Jahr 1,125 Millionen Tonnen Güter durch die Stadt. Das sind rund zehn Prozent des gesamten Güteraufkommens mit Ziel oder Herkunft Augsburg. Firmen wie UPM (ehemals Haindl), Osram, DW Schwellen, MAN oder der Mineralölhandel Präg bringen auf der „letzten Meile“ ihre Güter mit der Localbahn von oder zu ihren Werken.

Als „Perle“ bezeichnet eine Studie der Hochschule Augsburg die Bahn. „Ich glaube, dass wir eine Renaissance der Schiene erleben werden“, sagt der Initiator der Studie, Hochschulprofessor Michael Krupp. Voluminöse Güter mit niedrigem Wert, wie beispielsweise Bahnschwellen für die Firma DW Schwellen oder Holz und Zellstoff für UPM seien für die Bahn besonders geeignet. So würden viele Lkw-Ladungen schwere Güter aus der Innenstadt gehalten – ein klarer Vorteil für die Umwelt, wie der Professor betont.

Für UPM ein wichtiger Bestandteil des Transportkonzepts

Diese Einschätzung bestätigt Joachim Thonagel, aus dem Bereich Logistics Distribution von UPM. Rund 300000 Tonnen Rohstoffe für die Papierproduktion und fertige Papierrollen werden nach seinen Worten zwischen den Werken in Augsburg und Schongau mit der Localbahn gefahren. Dieselbe Menge befördert die Localbahn für UPM im Augsburger Ring. Die Bahn sei für UPM ein wichtiger Bestandteil des Transportkonzepts und ein zuverlässiger Partner. Der UPM-Vorgänger Haindl gehörte vor 125 Jahren zu den Gründungsgesellschaftern der Localbahn, und UPM ist auch heute noch am Unternehmen beteiligt. In Zukunft werde die Wettbewerbsfähigkeit, Qualität und Zuverlässigkeit der Localbahn entscheidend sein, so der Manager. Neben der reinen Transportdienstleistung wolle man auch als Teildienstleister „schienenaffine Zusatzleistungen“ wie Beratung und Konzeptentwicklung anbieten.

Der Schienenanschluss sei für viele Firmen heute ein wichtiger Standortfaktor, sagt Localbahnchef Udo Schambeck. Man transportiere alles, was nicht explosiv oder radioaktiv sei, keine Lebensmittel und nichts, was gekühlt werden müsse. Dabei kooperiere die Localbahn mit allen großen Transportunternehmen. Außerhalb des „Rings“ werden die Güterwagons an sogenannte Ganzzüge angehängt und fahren dann Bahnhöfe in ganz Europa an.

Die Gesellschafterstruktur hat sich verändert

In den letzen Jahren hat sich die Gesellschafterstruktur der AL stark verändert, erklärt Hauptgesellschafter Gerd Deisenhofer, Chef des Mineralölhändlers Präg aus Kempten, der rund 62 Prozent der Unternehmensanteile hält. UPM gehören nach seinen Worten elf Prozent der Anteile, den Stadtwerken Augsburg 25,1 Prozent. Die Stadt und der Augsburger Verkehrsverbund halten je ein Prozent der Anteile.

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