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Luftfahrt
28.02.2020

Airbus warnt vor Verlust von Arbeitsplätzen bei Entscheidung gegen Eurofighter

Zwei Eurofighter Typhoon der deutschen Luftwaffe.
Foto: Bänsch, dpa (Archiv)

Exklusiv Airbus erhöht den Druck auf die Bundesregierung: Der Finanzchef sieht einen drastischen Job-Abbau, falls US-Jets statt des europäischen Eurofighters bestellt würden.

Airbus-Finanzchef Dominik Asam hat die Bundesregierung vor einem massiven Verlust an Arbeitsplätzen gewarnt, falls als das Verteidigungsministerium bei der als Tornado-Nachfolger die amerikanische F-18 dem Eurofighter vorzieht. "Es geht um Tausende Arbeitsplätze und den Erhalt von Kernfähigkeiten in einer Hightech-Industrie", sagte der deutsche Airbus-Spitzenmanager unserer Redaktion im Exklusiv-Interview.

Airbus warnt vor Entscheidung gegen Eurofighter - und verteidigt Jobbaubau

"Wir sind davon überzeugt, dass der Eurofighter die ideale Nachfolge für den Tornado darstellt", betonte Asam. "Insofern hoffen wir natürlich, dass wir die Bundesregierung davon überzeugen können, wenn die Entscheidung ansteht." Das Thema habe eine erhebliche industriepolitische Komponente, betonte er.

Asam verteidigte zugleich den angekündigten Abbau von 2300 Stellen in der Airbus-Rüstungssparte und kündigte einen Sozialplan an: "Wir werden alles daransetzen, den Stellenabbau sozial verträglich zu gestalten, also etwa über Altersteilzeit oder das freiwillige, frühzeitige Ausscheiden von Mitarbeitern." Zudem werde es auch Abfindungen für Mitarbeiter geben. "Dazu benötigen wir einen Sozialplan und werden entsprechende Gespräche mit den Betriebsräten führen."

Airbus befürchtet zudem durch die Ausbreitung des Corona-Virus kurzfristige negative Folgen für die Luftfahrtindustrie: "Gerade die Airlines sind derzeit massiv betroffen, das bereitet uns zunehmend Sorgen", sagte Finanzchef Asam unserer Redaktion. "Allerdings hat sich unsere Branche nach ähnlichen Ereignissen relativ schnell wieder erholt", fügte er hinzu. "Das gibt uns Hoffnung."

Coronavirus gefährdet Luftfahrt: Airbus in China nimmt wieder Produktion auf

Auch für die Produktion in China habe das Virus Folgen. "Unsere Werke in China haben den Betrieb wieder aufgenommen", sagte Asam. "Wir beobachten die Situation genau und sind im ständigen Austausch mit der Weltgesundheitsorganisation, den chinesischen Behörden sowie mit unseren Zulieferern und Kunden", betonte er. "Die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiter hat oberste Priorität."

Airbus-Finanzchef Asam kündigte hohe Investitionen des Flugzeugbauers in die Forschung klimafreundlicher Produkte an. "Letztendlich wird sich am Thema Umweltverträglichkeit unsere zukünftige gesellschaftliche Akzeptanz entscheiden", sagte der deutsche Airbus-Spitzenmanager unserer Redaktion. "Wir müssen auf neue Technologien setzen, noch ist unklar, wohin genau hier die Reise geht", betonte er. "Wir müssen technologieoffen sein, was sich auch an unserem hohen Budget für Forschung und Entwicklung ablesen lässt", sagte der Finanzchef.

"Moderne Flugzeuge verbrauchen auf 100 Kilometer zum Teil nur noch 2,5 Liter pro Passagier, das schafft man mit einem Auto nur schwer", sagte Asam. Doch das reiche nicht. "Unser Ziel ist es, hier an der Speerspitze der Innovation zu bleiben", betonte Asam.

Lesen Sie dazu das ausführliche Interview: Airbus-Finanzchef: Darum müssen wir bei Premium Aerotec Jobs abbauen

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