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Le Bourget

17.06.2019

Luftfahrtschau: Airbus zieht neue Aufträge an Land

So soll der neue, europäische Kampfjet aussehen. Auf der Luftfahrtschau in Le Bourget enthüllten unter anderem Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (Dritte von links) und Emmanuel Macron (Dritter von rechts) den Flieger.
Bild: afp

Airbus stellt ein neues Modell des A321neo vor. Spanien, Frankreich und Deutschland einigten sich zudem auf ein neues Rüstungsprogramm.

Der europäische Flugzeugbauer Airbus fordert seinen US-Rivalen Boeing mitten in dessen Krise heraus. Airbus hat angekündigt, eine neue Langstreckenversion des Verkaufsschlagers A321neo zu bauen. Der neue Airbus A321XLR soll dank eines großen Zusatztanks etwa von Europa bis nach Amerika oder Indien fliegen können. Das kündigte Airbus-Verkaufschef Christian Scherer am Montag auf der weltgrößten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris an. „Verglichen mit bisherigen Flugzeugen wie der Boeing 757, die solche Strecken typischerweise fliegen, spart die A321XLR rund 30 Prozent an Treibstoff und CO2-Ausstoß ein“, sagte Scherer.

Der neue Airbus A321XLR soll 8600 Kilometer fliegen können

Boeing steckt nach zwei Abstürzen des Mittelstreckenjets 737 Max mit insgesamt 346 Toten in einer schweren Krise. Für die Max-Maschinen gilt seit März ein weltweites Flugverbot. Dieser Bann führt bei den Airlines zu Verunsicherung.

Die Boeing-Führung, die für ihren Umgang mit dem Max-Desaster heftig in der Kritik stand, übte sich zum Messestart in Bescheidenheit. „Diese Messe ist anders“, resümierte Chef Dennis Muilenburg. Diesmal gehe es für sein Unternehmen nicht um Aufträge, sondern um Sicherheit, Bescheidenheit sowie darum, Vertrauen zurückzugewinnen.

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Das angekündigte Flugzeug von Airbus ist eine Weiterentwicklung des Mittelstreckenjets A321neo. Die A321XLR (Extra Long Range) soll eine Reichweite von rund 8700 Kilometern haben und im Jahr 2023 in den Liniendienst gehen. Das wären zwei Jahre, bevor Boeing sein „New Midsize Aircraft“ (NMA) fertig haben will. Die Entwicklung dieses Jets, der inoffiziell bereits als Boeing 797 gehandelt wird, ist jedoch nicht einmal beschlossene Sache.

Erste Airline kauft vier Modelle des neuen Airbus

Airbus’ Pläne stießen auf Gefallen: Die libanesische Middle East Airlines orderte verbindlich vier Airbus A321XLR. Der US-Flugzeugfinanzierer Air Lease Corporation (ALC) unterzeichnete einen Vorvertrag über 27 Exemplare der A321XLR. Hinzu kommen 23 normale Airbus A321neo und 50 kleinere Maschinen der A220-Reihe. Die britische Fluglinie Virgin Atlantic entschied sich für 14 Airbus A330neo, von denen sie aber nur acht Stück kauft und die übrigen von ALC least. Boeing sammelte nur eine kleinere Bestellung über zehn ältere Mittelstreckenjets der 737-Reihe ein. Käufer ist der US-Flugzeugfinanzierer Gecas.

Spanien, Deutschland, Frankreich unterzeichnen Rüstungsabkommen

Und auch auf einem anderen Feld brachte die Luftfahrtmesse Neuerungen: Zum Auftakt kam auch der französische Präsident Emmanuel Macron. Anlass war die Vorstellung des zukünftigen europäischen Kampfflugzeugs. Dieses „Future Combat Air System“ (FCAS) soll ab 2040 die französischen Rafale-Kampfjets und die deutschen Eurofighter ablösen. Federführend bei der Herstellung sind die beiden konkurrierenden Flugzeughersteller Airbus und Dassault Aviation. Ein erster Prototyp könnte 2026 in die Luft gehen.

Auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) war auf der Luftfahrtschau. Sie unterzeichnete mit ihren Amtskolleginnen aus Frankreich und Spanien ein Rahmenabkommen, um das milliardenschwere Rüstungsvorhaben eines Luftkampfsystems der Zukunft zu organisieren. Von der Leyen sagte, dies sei ein „großer Tag für die europäische Verteidigungsunion“.

Bei dem Abkommen handelt sich nicht nur um ein industrielles Großprojekt, sondern vor allem um ein politisches. Gilt es doch als Bekenntnis zu einer verstärkten deutsch-französischen Achse. Lanciert hatten es Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron im Juli 2017. Ziel sei es, Europas Autonomie in Sicherheits- und Verteidigungsfragen zu verstärken und so im geringeren Maß von den USA abhängig zu sein.Der neue Kampfjet ist ein Anfang. (mit dpa)

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