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Lufthansa
11.06.2014

Neuer Lufthansa-Chef Carsten Spohr kommt gut im Konzern an

Carsten Spohr ist neuer Chef der Lufthansa und kommt gut bei seinen Angestellten an.
Foto: Robert Schlesinger/Archiv (dpa)

Carsten Spohr ist neuner Chef der Lufthansa. Im Konzern ist er beliebt, Börsianer versetzt er zum Auftakt seiner Amtszeit einen Schock.

Der Mann hat Humor. Und er lacht gerne über seine Witze. Danach befragt, was für ihn als Student des Wirtschaftsingenieurwesens prägend gewesen sei, antwortete der neue Lufthansa-Chef Carsten Spohr: „Der Frauenmangel.“ Es sei hart gewesen, in der schönsten Zeit seines Lebens fast nur unter Männern gewesen zu sein.

Spohr weiß früh, dass er zur Lufthansa will

Doch damit muss ein junger Mann leben, der im Mathematik-Leistungskurs im Abitur 15 Punkte hatte und den es nicht zur Kunstgeschichte drängte. Zumal er früh wusste, dass ihm sein Bauch zugerufen hatte, Pilot zu werden, der Kopf aber für das Wirtschaftsingenieurstudium plädierte. Spohr hörte auf beide Körperteile und hat sicher die Entbehrungen seiner Lehrjahre gut weggesteckt. Voll konzentriert auf sein Studium machte der Mann aus Wanne-Eickel ein Einser-Examen und ist, was Teile der weiblichen Lufthansa-Belegschaft betrüben mag, längst glücklich verheiratet und Vater zweier Töchter.

Der 47-jährige Pilot mit breiten Schultern, kantigem Gesicht, gewinnendem Lächeln, grau meliertem Haar und berüchtigt-festem Händedruck kann als Gegenentwurf zu seinem analytischen Vorgänger und Sanierer Christoph Franz angesehen werden.

Spohr ist das genaue Gegenteil seines Vorgängers

Wenn Spohr lächelnd die Kabine eines Lufhansa-Jets betritt, löst das durchaus Freude bei Piloten und Flugbegleitern aus – ein Zustand, wie er bei Eintreffen des obersten Chefs im Kreis der Mitarbeiter nun gar nicht die Regel ist. Im Falle des Lufthansa-Bosses hält die allseits gute Laune bei solchen Gesprächen an der Basis länger an. Spohr ist ein kommunikativer Typ, dem seine Arbeit Vergnügen zu bereiten scheint. Studenten rät er: „Suchen Sie sich einen Job, der Ihnen Spaß macht.“ Spaß sei nichts Schlimmes im Beruf. Es sei das Wichtigste. Dabei wäre der weitere Aufstieg des Managers, der 2011 zur Nummer zwei im Konzern erkoren wurde, beinahe an seinem heiteren Naturell gescheitert.

Ist Spohr der Richtige für die Lufthansa?

Intern fragte man sich: Ist so einer hart genug, um verwöhnten Piloten Privilegien wegzunehmen? Kann er den Sparkurs fortsetzen, um der gefährlichen Konkurrenz aus Billigfliegern und arabischen Airlines Herr zu werden? Ist so viel Konsequenz nicht eher einem Sanierer ohne hemmenden Stallgeruch zuzutrauen? So zog sich die Berufung Spohrs in die Länge. Am Ende entschieden sich die Lufthansa-Aufsichtsräte doch für das fröhliche Eigengewächs. Und dieses beginnt seine Amtszeit mit einem Ausrufezeichen: Spohr hat die ehrgeizigen Gewinnziele seines Vorgängers drastisch nach unten korrigiert, was so gar nicht der Traum von Börsianern ist. Dementsprechend jäh stürzte die Aktie gestern ab. Vielleicht entpuppt sich die Aktion einmal als klug. Wer sich die Latte niedriger legt, kann sie leichter überspringen.

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