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Lufthansa-Streik
27.11.2016

Lufthansa-Personalchefin fordert Cockpit zu Gesprächen auf

Die Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens mahnt die Pilotenvereinigung, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
Foto: Britta Pedersen/Archiv (dpa)

Obwohl am Sonntag nicht gestreikt wurde, mussten 35 Lufthansa-Flüge gestrichen werden. Auch in der kommenden Woche sind laut Cockpit Piloten-Streiks möglich.

Nach den tagelangen Pilotenstreiks haben Lufthansa-Passagiere zumindest eine kurze Verschnaufpause bekommen. Die Vereinigung Cockpit setzte den Ausstand am Sonntag aus und will auch am Montag nicht streiken. Angesichts der weiterhin verhärteten Positionen in dem Tarifkonflikt drohen aber weitere Arbeitsniederlegungen in den nächsten Tagen. rief Cockpit auf, neue Gespräche mit dem Unternehmen aufzunehmen.

Cockpit hatte die Piloten seit Mittwoch zu Streiks aufgerufen. Am Samstag hatte die Lufthansa noch einmal 137 Flüge gestrichen. Betroffen waren nach Unternehmensangaben allein an diesem Tag 30.000 Passagiere. Am Sonntag normalisierte sich der Flugplan langsam wieder, auch wenn wegen der vorherigen Arbeitsniederlegungen gestrichen wurden. Am Montag erwartet das Unternehmen nach Angaben eines Sprechers wieder einen normalen Flugbetrieb.

Lufthansa-Personalchefin Volkens mahnt Cockpit zu Gesprächen

Ob und wann es zu weiteren Streiks kommt, blieb unklar. Cockpit will weitere Arbeitsniederlegungen weiterhin 24 Stunden vorher ankündigen. Ob schon am Dienstag wieder gestreikt werde, sei offen, sagte Cockpit-Vorstandsmitglied Alexander Gerhard-Madjidi der Nachrichtenagentur AFP. Mit der Streikpause zumindest am Sonntag und Montag solle den Passagieren Gelegenheit gegeben werden, ihre Ziele zu erreichen. Cockpit wolle mit den Streiks das Lufthansa-Management zum Einlenken bringen.

Lufthansa-Personalchefin Volkens mahnte die Pilotenvereinigung, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Wir müssen reden!", sagte sie der "Bild am Sonntag". Sie wünsche sich sehr, dass Cockpit von ihrer "unnachgiebigen Haltung endlich abrückt". In neuen Gesprächen müsse eine Kompromissformel gefunden werden, mit der beide Tarifpartner leben können. Dies könne "nicht durch Streik erzwungen werden". Am Sonntag war nach Angaben beider Seiten zunächst kein neuer Gesprächstermin angesetzt. 

Volkens warf der Gewerkschaft vor, dass ihre Streikwelle bereits hunderttausende Fluggäste getroffen habe. "Das ist völlig unangemessen, denn eine Gehaltsforderung von plus 20 Prozent gibt es für keine andere Mitarbeitergruppe der Lufthansa und in keiner anderen Branche", sagte die Lufthansa-Personalchefin.

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Cockpit will Streiks 24 Stunden vorher ankündigen

Die Pilotenvereinigung hatte am Freitag ein Angebot der Lufthansa abgelehnt. Das vorgeschlagene Paket entspreche einem bereits vor mehr als zwei Monaten in einem offenen Brief an die Mitarbeiter bekannt gemachten Vorschlag, erklärte Cockpit. Es sei zudem kein gangbarer Weg, andere Themen als die Vergütung zum Gegenstand der Verhandlungen zu machen.

Lufthansa-Personalchefin Volkens hatte zu dem Vorschlag erklärt, sie wolle der Gewerkschaft "erneut unser Angebot für eine umfassende Gesamtlösung unterbreiten". In diesem Kontext könne den Piloten unter anderem eine "stärkere Vergütungserhöhung" angeboten werden. Konkret nannte der Konzern eine Anhebung von 4,4 Prozent in zwei Stufen sowie eine Einmalzahlung von 1,8 Monatsgehältern. Die Piloten fordern bislang rückwirkend ab 2012 pro Jahr 3,66 Prozent mehr Lohn.

Die Lufthansa greift im Rahmen ihrer angebotenen "Gesamtlösung" auch strittige Themen wie die Übergangsversorgung auf. Bisher können die Lufthansa-Piloten mit 55 Jahren in einen bezahlten Vorruhestand gehen. Das Unternehmen wollte die Kosten dafür eigentlich nicht mehr tragen. Nun bietet die Fluggesellschaft an, das System "grundsätzlich" beizubehalten, das durchschnittliche Ausscheidealter aber bis 2018 auf 60 Jahre anzuheben. AFP

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