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22.05.2019

Media-Markt-Mutter wird digitaler

Die Firmen Media Markt und Saturn haben Kunden lange Zeit über günstige Preise gelockt. In Zeiten des Online-Handels ist diese Strategie gescheitert.
Bild: dpa

Die Elektronikhändler Media Markt und Saturn gehören beide zu Ceconomy. Die Gruppe steht unter Sparzwang. Und will nun mit künstlicher Intelligenz die Preise ermitteln

Eine neue Preisstrategie soll dem kriselnden Elektronikhändler Ceconomy mit den Tochterunternehmen Media Markt und Saturn neuen Schwung geben. Ceconomy-Finanzvorstand Karin Sonnenmoser kündigte am Dienstag an, ab dem Sommer werde der Handelsriese in Deutschland eine auf Datenanalyse und künstliche Intelligenz gestützte, zentrale Preisgestaltung einführen. „So wollen wir unseren Wettbewerbern stets einen Schritt voraus sein“, sagte die Managerin.

Der Hintergrund: Media Markt und Saturn haben mit der Konkurrenz durch Online-Händler schwer zu kämpfen. Die durch den Online-Handel entstandene Preistransparenz hat die einst üppigen Gewinne der Handelsketten, die über Jahre hinweg mit Werbespots wie „Geiz ist geil“ die Branche dominierten, dahinschmelzen lassen.

Der neue Ceconomy-Chef, Jörn Werner, hat dem Konzern deshalb ein Kosten- und Effizienzsteigerungsprogramm verordnet. Gleichzeitig will er Media Markt und Saturn strategisch neu ausrichten. Dazu gehört der weitere Ausbau des eigenen Online-Angebots. Aktuell macht der Konzern knapp 14 Prozent seiner Umsätze im Internet. Damit hinkt er allerdings nach wie vor hinter der allgemeinen Entwicklung her. Denn insgesamt werden in Deutschland inzwischen bereits über 30 Prozent aller Umsätze mit Elektrogeräten online gemacht. Außerdem will der Konzern die margenstarken Serviceangebote von der Handy-Reparatur bis zur Garantieverlängerung für Fernseher weiter ausbauen.

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Mit Blick auf die Auswirkungen der von den USA gegen den chinesischen Huawei-Konzern verhängten Sanktionen auf das eigene Geschäft äußerte sich Werner nur vorsichtig: „Wir müssen abwarten wie uns das berührt“, sagte er. Doch gebe es kein Verkaufsverbot für Huawei-Produkte und auch kein pauschales Rückgabe- oder Retourenrecht.

Im zweiten Geschäftsquartal bis Ende März gelang Ceconomy die Rückkehr in die schwarzen Zahlen – nach einem Verlust im vergangenen Jahr. Für das zweite Quartal wies Ceconomy nun unter dem Strich einen Gewinn von 20 Millionen Euro aus. Im Vorjahr hatte noch ein Verlust von 47 Millionen gestanden, nachdem Ceconomy erhebliche Abschreibungen auf ihre Beteiligung an der früheren Konzernmutter Metro vornehmen musste.

Der Umsatz ging um 2 Prozent auf 5 Milliarden Euro zurück. Auf vergleichbarer Basis, also bereinigt um Währungseffekte sowie Portfolioänderungen, nahm der Umsatz um 1,1 Prozent ab. Dabei belasteten ein Kalendereffekt durch das späte Osterfest sowie ein schwaches Geschäft in West- und Südeuropa die Entwicklung. Besser lief es in Deutschland. Hier entwickelte sich der Umsatz stabil. Auch die Ergebnisentwicklung auf dem wichtigen Heimatmarkt sei solide gewesen, sagte Werner. Die Jahresprognose bestätigte der Konzern.

Natali Schwab und Erich Reimann, dpa

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