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Helsinki

14.04.2015

Mega-Deal: Nokia will Technologie-Konkurrenten aufkaufen

Nokia plant eine Übernahme des Technologie-Konzerns Alcatel-Lucent.
Bild: Stefan Puchner, dpa

In der Telekommunikations-Branche bahnt sich ein Mega-Deal zwischen zwei Großkonzernen an. Die französische Regierung verfolgt die Übernahmepläne von Nokia "sehr aufmerksam".

Es wäre ein Mega-Zusammenschluss in der Telekommunikations-Branche: Der finnische Nokia-Konzern will seinen US-französischen Konkurrenten Alcatel-Lucent übernehmen. Zwischen beiden Telekommunikationskonzernen liefen bereits "fortgeschrittene Diskussionen über einen möglichen Zusammenschluss in Form eines Übernahmeangebots", teilte Nokia am Dienstag mit. Während Nokia-Aktien daraufhin deutlich an Wert verloren, machten die von Alcatel-Lucent einen Sprung nach oben. Die französische Regierung zeigte sich besorgt.

Angaben zu einem möglichen Kaufpreis und zu Hintergründen seiner Übernahmepläne machte Nokia zunächst nicht. Der Konzern betonte zudem, es herrsche noch keine Gewissheit, "dass diese Diskussionen in irgendeine Übereinkunft oder Transaktion münden".

Übernahmepläne: Nokia will sich gegen Rivalen Ericsson rüsten

Gerüchte über ein Zusammengehen von Nokia und Alcatel-Lucent gibt es bereits seit Dezember. Am Montag berichtete die französische Zeitung "Les Echos" dann, Manager beider Firmen verhandelten seit Januar über eine Teilübernahme von Alcatel-Lucent durch Nokia.

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Der finnische Konzern war rund zehn Jahre lang Weltmarktführer für Handys, bevor er vom südkoreanischen Konkurrenten Samsung überrundet wurde. Nokia verkaufte die Sparte ebenso wie seine Tablet-Sparte schließlich im April 2014 an den US-Konzern Microsoft. Der Großteil der damals eingenommenen 5,4 Milliarden Euro steht Nokia noch zur Verfügung.

Eine Übernahme von Alcatel-Lucent könnte dem Konzern vor allem im Konkurrenzkampf mit dem ewigen Rivalen Ericsson aus Schweden helfen. Nokia entwickelt unter anderem Netzwerk-Infrastrukturen für Internet- und Mobilfunk-Anbieter. Alcatel-Lucent ist einer der führenden Anbieter hochmoderner Übertragungstechnologien.

Experten bezeichnen Nokias Pläne als riskant

An den Börsen riefen die Übernahmepläne am Dienstag höchst unterschiedliche Reaktionen hervor: Die Nokia-Aktie verlor an der Börse in Helsinki am Morgen mehr als 6,7 Prozent. Die Aktie von Alcatel-Lucent an der Pariser Börse legte dagegen zwischenzeitlich um fast 14 Prozent zu. Alcatel-Lucent, 2006 aus der Fusion des französischen Alcatel-Konzerns und des US-Unternehmens Lucent entstanden, beschäftigt weltweit rund 53.000 Menschen. Nokia hat fast 55.000 Mitarbeiter.

Experten bezeichneten die Übernahmepläne als riskant und verwiesen unter anderem auf die großen Schwierigkeiten von Konzernzusammenschlüssen. Die Fusion von Alcatel und Lucent selbst gilt dabei als gutes Beispiel: Der Konzern machte seit der Fusion in fast jedem Jahr Verluste, es gab eine Reihe von Umstrukturierungsplänen.

Französische Regierung: "Airbus der Telekommunikation könnte geschaffen werden"

Die französische Regierung erklärte am Dienstag, sie beobachte die Nokia-Übernahmepläne mit Blick auf Arbeitsplätze und Standorte von Alcatel-Lucent in Frankreich "sehr aufmerksam". Die Frage sei zudem, ob durch die Übernahme ein "weltweit wettbewerbsfähiger europäischer Champion, ein Airbus der Telekommunikation" geschaffen werden könne, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums in Paris. Der europäische Flugzeugbauer Airbus wird immer wieder als erfolgreiches Beispiel eines Zusammenschlusses von Unternehmen genannt. Präsident François Hollande sollte die Chefs beider Konzerne noch am Dienstagnachmittag treffen, wie der Elysée-Palast mitteilte. afp

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