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Mobilfunk
12.04.2021

Vodafone startet neues 5G-Netz: Was das den Fußballfans bringt

Fußball-Berichterstatter versprechen sich durch 5G-Technik in den Stadien Vorteile, weil Kabel entfallen. Aber auch die Fans können besser surfen – wenn sie nach Corona eines Tages wieder ins Stadion können.
Foto: Lukas Loss, dpa

Exklusiv Vodafone schaltet am Montag den neuen Mobilfunkstandard scharf. Das kann für Sportverrückte große Vorteile bedeuten. Auch die Telekom treibt die neue Technik voran.

Wenn der Vodafone-Konzern am Montag den neuen, ultraschnellen Mobilfunkstandard einschaltet, freut das besonders Alessandro Reitano. Er ist Produktionsleiter Sport bei dem Bezahlsender Sky, den Millionen Fußballfans in Deutschland schauen.

Reitano will die neue Technik nutzen, um bei den Übertragungen noch näher an die Fans und Spieler im Stadion zu kommen. Seine Kameraleute bekommen mehr Freiheit, weil sie kein Kabel mehr hinter sich herziehen müssen, das irgendwann ein Ende hat. Mit einer 5G-Verbindung können sie die Bilder ohne Zeitverlust in die Regie schicken. Also rein in den Block oder in die Katakomben im Stadionbauch.

„Sie können Aufnahmen aus Perspektiven machen, die mit herkömmlichen Kameras nur schwer erreichbar wären“, sagt Reitano. Noch wird die neue Technik erst bei wenigen Bundesliga-Spielen zum Einsatz kommen. Sky will sie nach und nach ausrollen und bei den Tests sehen, was in der Praxis am besten funktioniert.

5G: Schnellere Datenverbindung für die Zuschauer im Stadion

Den Zuschauern im Stadion kann 5G eine schnelle Datenverbindung bringen, selbst wenn Zehntausende eng beieinander hocken. Dann lassen sich die eigenen Videos vom Spiel oder die Selfies in die ChatGruppe schicken. Bisher bleiben die oft hängen, weil die Funkzelle den Massenzugriff nicht bewältigen kann. In der Halbzeit kann man sich die Tore aus anderen Partien anschauen, die das eigene Handy mit 4G-Empfang im Stadion oft nur quälend langsam oder gar nicht lädt. Für Fußballpuristen ist das zwar Ablenkung vom Wesentlichen, aber viele Fans wollen sich auch nicht im Fanblock stehend von ihrem Handy lösen. Mit 5G sollen die Daten zehnmal schneller ausgetauscht werden können als beim Mobilfunk der vierten Generation (4G), der auch unter dem Begriff LTE bekannt ist.

Vodafone will mit Beginn der Woche die volle 5G Leistung in 170 Städten und Gemeinden anbieten, auch in Augsburg, München und Nürnberg. Schon bislang können Kunden den neuen Standard nutzen, allerdings lief er bisher noch über die 4G-Antennen. Das heißt, die gesamte Kapazität konnte noch nicht ausgeschöpft werden.

Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter: "Legen bei 5G die Stützräder beiseite"

„Als erster Netzbetreiber legen wir bei 5G die Stützräder beiseite“, sagt Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter. Im Laufe des Jahres will das Unternehmen das Angebot stark ausbauen. Die ersten Smartphones, die die Technologie unterstützen, sind bereits verfügbar und können laut dem Mobilfunkriesen noch in diesem Monat per Update mit der neuen Technik genutzt werden.

5G soll das mobile Internet in Deutschland schneller machen.
Foto: Federico Gambarini, dpa

Neben der Unterhaltung soll der neue Mobilfunkstandard in der Zukunft der Industrie eine enorme Rolle spielen. Die sich autonom steuernde Fabrik, in der Roboter den Großteil der Arbeit übernehmen, funktioniert nur durch Datenaustausch in Echtzeit. Auch das selbstfahrende Auto wird nur mit 5G-Verbindung auf den Straßen unterwegs sein können. Deutschland soll nach dem Willen der Bundesregierung ein Leitmarkt für den ultraschnellen Mobilfunk werden. Bis Mitte des Jahrzehnts soll er nicht nur in den Städten, sondern auch an den Verkehrsachsen anliegen. Bei der Versteigerung für die 5G-Lizenzen haben sich die Telekommunikationskonzerne verpflichtet, die Funklöcher in Deutschland zu schließen und in ländlichen Regionen zumindest für den 4G-Standard zu sorgen.

Auch die Telekom treibt 5G voran

Auch die Telekom treibt den 5G-Ausbau derzeit stark voran. Ein Zwischenziel habe man bereits erreicht: eine Abdeckung von 80 Prozent der Bevölkerung mit 5G, teilte die Telekom erst kürzlich mit. „Ende März können damit mehr als 66 Millionen Menschen im Land das 5G-Netz der Telekom nutzen“, berichtet der Telekom. Deutschland-Vorstand Srini Gopalan versprach, dass bis Ende des Jahres 90 Prozent der Bevölkerung in Deutschland 5G nutzen können sollen.

Ein Sendemast für Mobilfunk.
Foto: Patrick Pleul, dpa

Bei der Telekom funken rund 50.000 Antennen mit 5G in Deutschland. Die Telekom verfolgt eine zweigeteilte Strategie: Auf der reichweitenstarken 2,1 Gigahertz- Frequenz würden hohe mobile Bandbreiten insbesondere in ländliche Gebiete gebracht, berichtet das Unternehmen. Zusätzlich biete die 3,6 GHz-Frequenz extra-schnelles 5G dort, wo ein hoher Bedarf an Daten auf kleinem Raum besteht. „Diese Frequenz ermöglicht Spitzengeschwindigkeiten von über einem Gigabit pro Sekunde“, so die Telekom. Diese Leistung biete man aktuell in über 30 deutschen Städten an. Neu hinzugekommen sei kürzlich unter anderem Ingolstadt.

Auch die Telekom hat den Fußball als Spielfeld für 5G-Anwendungen entdeckt: Sie hat bereits vergangenes Jahr die Allianz-Arena des Erstligisten FC Bayern München mit 5G-Technik ausgestattet. Dafür seien dort elf neue Antennen installiert worden, die das Stadion mit dem schnellen Mobilfunkstandard versorgen. Jetzt muss man nach erfolgreicher Bekämpfung der Corona-Epidemie eines Tages nur noch ins Stadion dürfen.

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