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Ingolstadt

05.10.2009

Modeunternehmen Bäumler stellt Produktion ein

Das Modeunternehmen Bäumler in Ingolstadt wird aller Voraussicht nach vom Markt verschwinden. Der Geschäftsbetrieb werde eingestellt.

Ingolstadt/München (dpa) - Das Modeunternehmen Bäumler wird aller Voraussicht nach vom Markt verschwinden. Der Geschäftsbetrieb werde eingestellt.

Dies betreffe die Bäumler AG mit 158 Beschäftigten und die Bäumler Retail GmbH mit 50 Mitarbeitern, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter des Unternehmens, Martin Prager, am Montag in München mit.

Als Grund nannte die Insolvenzverwaltung, dass die Finanzierung der Frühjahrs- und Sommerkollektion 2010 nicht gesichert werden konnte. "Die Verhandlungen mit dem Finanzinstitut GMAC Commercial Finance sind gescheitert", erklärte Prager. Wann der letzte Produktionstag sein wird, stand am Montag noch nicht fest.

Modeunternehmen Bäumler stellt Produktion ein

Mitte September hatte Bäumler Insolvenzantrag beim Amtsgericht in Ingolstadt gestellt. Das Unternehmen stellt Herren- und Damenoberbekleidung her und vertreibt sie. Auch das Tochterunternehmen Bäumler Retail GmbH stellte Insolvenzantrag.

Bäumler hatte noch zum Jahresbeginn mit dem italienischen Herrenmode-Konzern Cerruti eine Lizenzvereinbarung zur Produktion von hochwertigen Anzügen abgeschlossen. Sie umfasste die Produktion sowie den europaweiten Vertrieb der Herrenkollektion Cerruti 1881.

Seit mehreren Monaten liefen Verhandlungen über die künftige Finanzierung, potenzielle Investoren hatten nach Unternehmensangaben bereits bereitgestanden. Ausgerechnet in dieser wichtigen Phase habe aber die Gläubigerbank GMAC Kreditlinien eingefroren. Auf die Lizenzvereinbarung mit Cerruti hatte sich Bäumler auch bei seinen Wachstumsplänen vom kommenden Jahr an gestützt.

Im Zuge einer Umstrukturierung war der Umsatz des Unternehmens in den vergangenen Jahren bereits von über 100 Millionen auf zuletzt 87 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2007/08 zurückgegangen.

Für das laufende Geschäftsjahr hatte sich Bäumler auf ein weiteres Umsatzminus um 15 Prozent eingestellt. Erst vor wenigen Wochen hatte der Luxusmode-Hersteller Escada Insolvenz angemeldet, nachdem ein finanzieller Rettungsplan für das Unternehmen gescheitert war.

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