Kommunalwahl

Alle Ergebnisse: Stichwahlen in der Region
  1. Startseite
  2. Wirtschaft
  3. München ist die beste Wahl für die Automesse IAA

München ist die beste Wahl für die Automesse IAA

München ist die beste Wahl für die Automesse IAA
Kommentar Von Stefan Stahl
04.03.2020

Plus Dass die Automesse in die Landeshauptstadt kommt, ist das Resultat einer cleveren Bewerbung und geht auf die Attraktivität der Metropole zurück.

Erfolg zieht immer mehr Erfolg an. Das ist die Münchner Siegerformel. Weil die Landeshauptstadt im Gegensatz zu Berlin einen leistungsfähigen internationalen Flughafen besitzt, von weltweit tätigen IT-Firmen geliebt wird und ein global führendes Zentrum der Fahrzeugindustrie ist, . Berlin war im Endspurt der Hauptkonkurrent um die Weiterführung der bisher in Frankfurt stattfindenden Schau.

Berlin mag „arm, aber sexy“ sein, wie der frühere Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit seine Stadt einst charmant rühmte, München ist reich und sexy zugleich – eine unwiderstehliche Mischung auch für die Auto-Bosse von Volkswagen, BMW, Daimler, Ford oder Opel. Sie haben letztlich entschieden, wohin die in Frankfurt heruntergewirtschaftete Messe kommt. Neben Berlin sind auch die anderen Interessenten Hamburg, Hannover, Stuttgart und Köln ausgeschieden.

München konnte mit einem cleveren Konzept des ohnehin erfolgreichen Messechefs Klaus Dittrich punkten: Er verwies auf den so in Deutschland einmaligen Mix in Greater Munich aus den Autobauern BMW und Audi, unzähligen Zulieferern bis in den Augsburger Raum hinein und vor Ort präsenten IT-Riesen wie Google. Der Erfolgs-Cocktail schmeckte den Auto-Chefs derart gut, auch weil die Branche neben der Elektrifizierung vor einer Welle der Digitalisierung steht. Autos entwickeln sich immer mehr zu rollenden Smartphones.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Autos, Fahrräder, E-Scooter für neue, grünere IAA

Im Großraum München sind alle Technologien versammelt, mit denen sich die IAA neu erfinden kann. Sie muss die Frankfurter Zeiten des PS-Geprotzes und Blech-Geprahles in riesigen Hallen hinter sich lassen und – wie das im Fachjargon heißt – eine Mobilitätsplattform statt einer Marketing-Mega-Veranstaltung erschaffen. Damit ist eine Messe gemeint, unter deren Dach leidenschaftlich und kontrovers über neue Konzepte diskutiert wird, wie Autofahren vernetzter, ökologischer und für Metropolen verträglicher gestaltet wird. Dafür ist München der ideale Ort.

Wer zu Stoßzeiten im Stau auf dem Mittleren Ring steht oder sich im Schneckentempo die Salzburger Autobahn Richtung Süden entlang quält, erkennt, dass es so nicht weitergeht. Wenn München – und hier ist die Stadt Opfer des eigenen Erfolgs – weiter wächst, muss der öffentliche Nahverkehr stärker als geplant ausgebaut und mit Autos, Fahrrädern und E-Scootern vernetzt werden. Derartige Themen bieten sich für eine neue, grünere IAA an.

Gelingt es München, der IAA neues Leben einzuhauchen?

In der Landeshauptstadt kann exemplarisch diskutiert werden, wie sich der Verkehrsinfarkt überwinden lässt. Es kommt aber auch darauf an, dass Messebesucher erleben, wie die neue Mobilität aussieht. Ideal wäre eine Mitmach-Show, bei der Interessierte Elektroautos und autonom fahrende Wagen testen können. Und warum sollen sich Messegäste nicht die Auto-Produktion bei BMW und Audi anschauen? Dann würde es sich anbieten, dass sie miterleben, wie Roboter bei Kuka in Augsburg entstehen, die in den Fabriken helfen, Fahrzeuge zu bauen.

Wenn es der Münchner Messe gelingt, der IAA neues Leben einzuhauchen, kann die Schau eine weltweit führende Veranstaltung werden und beweisen, dass Automessen weiter notwendig sind. Digitale Ersatzveranstaltungen, wie sie jetzt nach der Absage des Autosalons in Genf getestet werden, sind kein Ersatz für richtige Messen. Bei den Internet-Formaten können Autohersteller leicht kritischen Fragen ausweichen. Physische Messen haben einen enormen Vorteil, denn Autos sind emotionale Produkte: Man muss sie spüren, sich in sie setzen, sich in sie verlieben.

Das gilt auch für E-Autos.

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

03.03.2020

München ist die einzig mögliche Alternative zu Frankfurt.
Es ist sehr viel ausländisches Publikum vertreten und die Anbindung an z.B. Berlin (BER lässt Grüßen) ist ein absolutes Trauerspiel.

Lediglich München und Frankfurt haben einen leistungsstarken Flughafen, die sich international nicht verstecken müssen.

Deutschland ist eines der wenigen Ländern der Welt, wo die Hauptstadt die Wirtschaft des Landes richtig runter zieht. Insofern bin ich froh, dass die IAA ins leistungsstarke Bayern kommt und sich der Welt beweisen kann

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren