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Audi-Hauptversammlung

31.07.2020

Nach massivem Einbruch startet Audi eine Aufholjagd

Der Gewinn des Ingolstädter Autobauer Audi bricht in diesem Jahr massiv ein.
Bild: Armin Weigel, dpa

Im ersten Halbjahr ist der Autobauer in die roten Zahlen gerutscht. Der Konzern rechnet dennoch mit einem positiven Ergebnis für 2020.

Halbjahres-Bilanzen der meisten deutschen Aktiengesellschaften sind derzeit rot gefärbt. Vor allem die Monate April bis Juni – auch Corona-Quartal genannt – drücken die Ergebnisse tief ins Minus. Bei den Werten für die ersten drei Monate dieses Jahres kam vielen Unternehmen noch zugute, dass der Vor-Pandemie-Zeitraum Januar bis Februar noch gut für sie gelaufen ist. Doch insgesamt türmen sich zwischen Januar und Juni massive Verluste auf. So legte Audi am Freitag zur Hauptversammlung offen, dass der Konzern operativ rote Zahlen von 750 Millionen Euro schreibt, während im Vorjahreszeitraum hier noch ein sattes Plus von 2,3 Milliarden Euro angefallen ist. Der Gewinn-Einbruch ist die logische Konsequenz eines happigen Rückgangs anderer wesentlicher Finanz-Kennziffern, schließlich sind die Auslieferungen an Kunden von 906.180 auf 707.225 eingebrochen. Damit schmolz der Umsatz von rund 28,76 auf etwa 20,48 Milliarden Euro.

Audi-Finanzvorstand blickt optimistisch ins zweite Halbjahr 2020

Audi-Finanzvorstand Arno Antlitz zeigte sich aus Anlass der am heutigen Freitag stattfindenden digitalen Hauptversammlung dennoch zuversichtlich: „Wir starten mit einer robusten Liquidität in das zweite Halbjahr.“ Seinen Optimismus schöpft der Manager auch aus der Tatsache, dass zuletzt die Auslieferungen zwar ein Minus von 22 Prozent ausgewiesen haben, aber im Gesamtmarkt hier ein Rückgang von 28 Prozent zu verzeichnen war. Antlitz führt das auch auf die schnelle Reaktion des Ingolstädter Autobauers auf die Pandemie zurück. Das Unternehmen hat den Verkauf nämlich stärker digitalisiert, also mit virtuellen Auto-Showrooms und neuen Beratungsformen versucht, den Kontakt zu den Kunden aufrecht zu erhalten.

Audi: Ab September ist die Kurzarbeit beendet

Dabei kommen dem Autobauer auch die zahlreichen Lockerungen im Zuge der Corona-Krise zugute: In der Folge übergab Audi im Juni nur noch acht Prozent weniger Autos als im Vorjahresmonat. Seit Ende Juni wird in allen Audi-Werken wieder produziert. Die Zuversicht des Managements um Unternehmens-Chef Markus Duesmann und Finanzvorstand Antlitz zeigt sich auch darin, dass der Autobauer schon für September keine Kurzarbeit mehr für die Standorte Ingolstadt und Neckarsulm anmelden wird.

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Das Unternehmen startet also im zweiten Halbjahr eine Aufholjagd. Dennoch kann der Autobauer nach eigenen Prognosen nicht den Einbruch des ersten Halbjahres aufholen. Die Nachfrage werde „signifikant niedriger sein“. Auslieferungen und Umsatz würden deutlich unter dem Vorjahr liegen. Wie aber zuvor schon die Audi-Mutter Volkswagen rechnen auch die Ingolstädter für 2020 insgesamt mit schwarzen Zahlen. Der aus Sicht der Beschäftigten sicher interessante Bemerkung von Antlitz lautet daher: „Das operative Ergebnis wird jedoch klar positiv erwartet.“ Und der Satz spiegelt Zuversicht wider, auch wenn der Gewinn für dieses Jahr, wie die Audi-Verantwortlichen sagen, deutlich unter dem Vorjahreswert liegen werde.

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31.07.2020

Diese "Aufholjagten" kann man besonders anschaulich auf den Autobahnen beobachten. Davon abgesehen, in welchem Segment soll denn die Zukunft von Audi liegen ? Und wer kauft denn so teure Modelle, mit denen man vielleicht schon in ein paar Jahren in keine Stadt mehr reinkommt ?

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