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22.05.2017

Neue Runde im Streit um Glyphosat

EU-Kommission will Zulassung verlängern

In der Bundesregierung bahnt sich ein neuer Streit über das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat an. Während Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) mit einem weiteren Einsatz von Glyphosat auf den Feldern leben kann, lehnt Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) die von der EU-Kommission geplante Zulassungsverlängerung um zehn Jahre ab, berichtete der Tagesspiegel.

Die EU-Kommission hatte am Dienstag vergangener Woche Gespräche mit den Mitgliedstaaten über die weitere Zulassung von Glyphosat beschlossen. „Bei richtiger Anwendung des Wirkstoffs Glyphosat bestehen keine Zweifel an der gesundheitlichen Unbedenklichkeit“, sagte ein Sprecher des Bundeslandwirtschaftsministeriums dem Tagesspiegel. Das Umweltministerium pocht aber darauf, dass die Wirkung des Unkrautvernichtungsmittels auf die Artenvielfalt berücksichtigt wird. „Ein einfaches ,Weiter so‘ geht nicht“, betonte ein Ministeriumssprecher.

In der Bundesregierung wird damit gerechnet, dass die EU-Kommission noch vor der Sommerpause ihren Vorschlag zur weiteren Zulassung von Glyphosat vorlegt. Das Herbizid ist hoch umstritten. Nach einer monatelangen Hängepartie hatte die EU-Kommission Ende Juni vergangenen Jahres die Zulassung vorerst um anderthalb Jahre verlängert. Brüssel verweist aber darauf, dass Mitgliedstaaten auch nach einer verlängerten Zulassung individuell entscheiden können, ob sie Glyphosat bei sich verbieten wollen oder nicht. (afp)

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24.05.2017

Es gibt keine „richtige Anwendung“ von Glyphosat, wenn wir auf die Wissenschaftler und Ärzte hören, und eben nicht nur auf die Chemiekonzerne und Bauernlobby.

Und wenn es um die Gesundheit unserer Familien geht, sollten wir nicht Monsanto und dem Landwirtschaftsministerium vertrauen, sondern den Medizinern des 119. Deutschen Ärztetag, die sich 2016 für ein Verbot von Glyphosat ausgesprochen hat, denn:

"Glyphosat (...) DNA- und chromosomale Defekte in menschlichen Zellen verursacht". Und „ Für gentoxische Effekte besteht nach derzeitiger wissenschaftlicher Meinung kein unschädlicher Schwellenwert.“

http://www.presseportal.de/pm/9062/3337906

Über 100 wissenschaftlichen Studien, die nicht von Monsanto finanziert oder erstellt wurden, beweisen, dass Glyphosat Zell-, DNA-, Nieren-, Leber-, Hormone, das Autoimmunsystem und Darmbakterien schädigt sowie krebserregend ist:

http://www.umweltinstitut.org/images/gen/aktionen/Roundup/Studien-Glyphosat.pdf

Zudem haben Laborstudien mit Ratten gezeigt, dass bereits bei einer Glyphosatmenge von 4ng/kg Körpergewicht Leber- und Nierenschäden auftreten:

http://www.ackergifte-nein-danke.de/news/179-toxikologin-diese-studie-duerfte-das-ende-von-glyphosat-besiegeln/view.html


Das ist ein Skandal, denn eine Studie mit über 2000 Deutschen hatte belegt, dass 75% der Bevölkerung mindestens 0,5ng/ml und vor allem Kinder unter 9 Jahre bereits bis zu 4,2ng Glyphosatrückstände in 1ml Urin haben.

https://www.boell.de/de/2016/03/04/glyphosat-untersuchung-75-prozent-der-deutschen-deutlich-belastet


Da heißt: Unsere Kinder haben bereits 1000mal mehr Glyphosat im Körper als die Menge, die ausreichte, um bei Ratten Nieren- und Leberschäden auszulösen.
Nichtsdestotrotz behauptet das BfR weiterhin auf Basis der geheimen Studien von Monsanto, dass 3mg (also 3.000.000ng) Glyphosat pro kg Körpergewicht bei Kindern, Müttern, Rentnern, Kranken gesundheitlich unbedenklich seien.


Hinzu kommt, dass Monsanto gerade in den USA von hunderten Landwirten verklagt wird, weil sie wahrscheinlich durch die Nutzung von Roundup und Co ein Non-Hodgkin-Lymphom, eine Tumorart, bekommen haben. Und die dem US Gericht vorliegenden internen Emails belegen zudem, dass Monsanto die Glyphosatstudien selber erstellt hat, und dann externe Wissenschaftler nur noch dafür bezahlt hat, dass sie diese unterschreiben, wie die Süddeutsche hier dokumentiert:


http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/umstrittene-chemikalie-wie-monsanto-hinter-den-kulissen-agiert-1.3445002

In einer dieser Emails von 2009 schreibt die leitende Monsanto Toxikologin, Dr Donna Farmer, zudem, dass sie nicht sagen kann, ob Roundup krebserregend ist, da sie keine Studien dazu erstellt haben. Daher muss Glyphosat verboten werden und die Zulassung von Pestiziden neu und transparent reformiert werden.

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