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Sportbekleidung

13.06.2019

Nike wirbt mit Plus-Size-Puppen - Journalistin erntet für Kritik Shitstorm

Nike stellt in seinem neugestalteten Store in London Plus-Size-Schaufensterpuppen aus.
Bild: Nike

In einer Nike-Filiale in London steht seit Kurzem eine Schaufensterpuppe in Übergröße. Eine Journalistin wirft dem Sportartikel-Hersteller vor, Fettleibigkeit zu fördern.

Statt gertenschlanken Schaufensterpuppen mit durchtrainierten Bäuchen, langen Beinen und muskulösen Oberarmen steht im Nike-Flagship-Store in London seit einigen Tagen eine Puppe, die so gar nicht dem gängigen Klischee eines Mannequins entspricht: Die Figur hat breite Hüften, runde Oberschenkel und einen großen Busen. Sie sieht aus, wie viele echte Frauen eben aussehen.

Viel Lob für Plus-Size-Puppen von Nike

Schaufensterpuppen in Übergröße - in der Branche der Sportartikelhersteller ist dieser Vorstoß bisher einmalig. Damit reagiert Nike eigenen Angaben zufolge nicht nur auf eine steigende Nachfrage nach Übergröße-Artikeln: "Um Diversität und Inklusivität im Sport zu feiern, wird der neu geschaffene Platz nicht nur für visuelle Inhalte von angehenden und professionellen Athletinnen genutzt. Nike zeigt auch erstmals Plus-Size- und Behindertensport-Schaufensterpuppen in einem Verkaufsraum", begründet Nike die Aktion in einer Pressemitteilung.

Viele freuen sich, dass Nike seine Übergrößen-Kollektion nun auch sichtbar im Geschäft präsentiert. Seine erste Plus-Size-Kollektion brachte der Sportartikelhersteller im Jahr 2017 heraus. Die Plus-Size-Schaufensterpuppen sorgen jedoch nicht bei allen für Begeisterung. In einem Kommentar im britischen Telegraph wirft die Journalistin Tanya Gold dem Sporthersteller "gefährliche Lügen" vor und unterstellte dem Konzern, mit den Puppen Fettleibigkeit und Übergewicht zu bewerben und zu fördern.

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Journalistin kritisiert neue Nike-Puppe - und erntet Shitstorm

Die neue Schaufensterpuppe sei "immens, gigantisch, riesig", schreibt Gold in ihrem Kommentar. Die Plus-Size-Puppe sei "in jeder Hinsicht fettleibig" und sehe nicht so aus, als starte sie gleich zu einem Lauf in ihren Nike-Sportklamotten. Vielmehr sei sie "wahrscheinlich kurz davor Diabetes zu bekommen und braucht demnächst eine Hüftoperation", schreibt Tanya Gold weiter.

Auf Twitter hagelt es Kritik an Tanya Golds Äußerungen. Nutzerin Tegwen Tucker postet ein Foto von ihrem Körper und schreibt dazu: "Ich sehe aus wie diese Nike-Schaufensterpuppe und ich habe in diesem Jahr schon einen Zehn-Kilometer-Lauf, einen Halbmarathon und einen Marathon hinter mir. [...] Wer glaubt, dass dicke Frauen nicht laufen können, hat doch keine Ahnung."

 

Auch Twitter-Nutzerin Lisa Jay läuft viel: "Neun Marathons, drei Ultra-Marathons, 165 Parkruns (Anmerkung der Redaktion: Fünf-Kilometer-Läufe)". Laut ihrem Tweet ist sie "übergewichtig, aber fit und gesund" und eine "Hüftprothese oder einen Diabetes-Test" brauche sie auch nicht.

Nutzer Steven Rees wirft dem Telegraph vor, übergewichtige Menschen mit Artikeln wie dem Kommentar von Tanya Gold zu entmutigen, sich zu bewegen.

Öffentliche Entschuldigung des Telegraph auf Twitter gefordert

Noch weiter geht Nutzerin Jameela Jamil. Sie fordert eine öffentliche Entschuldigung des Telegraph für einen Artikel, "der zu Hass und Mobbing anstachelt".

Twitter-Nutzerin Amy Featherstone ist der Meinung, dass alle Körper, die Sport treiben, gefeiert werden sollten. Sie weist zudem auf die Vorteile hin, die Bewegung neben der körperlichen auch auf die psychische Gesundheit hat. (sli)

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