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Porträt

03.02.2014

Nikolaus von Bomhard: Angesehener Munich-Re-Chef trotz Sex-Skandal bei Ergo

Nikolaus von Bomhard ist einer der angesehensten Vorstandsvorsitzenden.
Bild: Tobias Hase/dpa

Munich-Re-Chef Nikolaus von Bomhard ist einer der angesehensten Vorstandsvorsitzenden – und das trotz des Sex-Skandals bei Ergo

Der 57-jährige Jurist hält sich schon zehn Jahre an der Konzernspitze. In seinen dosierten öffentlichen Auftritten wirkt von Bomhard immer gleich: Der Mann mit dem spärlichen Haar hält an der runden Brille mit dünnem Rahmen fest. Sie wirkt wie ein Statement gegen den hornbrilligen Zeitgeist. Säße er neben einem in der U-Bahn, kaum einer würde ihn als einen der mächtigsten Manager der Welt erkennen. Dem Beobachter käme nicht in den Sinn, den schlanken Mann mit dem freundlichen Lächeln in die Ecke eines Riesen mit 45 000 Mitarbeitern und Kapitaleinlagen von 218 Milliarden Euro zu stellen.

Mit dem Fahrrad zur Arbeit

Auch wenn der Manager, bepackt mit zu Hause studierten Akten, an einem im Münchner Englischen Garten vorbeiradelt, wirkt er wie ein Mathematik-Professor der nahen Uni. Wäre von Bomhard einer der auf Selbstinszenierung bedachten Manager, er würde seine Pressemannschaft erklären lassen, per Zweirad seinen Beitrag zur Rettung des Weltklimas zu leisten. Der Munich-Re-Chef lässt die Chance verstreichen und sagt: „Das Fahrrad ist schlicht das schnellste Fortbewegungsmittel in München. Ich mache das nicht allein, um das Klima zu schützen.“ Dabei leidet Munich Re als Versicherer der Versicherer finanziell massiv darunter, wenn es durch den Klimawandel immer mehr Naturkatastrophen gibt.

Dünnhäutig nach Sexskandal 

PR-Profis mögen die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, auch wenn von Bomhard als Ehemann und Vater zweier Kinder erklärt, „kein Meister des Auspendelns zwischen Privat- und Berufsleben zu sein“. Er arbeitet viel. Und obwohl der im fränkischen Gunzenhausen geborene Manager auf Zurückhaltung bedacht ist, hat er fast durchweg eine gute Presse. Mit Vorliebe werden ihm Attribute mit einem „B“ zugedacht: Vom bedächtigen, besonnenen, bescheidenen Mann ist die Rede. Er beherrsche die Kunst, mit der Hereinnahme von Risiken in die Bilanz in einer Weise zu jonglieren, dass der Konzern am Ende solide aufgestellt bleibt. Nur einmal litt von Bomhard indirekt unter einem Skandal. Es waren schwere Monate, als herauskam, dass Mitarbeiter der heutigen Konzern-Tochter Ergo einst in Budapest eine Sex-Sause im Jugendstilbad gefeiert haben. Der sonst coole Munich-Re-Chef wirkt bei dem Thema bis heute dünnhäutig: Es ärgere ihn „tierisch“, dass wenige Beschäftigte dem Ruf von Ergo einen lang anhaltenden Schaden zugefügt haben.

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