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Ohne neue Windräder muss die Braunkohle bleiben

Ohne neue Windräder muss die Braunkohle bleiben
Kommentar Von Christian Grimm
21.01.2020

Die Umweltverbände fühlen sich von der Bundesregierung betrogen. Die hält jetzt doch länger an Braunkohlekraftwerken fest als vereinbart. Das ginge auch nicht anders.

Warum die deutsche Energiewende mit ihrem Abschied von Kohle- und Atomkraftwerken so schwierig ist, lässt sich wunderbar auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos lernen. Auch dort soll der Klimaschutz das beherrschende Thema werden. Doch in der Eröffnungsrede von US-Präsident Donald Trump spielte es mit einer einzigen Ausnahme keine Rolle. Trump will Bäume pflanzen gegen die Erhitzung der Erde. Ansonsten feierte er die Unabhängigkeit der US-Wirtschaft von Öl- und Gasimporten.

Durch die umstrittene Förderung der beiden Brennstoffe aus Schiefergestein fällt die Stromrechnung für Verbraucher und Unternehmen günstig aus. „Es gibt keinen besseren Platz auf der Welt als die Vereinigten Staaten“, sagte Trump in den verschneiten Schweizer Bergen. Alle Nationen sollten dem Beispiel der USA folgen. Strom kostet dort für Firmen nur halb so viel wie in Deutschland, die US-Konsumenten zahlen ein Drittel der deutschen Preise.

Beim Kohleausstieg muss die Bundesregierung an die Industrie denken

Beim Kohleausstieg muss die Bundesregierung genau das im Blickfeld haben, um die Großverbraucher aus der deutschen Industrie im internationalen Wettbewerb nicht zu schwere Lasten aufzubürden. Der Strom muss erstens zuverlässig fließen und zweitens sollte sein Preis nicht noch viel weiter in luftige Höhen klettern. Die Umweltverbände in Deutschland beklagen nun, dass sie betrogen worden sind.

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Bund und Länder haben sich darauf verständigt, dass die besonders klimaschädlichen Braunkohlekraftwerke länger am Netz bleiben als in der Kohlekommission verabredet. Die Klimaschützer bekommen gerade von ihren Anhängern mächtig Druck, wie sie es zulassen konnten, dass alte Kraftwerke weiter laufen, da doch anderes vereinbart schien. Dahinter steckt ein anderes Problem.

Für die Industrie sind steigende Preise weniger schlimm als eine einbrechende Stromversorgung

Die Turbinen können ohnehin nicht abgestellt werden, wenn nur so wenige Windräder aufgestellt werden wie in den vergangenen zwei Jahren. Dann fehlen die Ersatzlieferanten für Strom. Die sichere Versorgung wäre nicht mehr gegeben. Für die Industrie sind ausgehende Lichter der größere Horror als steigende Preise. Für Politiker gilt das genauso, da sie die Wut der Wähler fürchten müssen. Aus diesem Grund geht die Bundesregierung auf Nummer sicher und besänftigt zum Leid der Kimaaktivisten gleichzeitig die Energieversorger.

Lesen Sie dazu auch: Klimaschützer fühlen sich abgezockt bei Kohleausstieg - und drohen mit Protest

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23.01.2020

... ohne Infrastruktur sollte man gar nichts abschalten bzw. ändern … wer ist der verantwortliche Projekt-Manager dieses Wahnsinns !? Es werden Schritt 3 und 4 beschlossen und gegangen, bevor Schritt 1 und 2 überhaupt überlegt werden - das ist das Arbeits-Muster, das Deutschland überall hinterherhinken lässt … wenn man sich schon entscheidet, strukturell Vorreiter zu werden, müssen entsprechende Voraussetzungen geschaffen werden, bevor man vorschnell den "Saubermann" gibt … wo sind die Garantien der Sicherung des Mindeststrombedarfs - wo sind die die Ladesäulen/Wallpacks/3-Minutentakte im kostengünstigeren(-freien) ÖPNV/verbreiterten und überall verfügbaren Radwege/die erschwinglichen E-Mobile/etcetcetc für die 40 Mio Arbeitnehmer/Haushalte, die ja irgendwie in die Arbeit kommen müssen, um das alles steuerbasiert zu bezahlen !? Man nehme die Stunden zw. 15:30h und 18:00h, wenn der größte Teil nach hause kommt und seine E-Klitsche anschließt - da geht dann das Restlicht aber aus ! Man hätte kombiniert starten müssen und immer, wenn eine Kapazität in "sauber" stabil transferiert wurde, kann man die andere "schmutzige" abstellen - alles Andere sind Öko-Phantasien !

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22.01.2020

"Beim Kohleausstieg muss die Bundesregierung an die Industrie denken"

Schon vergessen, dass auf diese Weise nicht mal die zugesagten Klimaziele erreicht wurden.
An erster Stelle muss auf Grund wissenschaftlicher Erkenntnisse an unsere Kinder und Enkelkinder gedacht werden. Die Leser einer seriösen Zeitung zum Nachteil unserer Kinder und Enkelkinder zu beeinflussen trifft längst nicht mehr den aktuellen Wandel zum Klimaschutz. Eine Denkweise, die sich nach den aktuellen Erkenntnissen der Wissenschaft richtet ist leider noch nicht zu Herr Grimm durchgedrungen. Ein Umdenken zum Klimaschutz wäre durchaus angebracht. Die Augsburger Allgemeine könnte mit gutem Beispiel vorangehen, denn die Umweltverträglichkeit ist bei einem Großteil der Bevölkerung noch nicht angekommen,

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21.01.2020

Ohne neue Windräder sollte man die guten Arommeiler nicht sinnlos abschalten. Die Franzosen und fast alle Nachbarn um Deutschland bauen neue Atomwerke aber Deutschland schaltet die gut gabauten und gepflegten Meiler ab. Wie hirnverbrannt ist diese Politik. Ich mag das Atomzeug auch nicht, aber den Atommüll haben wir schon, ob es etwas mehr oder weniger ist, ist eigentlich egal.

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