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18.03.2009

RWE verkauft deutsches Gasnetz

RWE verkauft deutsches Gasnetz
Bild: DPA

Brüssel/Essen (dpa) - Der Energiekonzern RWE verkauft sein deutsches Ferngasnetz. Der Branchenzweite reagiert damit auf den Druck der EU-Kommission, die im Gegenzug am Mittwoch in Brüssel ein laufendes Kartellverfahren einstellte.

Dabei ging es um eine angebliche Behinderung von Konkurrenten bei Gasleitungen in Nordrhein-Westfalen. Es drohte eine milliardenschweres Strafgeld.

Das Netz von RWE hat eine Länge von rund 4000 Kilometern und liegt in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. RWE besitzt damit ein Zehntel des deutschen Netzes. Es hat nach dpa-Informationen einen Wert von unter eine Milliarde Euro. Die Kommission berichtete: "RWE wird den Verkauf seines Netzes unter der Aufsicht eines Treuhänders abwickeln. Alle Käufer müssen von der Kommission genehmigt werden."

Ein Konsortium aus 36 Stadtwerken und regionalen Versorgungsunternehmen prüft bereits ein Angebot an RWE. Es soll voraussichtlich im Mai abgegeben werden. Das Konsortium, zu dem auch die niederländische Gesellschaft Gasunie gehöre, wolle das Netz erwerben, bestätigte ein Sprecher der Bochumer Stadtwerke. Bei den Stadtwerken und Regionalversorgern handelt es sich um Unternehmen, die im Bereich des RWE-Fernleitungsnetzes Verteilnetze betreiben. Gasunie verfolge keine eigenen Lieferanten-Interessen und solle das Netz betreiben.

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EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes begrüßte die Verkaufsofferte von RWE: "Diese äußerst umfassenden Verpflichtungszusagen werden die deutschen Gasmärkte grundlegend verändern und bieten die Aussicht auf mehr Wettbewerb und größere Wahlmöglichkeiten für die Verbraucher." Nach Angaben ihres Sprechers erwartet die Behörde wettbewerbsfähigere Preise.

Die Wettbewerbshüter hatten die Offerte von RWE mehrere Monate geprüft. Die Lösung ist jetzt rechtsverbindlich. Eine "vorläufige Beurteilung" der Brüsseler Kartellwächter ergab, dass RWE auf den Gastransportmärkten in seinem Gebiet den Markt beherrsche. Auf Druck der Kommission hatte sich bereits E.ON von seinem Hochspannungsnetz getrennt.

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