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Kampf gegen Terror

03.02.2016

Regierung will Bargeld-Limit von 5000 Euro

Das Bargeld-Limit soll zwischen 2000 und 5000 Euro liegen.
Bild: Symbolbild, Patrick Seeger (dpa)

Die Bundesregierung möchte ein Bargeld-Limit von 2000 bis 5000 Euro einführen. Innerhalb der EU dürften dann höhere Summen nur noch elektronisch bezahlt werden.

Wer ein Auto oder ein teures Möbelstück bar bezahlen möchte, könnte in Zukunft enttäuscht werden: Die Bundesregierung setzt sich dafür ein, innerhalb der Europäischen Union eine Bargeld-Obergrenze einzuführen – unter anderem, um Geldtransfers zwischen Terroristen zu erschweren. Alle Summen, die darüber hinaus gehen, müssten elektronisch beglichen werden.

Im Gespräch sind nach Angaben einer Sprecherin des Finanzministeriums Obergrenzen von 2000 bis 5000 Euro, wobei die Regierung das höhere Limit favorisiere. „Wir sind mit unseren Überlegungen noch ziemlich am Anfang“, heißt es aus dem Ministerium. Sollte sich der Ansatz der Regierung innerhalb Europas nicht durchsetzen lassen, werde man auch über eine nationale Lösung nachdenken.

Bargeld-Limit von 5000 Euro sorgt für Kritik

Von einer solchen Regelung betroffen wären vor allem der Möbelhandel, Verkäufer von Uhren und Schmuck sowie „ganz generell das Luxus- oder Premiumsegment“, sagt Bernd Ohlmann. Der Geschäftsführer des Handelsverbands Bayern sieht den Vorstoß der Regierung kritisch: „Der Staat sollte sich nicht einmischen, wie wir mit unseren Kunden abrechnen.“ Ohlmann fürchtet, dass eine Obergrenze den Weg für eine Abschaffung des Bargelds bereitet. Das wäre nach Meinung des Experten ein Schritt, der an der Realität im Handel vorbeigeht.

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„Bares ist noch immer Wahres“, betont Ohlmann. Über 50 Prozent aller Geschäfte in Deutschland würden weiterhin bar abgewickelt. „Die Deutschen sind einfach anders drauf als manch andere Nationalitäten“, erläutert er. „Die wollen einfach den Überblick haben, wie viel Geld sie noch in der Tasche haben.“

Auch Thomas Petri hält wenig von einer Bargeld-Obergrenze. Für den bayerischen Datenschutzbeauftragten würde der Staat mit einem solchen Limit die Grundrechte des Menschen beschneiden. Ein solcher Eingriff ist seiner Meinung nach nur gerechtfertigt, wenn es einen plausiblen und nachvollziehbaren Grund gibt.

Das Argument der Terrorbekämpfung, das die Bundesregierung als wichtigstes Motiv anführt, hält Petri für vorgeschoben. „Das kann ich nicht nachvollziehen“, sagt er. Es mag sein, dass im internationalen Terrorismus viel Bargeld ausgetauscht werde, räumt er ein. „Daran wird aber auch eine Bargeld-Grenze nichts ändern.“

Auch Geldwäsche soll das Bargeld-Limit von 5000 Euro erschweren

Neben dem Kampf gegen Terroristen nennt das Finanzministerium vor allem das Problem der Geldwäsche als wichtigen Grund, warum ein Limit sinnvoll wäre. Eine von der Behörde in Auftrag gegebene Studie kommt zu dem Schluss, dass besonders die Bargeldzahlungen im Einzelhandel häufig ein Einfallstor für Geldwäsche seien. Die Wissenschaftler der Universität Halle-Wittenberg empfehlen deshalb ganz konkret eine Transaktions-Obergrenze von 2000 bis 5000 Euro.

Datenschützer Petri fürchtet, dass das Bargeld-Limit am Ende noch niedriger sein könnte. Der Leidtragende sei der Verbraucher. Denn je niedriger die Grenze ausfalle, desto stärker sei der Alltag jedes Einzelnen betroffen.

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Die Diskussion ist geschlossen.

03.02.2016

Tja, die Träume von den Vereinigten Staaten von Europa, hat seinen €-Preis .... Brite müsste man sein ...
God save the Queen ....

Weniger arbeiten ist mehr ...

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03.02.2016

So ein Schwachsinn! Hat hier jemand schon versucht 2001 Euro mit der EC-Karte zu bezahlen?

Das Kartenlimit wurde eingeführt, um den Schaden bei Verlust oder Diebstahl zu begrenzen. Sollte man grössere Beträge nun mit Karte bezahlen müssen, würde ich gerne wissen, wer dann für evtl. Schäden aufkommt.

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03.02.2016

lt.Statista wird für 2015 ein Umfang der Schattenwirtschaft in Deutschland von rund 12,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) prognostiziert. Das sind in absoluten Zahlen 339 Milliarden Euro.

Zum Vergleich: der Bundeshaushalt der BRD betrug für das gesamte Jahr 2015 "NUR" 300 Milliarden Euro.

Wer glaubt, der Schattenwirtschaft in ihrer Komplexität den Garaus machen zu können, wird sich verwundert die Augen reiben. Ein Bargeldverbot und schon dessen Einschränkung haben nur ein Ziel, nämlich die vollständige Kontrolle über den immer gläsernen Normal-Bürger zu erlangen.

Da ist auch der eine oder andere Terrorist als Argumentationshilfe durchaus Willkommen Frau Merkel, ähm Herr Gabriel, Gelle ?

Also bitte erst einmal Gehirn einschalten und das nachplappern peinlicher Kommentare der Öffentlich Geislichen so lange einstellen.

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03.02.2016

Na und - was bringts? Wenn ein Gauner dem anderen Gauner 100.000 € in bar gibt - wer merkt das. Es müssen nicht mal Gauner sein. Wers etwas schlau anfängt - dem kommt man doch nicht dahinter.

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03.02.2016

Am besten wie in Italien 1.000 EUR oder wie in Greichenland 1.500 EUR.

Aber in Zukunft, nur noch Plastik-Geld, dann gibt es kein Falschgeld,keine Schattenwirtschaft und kein Schwarzgeld.

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