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Kuka

01.12.2018

Reuter-Abgang: Kuka-Chefaufseher Gu spricht erstmals über die Gründe

Andy Gu ist Aufsichtsratschef bei Kuka.
Bild: Ulrich Wagner (Archiv)

Vor einer Woche musste Kuka-Boss Reuter gehen. Jetzt hat sich der Aufsichtsratschef in einem Interview erstmals zu der umstrittenen Personalie geäußert.

Eine Woche ist es her, dass Kuka mit einer knappen Meldung kurz vor Mitternacht die Ablösung von Vorstandschef Till Reuter einleitete. Im Dezember muss der 50-jährige Manager nach fast zehn Jahren an der Kuka-Spitze seinen Posten räumen. Andy Gu, Aufsichtsratschef des Konzerns, hat sich nun in einem Interview mit der Welt erstmals zu den Gründen geäußert.

Gu, der gleichzeitig stellvertretender Präsident des chinesischen Kuka-Mutterkonzerns Midea ist, attestierte Reuter, „in den letzten zehn Jahren viel für Kuka geleistet“ zu haben. Allerdings sei der Roboterbauer in den vergangenen zwei Jahren „gegenüber den Wettbewerbern zurückgefallen“ und habe Marktanteile verloren. „Der chinesische Markt entwickelt sich nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben.“ Kuka hatte zuletzt eine Gewinnwarnung herausgeben müssen. Die Geschäfte laufen aktuell weniger gut - auch wegen der weltweiten Handelskonflikte.

Er habe deshalb das Gespräch mit Reuter gesucht, sagte Gu der Zeitung. Beide seien gemeinsam zu der Entscheidung gekommen, „dass die Zeit für einen Wechsel an der Konzernspitze gekommen ist“.

Midea bekennt sich zur Kuka-Strategie

Gu beteuerte, dass die Personalie keine Auswirkungen auf die Investorenvereinbarung haben werde, die Midea den Kukanern in Augsburg bei der Übernahme vor zweieinhalb Jahren gegeben hat: „Midea bekennt sich zur Augsburger Zentrale und den Standorten sowie zur bestehenden Kuka-Strategie.

Gleichzeitig betonte er aber auch gegenüber der Zeitung, dass China für den zukünftigen Erfolg von Kuka entscheidend sei. „Das ist ähnlich wie bei den deutschen Autoherstellern. Die haben ihre Konzernzentralen weiter in Deutschland, treiben etliche Schlüsselentwicklungen aber in China voran.“

Neuer Kuka-Vorstand soll drei Mitglieder haben

Bei der Frage, wie der neue Vorstand aussehen soll, hielt sich der Chefaufseher bedeckt. 

Interims-Nachfolger von Till Reuter wird am 6. Dezember Peter Mohnen, bisher für Finanzen im Vorstand zuständig. Andreas Pabst übernimmt vorübergehend den Posten des Finanzvorstands. Wie berichtet, will Kuka den Vorstand um eine Person mit einem mehr technischen Hintergrund erweitern. Zur Frage, ob der neue Manager auch neuer CEO wird, wollte Gu sich im Interview nicht äußern. Aktuell werde „intern und extern“ nach Kandidaten Ausschau gehalten. (schsa)

Auch in der aktuellen Folge unseres Podcasts "Bayernversteher" geht es um Kuka. Chefkorrespondent Stefan Stahl, der das Unternehmen bereits seit vielen Jahren intensiv beobachtet, analysiert gemeinsam mit Michael Stifter, Leiter des Ressorts Politik und Wirtschaft, die Lage beim Augsburger Roboterbauers. Hier können Sie reinhören:

 

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02.12.2018

Unternehmen agieren nicht im luftleeren Raum. China ist keine liberale Demokratie mit einer sozialen Marktwirtschaft. China verfolgt langfristig strategische Ziele. Nicht auszuschließen, dass Kuka da nur eine kleine Figur auf einem großen Schachbrett ist.

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