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Luftfahrt

22.03.2017

Ryanair wird in Memmingen heimisch

Eine Ryanair-Maschine ist ab Herbst in Memmingen stationiert.
Bild: Markus Raffler

Die Fluglinie stationiert ab Herbst eine Maschine fest am Allgäu-Airport und weitet ihr Angebot aus. 2018 will der Flughafen eine wichtige Marke reißen

Die irische Fluggesellschaft Ryanair arbeitet künftig noch enger mit dem Allgäu-Airport zusammen: Ab Oktober wird Ryanair eine Maschine fest in Memmingen stationieren, zudem steigt die Zahl der Verbindungen ab und nach Memmingen mit dem Winterflugplan von zehn auf 17. „Wir wollen in Deutschland weiter stark wachsen – und Memmingen ist fester Bestandteil dieser Planung“, sagte Kenny Jacobs, Marketingchef von Ryanair, gestern bei einer Pressekonferenz im Flughafen. Die Aufwertung des Airports macht ihn zur zehnten deutschen „Base“ der Billigfluglinie, die immer wieder wegen ihrer Discount-Preise und Sparmaßnahmen in der Kritik ist. Für den Flughafen bedeutet laut Personalchef Eddie Wilson 30 neue Arbeitsplätze – vorrangig Piloten und Kabinenpersonal, aber auch Techniker.

Eine blau gefärbte Kunststoff-Kuh war gestern gefragtes Fotomotiv am Flughafen: Kenny Jacobs und Airport-Chef Ralf Schmid rückten dort vor Journalisten zusammen, um ihren Schulterschluss zu symbolisieren. Ryanair sehe einen ihrer künftigen Schwerpunkte im Deutschland-Geschäft, sagte Jacobs, der ebenso wie Personalchef Wilson eigens aus Irland angereist war. Der Marketingchef kalkuliert aufgrund zusätzlicher Linien und neuer Standorte für 2017/18 mit einem Anstieg der Fluggäste um 20 Prozent auf 17,5 Millionen.

In Memmingen, wo Ryanair seit 2009 präsent ist, sollen es sogar 40 Prozent mehr sein. „Wir rechnen dort ab Oktober mit 825000 Fluggästen pro Jahr.“ Erreicht werden soll dies in erster Linie dank neuer Flugziele ab dem Winterflugplan – neben Warschau, Sevilla, Thessaloniki, Fes (Marokko) und Lviv (Ukraine) nannte Ryanair gestern auch Stockholm und Oradea (Rumänien). Zudem werde Palma de Mallorca künftig auch im Winter angeflogen. Innerdeutsche Ziele sind dagegen laut Jacobs derzeit kein Thema: Hier mache die deutsche Luftverkehrssteuer, die dann doppelt anfiele, der Airline und ihrer Strategie der Billigtickets einen Strich durch die Rechnung. Auch Airport-Chef Schmid forderte gestern die Abschaffung dieser nationalen Abgabe: „Das trifft die Regionalflughäfen, nicht die Großen.“

Schmid bestätigt die Prognose der Passagierzahlen: 2017 plane der Airport mit 1,1 Millionen, 2018 mit 1,2 Millionen Abfertigungen. Der Großteil davon entfalle auf Ryanair, der Rest auf die Fluggesellschaft Wizz-Air, die von Memmingen aus Ziele in Osteuropa bedient. Den Gesamtumsatz des Airports 2016 beziffert Schmid auf etwa elf Millionen Euro – inklusive Zusatzeinnahmen, etwa durch Immobilien und Parkgebühren. Unterm Strich verbucht der Airport aufgrund von Altschulden jährlich ein Defizit von etwa einer Million Euro. Der Flugbetrieb selbst schreibt dem Airport-Chef zufolge jedoch schwarze Zahlen.

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