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EZB-Politik

22.04.2015

Schwacher Euro treibt Spritpreise in die Höhe

Schwacher Euro macht Benzin noch teurer. Vor allem Importprodukte werden für Verbraucher teurer
Bild: DPA

Verbraucher spüren das umstrittene EZB-Programm zur Euro-Rettung. Benzinpreise steigen und auch Importprodukte werden für den Verbraucher teurer.

Autofahrer müssen mit höheren Ausgaben rechnen. Die Kraftstoffpreise an deutschen Tankstellen stiegen allein in diesem Jahr um mehr als zehn Prozent. Super und Super E10 kosten 15 Cent pro Liter mehr als im Januar, bei Diesel sind es acht Cent. Die Preissteigerung hängt stark mit dem schwachen Euro zusammen. Die Gemeinschaftswährung verliert gegenüber dem Dollar immer weiter an Wert.

„Die Abwertung des Euro ist beträchtlich im historischen Vergleich“, sagt der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer. Innerhalb eines Jahres sank der Euro um 31 Cent gegenüber dem US-Dollar, gestern Abend stand er knapp unter 1,07 Dollar. Zuletzt erreichte der Euro vor zwölf Jahren diesen Tiefpunkt. Ausgelöst hat den Wertverlust die Europäische Zentralbank, die mit viel billigem Geld die Konjunktur anschieben will. Zu dem umstrittenen Programm der Euro-Rettung gehört dabei unter anderem die Null-Zins-Politik. Für die deutsche Wirtschaft birgt das sowohl Vor- als auch Nachteile.

Die Exportwirtschaft könnte vom schwachen Euro profitieren

Während Autofahrer an Tankstellen wegen des schwachen Euro und steigenden Ölpreisen mehr bezahlen als im Januar, könnte die Exportwirtschaft profitieren. Denn viele Produkte mit Euro-Preis sind beispielsweise in den USA günstiger geworden. „Auf Sicht von ein bis zwei Jahren kann das einen Exporteffekt geben“, sagt Commerzbank-Volkswirt Krämer. Davon könnten zum Beispiel deutsche Autohersteller profitieren. Einen langfristigen Effekt erwarte er aber nicht.

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Auch die führenden Wirtschaftsinstitute rechnen für die Konjunktur mit positiven Auswirkungen durch den schwachen Euro und die steigenden Ölpreise. Noch vor einem halben Jahr gingen sie von einem Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent aus. Inzwischen erwarten sie, dass das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr über zwei Prozent steigt. Eine wichtige Stütze sei dabei neben dem Export auch immer stärker der rege Konsum der Deutschen, sagt Krämer.

Verbrauchern drohen höhere Kosten für Importprodukte

Der Import könnte dagegen ein großer Verlierer der EZB-Politik sein. Deutsche Firmen, die ihre Rohstoffe in Dollar bezahlen, müssen höhere Preise zahlen. Auch Verbrauchern drohen höhere Kosten für Importprodukte. Die Preise für Heizöl stiegen von Februar auf März um knapp zwei Prozent. Nach einer Branchen-Umfrage der Welt werden Mode und Schuhe um bis zu zehn Prozent teurer. Auch Apple erhöhte bereits manche Euro-Preise um bis zu 300 Euro. Außerdem wird der Urlaub beispielsweise in den USA teurer, sagt Krämer.

Und wie entwickeln sich die Benzin- und Dieselpreise weiter? Ein leichter Preisanstieg ist denkbar, sagt der ADAC-Verkehrsexperte Jürgen Albrecht. Er erwartet in diesem Jahr aber „keine großen Preissprünge“. Rainer Wiek vom Energieinformationsdienst wagt sich nicht an eine Prognose, betont aber: „Die Benzinpreise schwanken sehr stark in Deutschland.“ Das momentane Niveau sei im Vergleich zum Vorjahr günstiger.

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