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05.06.2009

Sieben Semmeln für einen Spaziergang

Augsburg/Düsseldorf (huda) - Ein Semmel-Index der besonderen Art: Wer beim Frühstücksbrötchen sparen will, sollte nicht allein auf den Preis achten. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen errechnete, dass die Wahl des Fortbewegungsmittels entscheidend ist. Wer nicht sein Auto startet, sondern sich zu Fuß oder mit dem Rad auf den Weg macht, kann für das gesparte Geld sieben Semmeln mehr kaufen.

Denn gerade Kurzstrecken sind mit dem Auto teuer: Der kalte Motor braucht auf den ersten Kilometern bis zu 35 Liter Sprit pro 100 Kilometer - das ist laut Verbraucherzentrale noch mehr als tonnenschwere Geländewagen normalerweise schon fressen. Erst ab dem vierten Kilometer würde sich der Verbrauch allmählich auf das Durchschnittsniveau einpendeln.

Von den Spritkosten einmal abgesehen, schadet der schnelle Flitz zum Bäcker auch dem Klima ganz erheblich: Mit dem erhöhten Benzinverbrauch steigt der Kohlendioxid (CO2)-Ausstoß. Bis zu einem Kilogramm pro Kilometer produzieren Autofahrer auf der Kurzstrecke. Fußgänger und Radler verursachen kein Gramm des Klimagiftes.

Rechnet der Autofahrer zu dem erhöhten Benzinverbrauch noch die Kosten für Anschaffung und Unterhalt seines Autos, so addiert sich die kurze Fahrt auf mehr als zwei Euro. Eine Semmel kostet nach Angaben der Verbraucherzentrale im Schnitt 27 Cent - wer den Spaziergang oder das Rad zum Einkauf bevorzugt, darf also sieben Semmeln mehr mitnehmen. Und das lästige Parkplatzsuchen, das nicht selten schon den ersten Stressfaktor am Morgen ausmacht, fällt natürlich auch weg.

Nur herumgesprochen haben sich all die Vorteile noch nicht: Acht Milliarden Mal pro Jahr drücken die Deutschen für eine Kurzstrecke unter einem Kilometer das Gaspedal. Auch das ermittelte die Verbraucherzentrale. Dafür könnte jeder der Autofreaks mehr als sieben Semmeln mehr bekommen.

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