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Konzernumbau

06.02.2015

Siemens streicht 7800 Stellen - München und Erlangen betroffen

Siemens-Chef Joe Kaeser hat für die Beschäftigten des Konzerns wenig gute Nachrichten. Foto: Peter Kneffel

Dem Umbau bei Siemens fallen weltweit Tausende Jobs zum Opfer, auch die deutschen Standorte trifft es hart. Konzernchef Kaeser legte nun die offiziellen Pläne vor - die Arbeitnehmervertreter sind alarmiert.

Der Elektrokonzern Siemens streicht bei seinem tiefgreifenden Umbau weltweit rund 7800 Arbeitsplätze, davon etwa 3300 in Deutschland. Das teilte das Unternehmen am Freitag in München mit. Es gehe vor allem um Verwaltungsstellen.

"Mit unserem Unternehmenskonzept Vision 2020 wollen wir das Unternehmen wieder auf nachhaltigen Wachstumskurs bringen und die Profitabilitätslücke zu den Wettbewerbern schließen", erklärte Vorstandschef Joe Kaeser. Bereits bekannt ist, dass zusätzlich in der Siemens-Energiesparte rund 1200 Jobs wegfallen sollen.

Man werde nun zeitnah in Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern eintreten und konstruktiv nach sozialverträglichen Lösungen suchen, erklärte die neue Siemens-Personalchefin Janina Kugel. Betriebsbedingte Kündigungen sollten entsprechend geltender Vereinbarungen in dem Unternehmen vermieden werden.

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Eckpunkte der geplanten Kürzungen an den deutschen Siemens-Standorten

Bundesweit am stärksten trifft es nach Angaben aus Unternehmenskreisen den Standort Erlangen mit rund 900 Stellen. In Nürnberg sollen etwa 300 Jobs wegfallen. Insgesamt arbeiten für Siemens im Großraum Erlangen/Nürnberg/Fürth rund 46.000 Menschen - etwa 40 Prozent der 115.000 Siemens-Beschäftigten in Deutschland.

Zu den weiteren Schwerpunkten der angekündigten Kürzungen gehören der Konzernsitz in München mit rund 500 Stellen, die von den Streichungsplänen betroffen sind, sowie mehrere Standorte in Nordrhein-Westfalen mit insgesamt rund 300 Stellen, darunter unter anderem Mülheim und Duisburg.

Die übrigen rund 1300 Stellen, die deutschlandweit abgebaut werden sollen, verteilen sich auf die zahlreichen Siemens-Niederlassungen im ganzen Land - darunter beispielsweise auch Berlin. An diesen Standorten wird der Abbau geringer ausfallen, genaue Zahlen dazu können derzeit aber noch nicht genannt werden. Konzernweit will Siemens zudem etwa 1200 Stellen in der Energiesparte streichen. Zum deutschen Anteil gab es hierbei noch keine Angaben.

Siemens will mit Umbau eine Milliarde Euro Kosten sparen

Kaeser hatte den größten Konzernumbau seit 25 Jahren im Mai 2014 gestartet. Die Sektoren-Einteilung des Geschäfts wurde gekippt, die Zahl der Divisionen von 16 auf neun reduziert. Die Medizintechnik wird verselbstständigt, auch der Verkauf von Randaktivitäten wie der Hörgerätesparte gehört zu dem Konzept.

Mit dem Umbau will Siemens die Kosten um eine Milliarde Euro drücken. Die Einsparungen sollen in Innovationen, eine höhere Produktivität und Wachstum investiert werden, wie Siemens erklärte. Das Management hatte sich zuvor mit Vertretern der Arbeitnehmer beraten. Dabei waren bereits erste Zahlen zu dem geplanten Jobabbau durchgesickert. Kaesers Ziel ist es, den Elektroriesen insgesamt stärker auf Trab zu bringen und die Kundennähe zu erhöhen.

Geschäftlich lief es für Siemens zuletzt nicht rund. Für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres (30. September) hatte Kaeser einen Gewinneinbruch vorlegen müssen. Grund dafür waren unter anderem Zinseffekte. Siemens kämpft aber auch mit Problemen im wichtigen Energiegeschäft. dpa

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