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Airbus-Absturz über dem Atlantik

04.06.2009

Spekulationen um Absturzursache gehen weiter

Air-France-Airbus mit 228 Menschen abgestürzt
Bild: DPA

Vier Tage nach dem mysteriösen Absturz der Air-France-Maschine gehen die Spekulationen um die Absturzursache weiter. Experten sind sich uneins.

Berlin/Paris/Rio (dpa) - Vier Tage nach dem mysteriösen Absturz der Air-France-Maschine gehendie Spekulationen um die Absturzursache weiter. Experten sind sichuneins.

Fieberhafte Suche im Atlantik: Vier Tage nach dem mysteriösen Absturz der Air-France-Maschine haben Einsatz- Teams der brasilianischen Luftwaffe und der Marine weitere Wrackteile des Flugzeuges auf hoher See entdeckt.

Von den 228 Insassen des Unglücks-Airbus fehlte aber auch am Donnerstag jede Spur. Unter den Passagieren waren 28 Deutsche, wie Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in Berlin mitteilte. Bislang war man von 26 deutschen Passagieren ausgegangen. Nach neuen Erkenntnissen hatten aber zwei der Insassen die doppelte Staatsbürgerschaft.

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Das jüngste deutsche Opfer war ein zweijähriges Mädchen, das älteste ein 70 Jahre alter Mann. Zwei der Opfer hatten neben dem deutschen einen brasilianischen beziehungsweise einen französischen Pass. Der Airbus 330 war am Pfingstmontag auf dem Flug von Rio nach Paris etwa 1200 Kilometer nordöstlich von Brasiliens Festlandküste aus bislang völlig ungeklärter Ursache ins Meer gestürzt. In Rio de Janeiro nahmen mehrere hundert Menschen an einer bewegenden Trauerfeier teil.

Das Suchgebiet sei mittlerweile auf eine Fläche von 6000 Quadratkilometer eingeschränkt worden, sagte Luftwaffensprecher Ramon Borges Cardoso in Recife. Das entspricht fast zweieinhalb mal der Fläche des Saarlandes. Wie lange die Suche dauern werde, sei völlig offen. Mittlerweile seien drei Marine-Schiffe, darunter auch eine Fregatte, in dem Absturzgebiet eingetroffen. Die Sicht sei derzeit wegen Regens eingeschränkt. Aber die See sei ruhig.

Die Luftwaffe sichtete weitere Teile des Flugzeuges, die aus dem Inneren des Airbus stammen könnten. Dabei handelt sich nach Angaben Cardosos um zwei gelbe, ein braunes und ein weißes Wrackstück. Die geborgenen Teile des Flugzeuges sollen zunächst zu der brasilianischen Insel Fernando de Noronha geflogen und dann weiter in die Hafenstadt Recife im Nordosten Brasiliens gebracht werden. Die Absturzstelle liegt etwa 1200 Kilometer nordöstlich von Recife, in der Nähe der Sankt-Peter-und-Pauls-Felsen.

In Rio nahmen an einer ökumenischen Trauerfeier für die Opfer Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner und sein brasilianischer Amtskollege Celso Amorim teil. In Igreja Candelária im Zentrum Rios hielten Vertreter der christlichen, jüdischen und muslimischen Religionen kurze Ansprachen. Viele der Angehörigen brachen in Tränen aus. Kouchner war am Morgen an Rios internationalem Flughafen Tom Jobim gelandet. Von dort war am Sonntag die Unglücksmaschine der Air France gestartet.

Das Flugzeugwrack wird in großer Tiefe vermutet. Nach Angaben des brasilianischen Verteidigungsministers Nelson Jobim ist der Atlantik an der Absturzstelle zwischen 2000 und 3000 Meter tief. Andere Angaben gehen von einer Tiefe von bis zu 4500 Metern aus. Die Bergung des Flugschreibers dürfte extrem schwierig sein. Bislang wurde das Wrack noch nicht geortet. Auch Signale des Flugschreibers wurden nicht empfangen.

Am Donnerstag gab es neue Spekulationen über die Ursache der Katastrophe. Nach Informationen der französischen Zeitung "Le Monde" soll das Flugzeug mit unangemessener Geschwindigkeit in der Gewitterzone über dem Meer geflogen sein. Der deutsche Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt hält diese These jedoch für unwahrscheinlich. Aus Untersuchungskreisen hieß es unterdessen, auch eine Explosion an Bord werde nicht ausgeschlossen. Dafür spreche das riesige Gebiet, in dem bislang Trümmerteile entdeckt wurden. Das Amt für Unfallanalysen (BEA) in Paris warnte erneut vor Spekulationen über die Unglücksursache.

Der Pilot eines spanischen Linienflugzeugs will beim Absturz der Air-France-Maschine über dem Atlantik einen Lichtblitz in der Nähe der Unglücksstelle gesehen haben. "Wir sahen plötzlich in der Ferne einen starken und intensiven Strahl von weißem Licht, der sich vertikal nach unten bewegte", berichtete der Pilot nach Angaben der Madrider Zeitung "El Mundo".

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