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Studie
19.02.2019

Immobilien in Augsburg, Ulm und Ingolstadt sind "potenziell überbewertet"

Das Baukindergeld, das der früheren Eigenheimzulage ähnelt, kann seit dem 18. September 2018 beantragt werden.
Foto: Patrick Pleul, dpa (Archiv)

Eine neue Studie zeigt: Die Preise für Eigenheime sind erneut gestiegen. Augsburg, Ulm und Ingolstadt zählen zu den "potenziell überbewerteten" Immobilienmärkten.

Mit dem neuen Baukindergeld und besseren Abschreibungsmöglichkeiten will die Koalition eigentlich den Wohnungsbau ankurbeln. Tatsächlich treibt sie damit nach Einschätzung der Immobilienwirtschaft vor allem die Baupreise in die Höhe. „Die Politik setzt die falschen Signale statt die richtigen Anreize“, sagt Andreas Mattner, der Präsident des Branchenverbandes ZIA. In vielen Fällen werde eine Prämie wie das Baukindergeld einfach vom Verkäufer auf den Verkaufspreis umgelegt. Außerdem erhielten vor allem solche Familien den Zuschuss, die darauf gar nicht angewiesen seien.

Nach einer Studie des Verbandes sind die Preise für Eigenheime im vergangenen Jahr erneut kräftig gestiegen - um durchschnittlich 8,2 Prozent. Die Spanne reicht dabei von 790 Euro je Quadratmeter Wohnfläche im thüringischen Hildburghausen bis zu knapp fünfstelligen Summen in München. Neben der Landeshauptstadt, in der ein gebrauchtes Haus mittlerer Ausstattungsqualität mit 130 Quadratmeter Wohnfläche rund 1,25 Millionen Euro kostet, zählen die Autoren der Studie inzwischen auch Augsburg, Ulm und Ingolstadt zu den potenziell überbewerteten Immobilienmärkten. In Ingolstadt, zum Beispiel, seien die Mieten für neu vermietete Häuser und Wohnungen seit dem Jahr 2005 um mehr als 65 Prozent gestiegen, in Augsburg um gut 50 Prozent. Die Preise für ein Eigenheim haben sich gleichzeitig in beiden Städten mehr als verdoppelt.

Die Deutschen finanzieren konservativ

Diese Anstiege seien das Ergebnis eines nach wie vor zu knappen Angebots an Wohnraum. Um dies zu ändern, fordert der Verband eine „Bauoffensive 2019“ mit Steuervorteilen für die energetische Gebäudesanierung, einer niedrigeren Grundsteuer und der deutlichen Beschleunigung von Planungs- und Baugenehmigungszeiten. Tatsächlich jedoch verschärfe die Politik das Mietrecht oder drohe wie in Berlin vereinzelt sogar mit Enteignungen. Auch Maßnahmen wie die Mietpreisbremse, sekundiert der Freiburger Wirtschaftsprofessor Lars Feld, dürften kaum zu einer Entspannung der Lage führen. Von einer Immobilienblase will er trotzdem nicht sprechen. Platzt eine solche Blase, etwa weil die Zinsen plötzlich steigen, brechen die Preise ein. In Deutschland, sagt Feld, finanzierten die Käufer ihre Immobilien weiterhin recht konservativ.

Beim Baukindergeld gibt es über zehn Jahre insgesamt 12.000 Euro pro Kind, knapp 70.000 Förderzusagen wurden schon erteilt. „Das Baukindergeld ist ein Baustein unserer Wohnraumoffensive“, betont der CSU-Bauexperte Ulrich Lange gegenüber unserer Redaktion. „Für viele Familien ist es eine echte Erleichterung. Darum werden auch so viele Anträge gestellt.“ Der Fraktionschef der Grünen, Anton Hofreiter, dagegen warnt: „Wohnen darf nicht zu einem Luxusprodukt werden.“ Wohnen werde zur sozialen Frage dieses Jahrhunderts. Nötig seien deshalb mehr Geld für den sozialen Wohnungsbau und eine Mietpreisbremse, die auch funktioniere.

Auch die Mieten steigen

Auch die Mieten in Deutschland steigen weiter – wenn auch nicht ganz so rasant wie die Immobilienpreise. Wer im Herbst vergangenen Jahres umgezogen ist, muss für die neue Wohnung nach einem Gutachten des Zentralen Immobilien Ausschusses im bundesweiten Durchschnitt jeden Monat 7,06 Euro kalt pro Quadratmeter ausgeben, das sind knapp vier Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Die Spanne ist dabei allerdings gewaltig. Sie reicht gegenwärtig von 4,54 Euro im nordrhein-westfälischen Kreis Höxter bis zu 16,54 Euro in München.

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