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Tankstellen: Aral schafft das Benzin ab - Nur noch Super im Angebot

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Aral schafft das Benzin ab - Nur noch Super im Angebot

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    Wann verschwindet die Zapfpistole für Normalbenzin? Bei Aral könnte es noch im Jahr 2008 so weit sein.
    Wann verschwindet die Zapfpistole für Normalbenzin? Bei Aral könnte es noch im Jahr 2008 so weit sein. Foto: dvb

    Düsseldorf/Hamburg (dpa) - Nach dem deutlichen Absatzeinbruch fürNormalbenzin rückt das Aus für diese Treibstoffsorte näher. "Wenn dieEntwicklung so weiter geht, ist es sehr wahrscheinlich, dass wir Normalaus dem Markt nehmen", sagte der Vorstandschef der Aral AG, Stefan Brokin

    Aral hatte Ende November die Preise für Normal-und Superbenzin angeglichen und sich damit im Markt durchgesetzt.Seitdem sei der Anteil des Normalbenzins am verkauften Ottokraftstoffbei

    Auf einenZeitpunkt für eine mögliche Umstellung wollte Brok sich aberausdrücklich nicht festlegen. "Solange wir nennenswert Kunden haben,die Normalbenzin wollen, bieten wir es an." Zur Zeit sei Normalbenzinnoch an allen Aral-Stationen zu kaufen. Das Unternehmen sieht sich mitknapp 2300 Straßentankstellen, 102 Autobahnstationen und einemMarktanteil von 23 Prozent als Marktführer in Deutschland.

    Ähnlichwie der Aral-Chef äußerte sich Shell-Sprecherin Cornelia Wolber. Auchin ihrem Unternehmen sei der Trend zum Superbenzin feststellbar, aberNormalbenzin an allen Stationen nach wie vor erhältlich. Aral und Shellsind mit einem Marktanteil von zusammen mehr als 40 Prozent dieSchwergewichte auf dem deutschen Benzinmarkt.

    Aral hatte EndeNovember die Senkung des Superpreises um einen Cent pro Liter und damitdie Preisangleichung zum Normal mit den Beschaffungspreisen an denMärkten begründet. Zum Teil sei Normal wegen der hohen Nachfrage vomUS-Markt in der Beschaffung sogar teurer als Super, sagte Brok.

    VonAutomobilclubs kam dagegen die Kritik, die Normal-Abschaffung sei vonlanger Hand geplant. Die Branche wolle durch den Wegfall einerSpritsorte Kosten sparen und zu Lasten der Verbraucher Kasse machen, umden Absatzrückgang am Markt zu kompensieren. Brok wies die Kritikzurück. Die Kunden bekämen jetzt zum gleichen Preis die bessereTreibstoffqualität.

    Der Automobilclub ADAC hat die sichabzeichnende Entwicklung mittlerweile hingenommen. "Das Normalbenzinist technisch überflüssig", sagte Sprecher Maximilian Maurer der"Autogazette". "Wirtschaftlich war es nicht überflüssig; die Autofahrerkonnten damit Kosten sparen." Er hoffe, dass dieMineralölgesellschaften die eingesparten Kosten an die Autofahrerweitergeben und so das Autofahren billiger werde.

    DerZentralverband des Deutschen Tankstellengewerbes (ZTG) geht davon aus,dass es bis zum Ende des Jahres kein Normalbenzin mehr an Tankstellengibt. Einige größere mittelständische Tankstellen-Betreiber würdenschon in diesem Quartal ihre Zapfsäulen für Normalbenzin schließen,sagte ZTG-Geschäftsführer Jürgen Ziegner der "Westdeutschen AllgemeinenZeitung" (WAZ).

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