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Panne

15.07.2017

Tankstellen und Supermärkte: Kunden kaufen einmal und zahlen doppelt

Kunden in Supermärkten und Tankstellen ist der Rechnungsbetrag in der vergangenen Woche doppelt abgebucht worden.
Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa (Symbolbild)

Nach einer Kartenzahlung wurden Kunden in Supermärkten und Tankstellen zu hohe Summen abgebucht. Ein betroffenes Unternehmen erhebt nun Vorwürfe gegen einen Finanzdienstleister.

Beim Blick auf ihr Konto haben etliche Verbraucher aus der Region in dieser Woche eine böse Überraschung erlebt: Zahlungen an der Supermarktkasse und an der Tankstelle seien doppelt abgebucht worden, wie Sprecher von V-Markt und Aral bestätigten. Die Fehler haben nach Angaben der Firmen verschiedene Ursachen. Dem Allgäuer Unternehmen Kaes zufolge war ein externer Dienstleister für die Panne verantwortlich. Kaes betreibt die V-Märkte sowie Baumärkte und Tankstellen in Schwaben und Oberbayern. Bei Aral habe ein eigener Softwarefehler die doppelte Abbuchung verursacht, so ein Sprecher.

V-Markt-Betreiber Kaes arbeitet für die Kartenzahlung nach eigenen Angaben mit einem großen Finanzdienstleister aus der Nähe von Frankfurt zusammen, der auch das Bezahlnetzwerk für andere Unternehmen stellt. Man habe bisher stets gute Erfahrungen mit der Firma gemacht, sagte Michael Stöckle, Sprecher der Geschäftsleitung des Ostallgäuer Unternehmens. Abbuchungsfehler dieser Art sind aber nicht neu, wie ein Blick ins Archiv zeigt. Im vergangenen Jahr gab es bei verschiedenen Finanzdienstleistern solche Pannen. Damals waren V-Markt-Kunden nach Angaben der Allgäuer Firma nicht betroffen.

Anders als dieses Mal. Die Fehlbuchungen in den V-Märkten ereigneten sich V-Markt-Angaben zufolge nach Einkäufen am vergangenen Samstag und Montag – also am 8. und am 11. Juli. Zahlreiche Kunden hätten sich in den V-Märkten über die Fehlbuchungen beklagt, berichtete Firmensprecher Stöckle. „Wir sind selbst verärgert und bedauern die Unannehmlichkeiten für unsere Kunden sehr.“ Die Ursache für die doppelten Abbuchungen ist dem Firmen-Sprecher zufolge nicht bekannt. Sie liege aber nicht bei der Ostallgäuer Firma. Nach Darstellung des Unternehmens sind nicht alle V-Markt-Kunden betroffen, die an den genannten Tagen mit Karte bezahlt haben. „Weiter lässt sich das bis jetzt nicht nachvollziehen“, so Sprecher Stöckle. Anfragen unserer Zeitung beim Finanzdienstleister blieben am Freitag unbeantwortet.

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Kunden sollen Geld bald zurückbekommen

Von einer falschen Abbuchung betroffen waren auch Kunden der Tankstellenkette Aral. „Durch einen Fehler, den wir selbst entdeckt haben, ist Kunden, die am 1. April bei Aral getankt haben, der gleiche Betrag noch einmal abgebucht worden“, bestätigte Unternehmenssprecher Detlef Brandenburg auf Anfrage unserer Zeitung. Die Abbuchung erfolgte am Mittwoch, 12. Juli. Der Konzern habe die Rückerstattung sofort eingeleitet, sagte Brandenburg. Spätestens am Montag soll der Betrag wieder auf den Konten der Kunden sein. „Es tut uns ausgesprochen leid“, betonte Brandenburg. Der Fehler liege in einer von der Tankstellenkette verwendeten Software.

V-Markt-Sprecher Stöckle bittet die Kunden um Geduld. „Wir haben schnelle, kundenfreundliche Lösungen angemahnt“, sagte er. „Der Finanzdienstleister arbeitet daran.“ Nach Stöckles Informationen soll das zu viel bezahlte Geld spätestens am Montag auf die Konten der Betroffenen zurücküberwiesen werden. Kunden werden gebeten, von einer Rückbuchung abzusehen. Sollte dies bereits geschehen sein, würden sie gesondert kontaktiert.

Nach Auskunft der Verbraucherzentrale sind doppelte Abbuchungen in Deutschland keine Seltenheit. Solche Fehler könnten vom Händler, den beteiligten Banken oder den Dienstleistern verursacht werden. In den der Verbraucherzentrale bekannten Fällen erfolgten die Korrekturbuchungen meistens innerhalb einer Woche. Für viele Kunden bleibt es also bei einem Schreck, wenn sie auf den Kontoauszug schauen. Ist das Konto durch die Doppelbuchung allerdings ins Minus gerutscht, fallen womöglich Überziehungszinsen an. Unklar ist dann meist, wer für die Erstattung verantwortlich ist. Die Verbraucherzentrale rät, vor rechtlichen Schritten juristischen Rat einzuholen. Vor allem sei zu klären, wer für den Fehler verantwortlich ist.

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