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Sprudelnde Gewinne

13.07.2018

US-Großbanken JPMorgan und Citigroup bleiben im Aufwind

Nach Skandalen wegen fingierter Konten und anderer dubioser Praktiken kämpft Wells Fargo mit Image-Problemen und hatte viel Ärger mit den Behörden.
Bild: Richard Drew/AP (dpa)

Bei den US-Finanzriesen JPMorgan und Citigroup sprudeln dank der Steuergeschenke der Trump-Regierung sowie steigenden Zinsen und guten Kapitalmarktgeschäften weiter die Gewinne. Der skandalgeschüttelte Rivale Wells Fargo verdiente zuletzt hingegen deutlich weniger.

Die größte US-Bank JPMorgan Chase profitiert weiter von niedrigeren Steuern, steigenden Zinsen und guten Geschäften an den Finanzmärkten.

Im zweiten Quartal legte der Gewinn zwar nicht mehr so stark zu wie zum Jahresbeginn - mit einem Anstieg um 18 Prozent auf 8,3 Milliarden Dollar (7,1 Mrd Euro) fiel er aber höher aus, als Experten erwartet hatten. Auch bei den Erträgen überraschte die Großbank positiv. Diese legten um 6 Prozent auf 28,4 Milliarden Dollar zu, wie die Bank am Freitag in New York mitteilte.

In den ersten sechs Monaten verdiente JPMorgan bereits 17 Milliarden Dollar und ist damit auf dem besten Weg zu einem Rekordergebnis im laufenden Jahr. Vom Finanzdienst Bloomberg befragte Experten rechnen im Schnitt derzeit mit einem Anstieg um rund ein Viertel auf mehr als 30 Milliarden Dollar. Das sind aktuell umgerechnet etwas mehr als 25 Milliarden Euro. Damit würde die US-Bank in einem Jahr mehr verdienen, als die Deutsche Bank derzeit an der Börse wert ist.

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Besonders in die Karten spielt JPMorgan die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump, durch die Unternehmen seit Jahresbeginn deutlich weniger an den Fiskus abdrücken müssen. Im abgelaufenen Quartal fiel die Steuerquote der Bank deshalb im Jahresvergleich von 28 auf 21 Prozent. Doch auch sonst lief es rund: JPMorgan wuchs sowohl im Investmentbanking als auch im Geschäft mit Privatkunden, wo der US-Konjunktur-Boom die Kreditvergabe ankurbelte. Dank steigender Zinsen verdient die Bank am Geldverleih auch wieder mehr.

Auch die Citigroup verbuchte einen überraschend starken Gewinnsprung. Unter dem Strich stand ein Überschuss von 4,5 Milliarden Dollar (3,9 Mrd Euro) - das sind 16 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Bank profitierte wie JPMorgan von ihrer breiten Aufstellung. Neben dem einträglichen Kapitalmarktgeschäft warf auch die Privatkundensparte mehr ab. Insgesamt stiegen die Einnahmen des Instituts - die sogenannten Erträge - um 2 Prozent auf 18,5 Milliarden Dollar.

Der Rivale Wells Fargo musste hingegen deutliche Abstriche machen. Verglichen mit dem Vorjahreswert sank der Quartalsgewinn um fast 12 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar (4,5 Mrd Euro). Finanzchef John Shrewsberry machte insbesondere eine steuerliche Sonderlast von 481 Millionen Dollar dafür verantwortlich. Doch auch die Erträge sanken um rund 3 Prozent auf 21,6 Milliarden Dollar. Nach verschiedenen Skandalen wegen dubioser Geschäftspraktiken kämpft Wells Fargo mit Image-Problemen und hatte zuletzt viel Ärger mit den Behörden. (dpa)

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