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Übernahme
16.06.2016

Jetzt müssen sich die Kuka-Aktionäre entscheiden

Bereits auf der Hauptversammlung war das Midea-Angebot Thema.
Foto: Ulrich Wagner

Die chinesische Firma Midea hat ihr Angebot zur Übernahme des Augsburger Roboterbauers vorgelegt. Doch ein Gegenangebot wäre weiter möglich. Warum Viele nun auf Voith blicken.

Die Arbeitsplätze bei Kuka langfristig abzusichern, die Eigenständigkeit des Augsburger Roboterbauers zu bewahren und das Know-how zu schützen – diese Ziele verfolgt nicht nur Kuka-Chef Till Reuter, wenn er nun in die konkreten Verhandlungen mit der chinesische Firma Midea tritt, die am Donnerstag offiziell ihr Angebot vorgelegt hat. Darauf will auch die Gewerkschaft achten. Das betont Michael Leppek, der Chef der Augsburger IG Metall und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Kuka AG. Darüber hinaus müssten Sorgen um die Datensicherheit ernst genommen und entsprechende Vereinbarungen und Vorkehrungen getroffen werden.

Vier Wochen Zeit, um das Angebot von Midea anzunehmen

Vor allem geht es darum, dies alles nicht nur für die nächsten drei bis fünf Jahre abzusichern. Aus gut informierten Unternehmenskreisen ist zu hören, dass Kuka sehr langfristige Verträge anstrebt. Jetzt gehe es darum, in den Verhandlungen das Beste für den Standort Augsburg herauszuholen. Rund 3.500 Mitarbeiter beschäftigt Kuka allein in Augsburg. Weltweit sind es rund 12.300. Mit dem stärkeren Engagement von Midea könnte Kuka vor allem auch weitere Erfolge in China erzielen. Zwar sind die Augsburger bereits mit über 1.000 Mitarbeitern vor Ort. Doch der Marktanteil liege erst bei etwa zwölf bis 14 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland habe Kuka einen Marktanteil von rund 45 Prozent. In China ist also noch viel Luft nach oben. Dort will Kuka die Nummer eins werden, um sich dann auch weltweit an die Spitze vorzuarbeiten.

Doch bleibt es überhaupt bei der Midea-Übernahme? Am Mittwoch kursierten, wie berichtet, Gerüchte, der schweizerische Industriekonzern ABB könne doch noch eine Gegenofferte vorlegen. Jedes Angebot werde ergebnisoffen geprüft, heißt es aus Kuka-Kreisen. Zunächst erarbeite man aber eine Stellungnahme zu dem nun offiziell vorliegenden Midea-Angebot. Diese werde binnen zwei Wochen von Vorstand und Aufsichtsrat vorgelegt.

Vier Wochen haben alle Aktionäre von Kuka nun Zeit, das Angebot von Midea anzunehmen. Es bleibt dabei, dass die Chinesen 115 Euro je Kuka-Aktie bieten. Das Augsburger Unternehmen teilt mit, dass es auch bei den angekündigten Zusagen vonseiten der Chinesen bleibe. Demnach will Midea Kuka bei der Umsetzung der bestehenden Strategie unterstützen und das weitere Wachstum fördern. Das geistige Eigentum werde respektiert, Hauptsitz und Belegschaftsstärke erhalten. Auch werde weder ein Beherrschungsvertrag angestrebt noch soll das Automatisierungsunternehmen von der Börse genommen werden.

Wie reagiert der bislang größte deutsche Aktionör, die Voith-Gruppe

Doch ist es nun noch denkbar, dass Midea sich mit nur 49 Prozent begnügt? Eine Festlegung ist nicht möglich, heißt es aus Unternehmenskreisen. Und wie reagiert der bislang größte deutsche Aktionär, die Voith-Gruppe aus Heidenheim? Sie hält 25,1 Prozent. Dort hält man sich auf Anfrage unserer Zeitung bedeckt: „Wir haben die Veröffentlichung der Angebotsunterlage zur Kenntnis genommen“, sagt ein Unternehmenssprecher und ergänzt: „Voith wird das Angebot nun eingehend und sorgfältig prüfen.“

IG-Metall-Chef Leppek betont, dass sich durch eine Verschiebung in der Aktionärsstruktur die Beschäftigungsbedingungen oder Mitbestimmungsgrundsätze und -strukturen nicht veränderten. Wichtig sei nun, diese Punkte längerfristig abzusichern. Mit Voith, aber auch der Loh-Gruppe sind laut Leppek zwei wichtige Vertreter der deutschen Industrie an Kuka maßgeblich beteiligt. Leppek sagt: „Wir vertrauen auf die Weitsichtigkeit unserer Ankeraktionäre.“

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