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Neue Abgas-Prüfverfahren

30.08.2018

VW: WLTP-Freigabe für Golf "in den nächsten Tagen"

Das Logo von Volkswagen auf einem Golf.
Bild: Hauke-Christian Dittrich (dpa)

Strengere Prüfverfahren bei Abgas und Verbrauch stressen die Autohersteller - und bedeuten längere Lieferzeiten für viele Kunden. Bei Volkswagen fehlen Freigaben ausgerechnet noch für volumenstarke Modelle wie Golf oder Tiguan. Das soll sich bald ändern.

Volkswagen kommt kurz vor der Einführung der neuen Abgas-Prüfverfahren bei den Freigaben für die Volumenmodelle voran. Für 7 von 14 Modellen der Kernmarke VW Pkw gebe es die entsprechende Genehmigung, so Deutschland-Vertriebschef Thomas Zahn.

Darunter seien auch die Baureihen Polo und Passat. Für den Golf sowie den Stadtgeländewagen Tiguan werde dies "in den nächsten Tagen und Wochen" erwartet. Bis Ende September sollten weitere Freigaben folgen.

Klar sei aber: Bis zum Stichtag 1. September würden nicht alle Modelle für den Abgas-Prüfzyklus WLTP zertifiziert sein. Daher erwarte man im September und Oktober eine Delle bei den Auslieferungszahlen. Der August dagegen werde erneut ein starker Monat. Zahn ergänzte: "Die beliebtesten Modelle bleiben bestellbar."

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WLTP steht für "Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure". Der neue europaweite Standard ist ein Messverfahren, das für realistischere Werte bei den Schadstoff-Emissionen sowie beim Verbrauch sorgen soll. Die Untersuchungen sind gründlicher als im bisherigen Verfahren NEFZ. Von Samstag an dürfen nur noch Autos neu zugelassen werden, die den neuen Prüfstandard durchlaufen haben.

Im Juli hatte der VW-Konzern mit hohen Rabatten vor dem WLTP-Start deutlich mehr Autos verkauft - die Auslieferungen kletterten um 10,6 Prozent auf 908.200 Fahrzeuge. Zahn erklärte, der Auftragseingang sei trotz der Verzögerungen wegen der aufwendigen WLTP-Zertifizierung auf normalem Niveau.

Er sehe nicht, dass Kunden deswegen abspringen. Bei den Varianten mit Freigabe habe WLTP "praktisch keine Auswirkungen" auf die Lieferzeiten, bei den übrigen seien es einige Wochen bis Monate.

Vor allem die Kernmarke von VW hadert mit dem Prüfverfahren, weil Hunderte Getriebe-Motor-Kombinationen neu zugelassen werden müssen. Die WLTP-Teams seien auch an der Entwicklung der Software-Updates für Dieselmotoren beteiligt, sagte Zahn.

Der Konzern rechnet im zweiten Halbjahr mit Belastungen in Milliardenhöhe, weil er nicht mit den Messungen hinterherkommt. Rund 200.000 bis 250.000 Autos müssen den Angaben zufolge weltweit zwischengelagert werden - unter anderem hat VW dafür 8000 Stellplätze auf dem Berliner Pannenflughafen BER angemietet. Über 80 Prozent der Autos seien Kundenbestellungen, erste Fahrzeuge davon seien bereits ausgeliefert.

Bei Opel hieß es, die neuen Prüfvorschriften seien "frühzeitig umgesetzt" worden, daher könne man alle Modelle weiterhin anbieten. "Die Fahrzeuge sind verfügbar und werden ohne Verzögerung geliefert. Kunden können die komplette Modellpalette beim Händler bestellen." (dpa)

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