1. Startseite
  2. Wirtschaft
  3. Verdi: Tausende Real-Mitarbeiter legen die Arbeit nieder

Protest gegen Lohnkürzungen

13.07.2018

Verdi: Tausende Real-Mitarbeiter legen die Arbeit nieder

«Kampf um Löhne»: Laut Verdi haben sich Mitarbeiter in rund der Hälfte der 281 Real-Filialen an den Protesten gegen die Geschäftsführung beteiligt.
Bild: David Young (dpa)

Verdi hatte alle 34.000 Beschäftigten der Supermarktkette zum Streik aufgerufen. Mitarbeiter in rund 140 Filialen folgten dem Aufruf. Dennoch blieben nach Unternehmensangaben alle Geschäfte geöffnet.

Mehrere tausend Mitarbeiter der Supermarktkette Real haben nach Angaben der Gewerkschaft Verdi die Arbeit niedergelegt. Damit protestierten sie gegen Einschnitte bei den Löhnen neueingestellter Mitarbeiter.

"Wir kämpfen für Löhne, von denen man leben kann", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger in Berlin. Trotz der Streiks blieben aber alle Läden geöffnet, wie das Unternehmen mitteilte.

Die Gewerkschaft hatte die rund 34.000 Beschäftigten der Supermarktkette Real deutschlandweit zum Streik aufgerufen. Laut Verdi beteiligten sich Mitarbeiter in rund der Hälfte der 281 Real-Filialen an den Streikaktionen, Demonstrationen und Kundgebungen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Auslöser für den Streik war die Entscheidung der Unternehmensleitung, sich aus den mit Verdi vereinbarten Tarifverträgen zu verabschieden und stattdessen neu eingestellte Mitarbeiter nach einem Tarifvertrag mit der Gewerkschaft DHV zu bezahlen, der für das Unternehmen deutlich günstiger ist. Dies bedeute für die Betroffenen durchschnittlich 23 Prozent weniger Geld, betonte Nutzenberger und fügte hinzu: "Solche Löhne führen direkt in die Altersarmut der Beschäftigten."

Der Chef des Real-Mutterkonzerns Metro, Olaf Koch, wirft dagegen der Gewerkschaft vor, Tarifverhandlungen über eine wettbewerbsfähige Entgeltstruktur bei der angeschlagenen Supermarktkette jahrelang blockiert zu haben. Die bisherigen Tarifverträge hätten Real deutlich höhere Lohnkosten aufgebürdet, als sie viele Wettbewerber zu tragen hätten. Das sei für Real nicht mehr tragbar gewesen, verteidigte Koch erst kürzlich den Schritt des Unternehmens. Real bezahle nun neueingestellte Mitarbeiter marktgerecht. Bereits vor dem Tarifwechsel eingestellte Mitarbeiter hätten keine Einbußen.

Trotz des bundesweiten Streiks blieben nach Unternehmensangaben alle Real-Märkte geöffnet. Doch konnte es Kunden passieren, dass etwa die Frischfleisch- oder Frischfisch-Theken geschlossen waren. Real betonte, das Unternehmen sei auf Ausnahmesituationen dieser Art vorbereitet.

Verdi sieht in dem Schritt des Konzerns den Versuch, Unternehmensprobleme auf Kosten der Beschäftigten zu lösen. "Es ist unverschämt, von den Beschäftigten zu verlangen, dass sie die Managementfehler der Vergangenheit durch derartige Einschnitte und unverhältnismäßige Lohnkürzungen bezahlen sollen", sagte Nutzenberger. (dpa)

Verdi zu Streiks

Real zu Streiks

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Thomas_Middelhoff_foto_Arne_Bensiek.jpg
"FuckUp Night"

Topmanager, Häftling, Geläuterter: Middelhoff spricht übers Scheitern

ad__web-mobil-starterpaket-099@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live,aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Zum Web & Mobil Starterpaket