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Autobauer

26.02.2019

Volkswagen will jetzt radikal auf E-Autos setzen

Bereits 2025 soll jedes vierte weltweit verkaufte Auto von Volkswagen elektrisch sein.
Bild: Andreas Arnold, dpa (Archiv)

Exklusiv VW fordert mehr Mut von der Politik: Man brauche keine Subventionen, sondern Vorfahrt für E-Autos, sagt Strategie-Chef Michael Jost. Was Volkswagen plant.

Noch kämpft Volkswagen mit dem Image- und Kosten-Desaster des Diesel-Skandals, doch intern hat der größte Autobauer der Welt einen radikalen Kurswechsel eingeleitet: In den kommenden Jahren will der Automobilkonzern eine komplette neue Produktpalette mit über 50 rein elektrischen Fahrzeugen auf den Markt bringen, die das künftige Standbein des Autobauers werden sollen. „Für unsere E-Auto-Revolution geben wir allein in den nächsten fünf Jahren rund 30 Milliarden Euro aus“, kündigte Volkswagen-Chefstratege Michael Jost im Interview mit unserer Redaktion an. „E-Mobilität ist unser neues Geschäftsmodell.“

Bereits 2025 soll jedes vierte weltweit verkaufte Auto des Unternehmens rein elektrisch sein, sagte Jost. Damit bekenne sich der Volkswagen-Konzern ausdrücklich zu den Klimaschutzzielen der Vereinten Nationen: „Wir als VW mit allein 10,8 Millionen im Jahr verkauften Autos können und müssen einen großen Beitrag zur Verbesserung des Weltklimas leisten“, betonte der Strategiechef. Zu Volkswagen gehören neben VW unter anderem auch die Marken Audi, Skoda, Seat, Porsche sowie die Lkw-Hersteller MAN und Scania.

Diesel-Skandal war ein Weckruf für Volkswagen

Jost räumte ein, dass der radikale Kurswechsel eine Folge des von VW ausgelösten Diesel-Skandals sei, der den Konzern viel Vertrauen gekostet habe. Der Weckruf durch den Skandal „war so knallhart, dass es nicht ging, als Konzern nur etwas weiter nach links oder rechts zu fahren; wir haben auf weißem Papier die Strategie neu aufgesetzt“, sagte Jost. „An der Elektromobilität führt kein Weg vorbei“, fügte er hinzu. „Was wir jetzt machen, ist alternativlos.“ Langfristig werde VW kaum noch Diesel- und Benzin-Fahrzeuge bauen. Auch Hybrid-Fahrzeuge seien lediglich eine Übergangstechnologie, selbst bei möglichen Wasserstoff-Autos werde der Antrieb immer elektrisch sein, sagte Jost.

Der Volkswagen-Strategiechef forderte deshalb die Politik zu mehr Mut auf, die Wende hin zur Elektromobilität entschiedener voranzutreiben: „Der Autogipfel von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ging hier schon in die richtige Richtung, ich ermutige den Ministerpräsidenten, noch weiterzugehen“, betonte der VW-Manager. „Hier geht es uns nicht darum, Subventionen zu bekommen, sondern Vorfahrt für E-Autos.“ Jost forderte zum Beispiel eigene, für E-Autos reservierte Fahrspuren und Parkplätze, die in Städten wie München zu enormen Zeiteinsparungen führen könnten.

VW will kommendes Jahr unter dem Projektnamen I.D. mit dem Aufbau einer neuen Modellfamilie beginnen
Bild: Volkswagen

Volkswagen will kommendes Jahr unter dem Projektnamen I.D. komplett neu entwickelte rein elektrische Fahrzeuge mit bis zu 500 Kilometern Reichweite auf den Markt bringen. Auch für einen SUV, den VW-Bus und einen Nachfolger des eingestellten Oberklassemodells „Phaeton“ existieren bereits Prototypen, hieß es. Ab dem Jahr 2023 will Volkswagen dann ein elektrisches Einstiegsmodell für unter 20.000 Euro anbieten. Die technischen Plattformen, auf denen die neuen Modelle aufgebaut sind, will der Konzern auch Konkurrenten in Lizenz anbieten. Die Produktion der E-Fahrzeuge soll klimaneutral, also unter dem Strich ohne Kohlendioxid-Ausstoß erfolgen.

Das komplette Interview mit VW-Chef-Stratege Michael Jost lesen Sie hier.

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26.02.2019

So eine Heuchelei!
Wo war der Mut von VW?
Ja Mut zum Betrug - um die Verhinderung der E-Mobilität noch zu weiter auf die Spitze zu treiben.
Sonst wären wir schon 15 Jahre weiter - wenn VW Mut gezeigt hätte!

Nun will ich den Mut sehen - wenn die verspochenen Fahrzeuge endlich zu einem vernünftigen Preis auf den Markt kommen.
Aber zuerst werden die Käufer vermutlich die zig-Milliaden Strafzahlungen über den Preis abzahlen müssen?
Es wäre ja schon gut, wenn die deutschen Käufer die Preise bekämen, die Kunden im Ausland bezahlen?
Da zahlt VW ja auch nicht drauf - aber wir müssen ja 5 - 10 - tausend Euro mehr bezahlen für die Autos - der deutsche Michl hat's ja. Re-importe beweisen die Unterschiede!
Wird ja bei Medikamenten und anderen Produkten auch so gemacht - es lebe die Abzocke!

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