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Warnstreik
14.04.2014

350 Redakteure protestieren gegen geplante Kürzungen

Im Tarifkonflikt der Zeitungsredakteure legen von Montag bis Mittwoch wieder Hunderte Journalisten die Arbeit nieder. Auch unser Medienhaus ist davon betroffen.
Foto: Bernhard Weizenegger/Archivbild

Im Tarifkonflikt der Zeitungsredakteure legen heute wieder Hunderte Journalisten die Arbeit nieder. Auch unser Medienhaus ist davon betroffen.

Seit Sommer 2013 verhandelt der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) mit Deutschem Journalistenverband (DJV) und dju in ver.di über neue Tarifverträge für die rund 14.000 Redakteure an Tageszeitungen. Es geht um Geld, eine Anpassung der Tarifverträge an die veränderte Medienwelt - aber auch um die Zukunft eines Berufsstands.

Die Verleger boten in der 9. Verhandlungsrunde am 26. März nach eigenen Angaben unter anderem einen Gehaltszuwachs von bis zu vier Prozent über 30 Monate, die Einbeziehung der Onliner in den Tarif sowie die Erhaltung der Allgemeinverbindlichkeit bei der Altersversorgung.

„Wir sind unter der Prämisse angetreten, dass wir niemandem etwas wegnehmen wollen“, sagte der Verhandlungsführer des BDZV, Georg Wallraf. Zugleich gelte es, in einer Umbruchsituation für die Branche das komplexe und über Jahrzehnte gewachsene Tarifwerki "zukunftsfest zu machen". Darum sollten beispielsweise "nicht mehr zeitgemäße Automatismen in den Berufsjahresstaffeln abgebaut und die Tarifgruppen an die Arbeitswirklichkeit in den Redaktionen angepasst werden".

Die Journalistengewerkschaften haben dagegen die große Sorge, dass eine Senkung der Einkommen - etwa durch Kürzungen bei Urlaubs und Weihnachtsgeld - den Beruf des Redakteurs immer unattraktiver macht. „Vor uns liegt noch viel Arbeit“, sagte DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring. „Ein echtes Plus im Gehalt kann nur der erste Schritt auf dem Weg zu einer Einigung über das Gesamtpaket sein.“ Neben Einkommensverbesserungen für festangestellte und freie Zeitungsjournalisten halte der DJV an der Integration der Onliner in die Tarifverträge ebenso fest wie an der Geltung der Tarifverträge für alle Regionen.

Als Termin für die zehnte Verhandlungsrunde haben die Gewerkschaften DJV und dju sowie der BDZV Donnerstag, 17. April 2014, festgelegt.

Die Gewerkschaften riefen im Vorfeld erneut zu Warnstreiks auf. Von Montag bis Mittwoch ist davon auch die Redaktion der Augsburger Allgemeinen betroffen. Daneben wurden heute nach Gewerkschaftsangaben folgende Häuser bestreikt: Der Münchner Zeitungsverlag, der Zeitungsverlag Oberbayern, die Schongauer Nachrichten, die Süddeutsche Zeitung, der Zeitungsverlag tz, der Allgäuer Zeitungsverlag, das Oberbayerische Volksblatt, der Verlag Nürnberger Presse (Nürnberger Nachrichten) und die Nordbayerische Verlagsgesellschaft (Nürnberger Zeitung), die Fränkische Landeszeitung und Der neue Tag Weiden mit der Amberger Zeitung. Etwa 350 Redakteurinnen und Redakteure kamen in München zu einer Kundgebung zusammen. AZ

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