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Warum 2019 ein sehr nervöses Börsenjahr wird

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Kommentar Von Stefan Stahl
27.12.2018

Die Kursausschläge nach oben und unten könnten im Jahr 2019 noch heftiger als zuletzt ausfallen. Verantwortlich dafür ist vor allem ein Mann.

Das Börsenjahr 2019 wird den Anlegern starke Nerven abverlangen. Denn es ist zu befürchten, dass es anfängt, wie das alte Aktienjahr aufgehört hat: mit vor allem von Donald Trump ausgehenden andauernden Querschlägern.

Der US-Präsident wirkt, als habe er zu viele Folgen der Fernsehserie „Tom und Jerry“ gesehen. Denn in den Filmchen erscheint das Leben – zumindest jenes von Katze und Maus – wie ein immerwährendes Jagen, Ärgern und Schadenzufügen. Nur, dass die beiden tierischen und durchaus gewaltbereiten Protagonisten noch nicht Twitter, das Lieblings-Piesack-Spielzeug von Trump, zur Verfügung hatten.

Einer der zahlreichen Comics, in dem sich der US-Präsident die Hauptrolle anmaßt, heißt „Trump und Powell“. Letzterer ist Chef der ehrwürdigen US-Notenbank Fed. Deren Zinsentscheidungen sollte ein amerikanischer Staatschef nicht kommentieren, sonst untergräbt er die für Anleger wichtige Unabhängigkeit der Einrichtung. Doch Super-Anarchist Trump hält sich nicht an goldene Regeln.

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Ehre ist dem Nicht-Ehrenmann zuwider. So fährt Trump wie Katze Tom die Krallen aus, um Powell verbal zu verdreschen, weil ihn seine Zinserhöhungen ärgern. Wie ein pubertierender Rüpel versucht Trump, den Fed-Chef lächerlich zu machen, indem er ihn mit einem Golfspieler vergleicht, der nicht einlochen kann. Normalerweise wäre ein solches Verhalten ein klarer Grund für einen Rücktritt.

Aber was ist schon normal in der zum Comic verkommenen Präsidentschaft Trumps. Dabei wagt sich der US-Präsident auf ein glattes Parkett: Denn seine permanenten Fouls gegenüber dem Notenbankchef tragen weltweit zur Verunsicherung der Anleger bei. Trump schubst mit seinen unkontrollierten Aktionen Kurse nach unten, so wie er sie mit seiner wirtschaftsfreundlichen Politik der Steuersenkung zunächst nach oben bugsiert hat. Wie viele Populisten zerstört der Amerikaner, was er aufgebaut hat. Sein Rat an die Anleger, nun Aktien zu kaufen, wirkt verzweifelt.

Der US-Präsident bleibt im neuen Jahr, was er schon 2018 für Börsianer war: ein schwer einzuschätzender Unruhe- und Dauer-Poltergeist. Wie geht es etwa weiter im Trump’schen Protektionismus- Comic? Fährt er die Sanktions-Tatzen ein oder wieder voll aus?

All das macht Aktienprognosen enorm schwierig. So viel zeichnet sich jedoch ab: Die Kursausschläge nach oben und unten könnten noch heftiger als zuletzt ausfallen.

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27.12.2018

Es wäre schön, wenn Herr Stahl den Leser der Augsburger Allgemeinen erklären würde, warum die US Notenban FED "ehrwürdig" ist. "Die FED gehört heute den Zentralbanken verschiedener amerikanischer Bundesstaaten. Diese Zentralbanken gehören allerdings den größten privaten Geschäftsbanken der vereinigten Staaten, wie Rothschild, Warburg, Goldman Sachs, Morgan, Lehman Brothers und weiteren. Das heißt die Besitzer der FED verstecken sich hinter einem undurchsichtigen Geflecht von Unternehmen. Da die FED Privateigentum ist, haben die amerikanischen Behörden nach derzeitiger Gesetzeslage keinerlei Recht, Einblick in die Finanzaktionen der FED zu erhalten." (vgl. https://www.the-relief.com/2017/01/30/wem-geh%C3%B6rt-die-federal-reserve-bank-fed/) Es ist sehr schade, dass die Leser der AA solche Informationen "googeln" müssen. Herrn Stahls Artikel gehört meines Erachtens in die Sparte "Desinformation".

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