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Warum Google endlich zerschlagen werden muss

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Kommentar Von Jürgen Marks
03.09.2018

Der US-Konzern Google beherrscht das Internet wie kein anderer. So eine Datenkrake gehört zerschlagen. Auch die EU könnte endlich angreifen.

Als Google 1998 startete, war der Markt für Suchmaschinen hart umkämpft. Yahoo durchforstete das Internet schon relativ clever. Auch Lycos und Altavista waren gut unterwegs. Und die TU Berlin hatte mit Fireball einen aussichtsreichen deutschen Wettbewerber am Markt.

Was dann passierte, nennt man neudeutsch „The winner takes it all“. Die Algorithmen von Google waren und sind allen anderen Anbietern überlegen. Im globalen Netz setzt sich immer der Beste durch.

Heute, am 20. Geburtstag des Weltkonzerns aus dem Silicon Valley, wird nicht mehr gesucht. Es wird gegoogelt. Im deutschen mobilen Internet hat der Konzern einen Marktanteil von 98 Prozent.

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Der Börsenwert von Google: Fast 700 Milliarden Euro

Und weil das in anderen Ländern ähnlich ist, hat Google bei der Internet-Suche eine Marktmacht erobert, die Unbehagen auslöst. Der Börsenwert des Mutterkonzerns Alphabet nähert sich der 700-Milliarden-Euro-Grenze. Zum Vergleich: Der wertvollste deutsche Konzern, die Software-Schmiede SAP, liegt bei 100 Milliarden Euro.

Das Problem ist, dass Googles früherer Leitspruch „Don’t be evil“ (Tue nichts Böses) längst überholt ist. Heute kann man die Strategie mit einem Vierklang beschreiben: Mehr Nutzer, mehr Daten, mehr Geld, mehr Macht.

Der Konzern ist eine Datenkrake, die selbst Facebook in den Schatten stellt. Der Internet-Riese weiß alles über seine Nutzer. Er ist Marktführer bei Browsern (Chrome), Betriebssystemen (Android), Mail (Gmail), Videos (Youtube) und anderen Online-Diensten.

Doch das reicht den Firmengründern Larry Page und Sergey Brin nicht. Mit den Milliardengewinnen aus dem klassischen Geschäft greifen sie nach neuen Geschäftsfeldern. Google will Häuser vernetzen – von der Heizung über den Kühlschrank bis zum smarten Lautsprecher, der auf Befehl Musik spielt oder Jalousien runterlässt. Google entwickelt Systeme für autonomes Autofahren und plant, Marktführer im Zukunftsfeld der künstlichen Intelligenz zu werden.

Nebenbei wollen die Manager die Medizin revolutionieren und unsere Körper von Software überwachen lassen, um Krankheiten frühzeitig zu erkennen. Da ist der Weg zur Google-Krankenkasse nicht weit. Häufig Kranke werden dann natürlich mehr zahlen als Gesunde.

Es ist Zeit, die Machtgier von Google zu stoppen

Diesen Größenwahn darf die Politik nicht länger hinnehmen. Google ist zu mächtig geworden. Wohlgemerkt: Dazu haben wir, die wir unsere Daten gedankenlos zur Verfügung stellen, beigetragen. Und auch die EU trägt Verantwortung. Hat sie es doch nie verstanden, eine nennenswerte Initiative für eine eigene europäische Suchmaschine zu starten.

Es ist nun aber an der Zeit, die Machtgier von Google zu stoppen. Kein Unternehmen darf sensible Daten von Milliarden Nutzern weltweit sammeln, ohne dass wir sicher sein können, dass die Informationen nicht einmal gegen uns selbst verwendet werden.

In den USA wird eine Zerschlagung Googles in mehrere Teile längst diskutiert. Dieser Plan gehört umgesetzt. Der Ball liegt bei Präsident Trump und der US-Regierung.

Europa ist da nicht im Spiel. Doch die EU-Kommission hat den Konzern zuletzt zur Zahlung von sieben Milliarden Euro wegen unfairen Wettbewerbs verdonnert. Das war ein Anfang. Folgen könnte eine saftige Digitalsteuer für Google und die anderen US-Internet-Riesen wie Facebook oder Amazon, die bislang wegen legaler Tricks für ihre Geschäfte in Europa nur lächerlich wenig Steuern zahlen.

Es wäre keine schlechte Idee, die zu erwartenden Steuereinnahmen dann zum Aufbau eines europäischen Google-Wettbewerbers zu nutzen. Das wäre dann ein passendes Geschenk zum 25. Geburtstag.

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05.09.2018

»Wohlgemerkt: Dazu haben wir, die wir unsere Daten gedankenlos zur Verfügung stellen, beigetragen.«

Aha. Ihr wisst aber schon, dass eure eigene Webseite hier, in die ich diesen Kommentar tippe, Google Analytics verwendet? Etwas was per Definition genau den Job hat, Daten zu sammeln, über das Nutzungsverhalten der Nutzer der Webseite. Wenn ihr so darauf bedacht seid, dass der Datenschutz besser gewürdigt wird, solltet ihr selbst vielleicht nicht gerade den Datenkraken füttern... Es sind eben nicht nur die Nutzer.

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