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Automesse

14.01.2020

Warum München sich gute Chancen auf die IAA ausrechnet

Die Messe in München – hier aus der Luft aufgenommen – bemüht sich um die Autoausstellung IAA.
Bild: Ulrich Wagner

Die Landeshauptstadt München liegt gut im Rennen um die Ausrichtung der Automobil-Ausstellung IAA. Doch spielt Daimler da auch mit?

Im Februar oder März könnte die Entscheidung fallen, welche der bisher bekannten sieben Bewerberstädte die Automobil-Ausstellung IAA veranstalten darf. Dabei macht sich München große Hoffnungen, die bislang in Frankfurt am Main stattfindende Schau auszurichten. Messe-Chef Klaus Dittrich sagte dazu am Dienstag: „Wir hoffen, die IAA ab 2021 nach München zu bringen.“

Die Ausschreibung für die Messe begann Ende vergangenen Jahres. Dittrich schilderte, wie die nun beginnende heiße Phase des Wettbewerbs um die Messe aussieht: Danach werden die Bewerberstädte München, Stuttgart, Berlin, Hannover, Hamburg, Köln und Frankfurt Ende Januar Vertretern des Verbandes der Autoindustrie (VDA) als bisherigem Ausrichter der IAA und Autoherstellern sowie deren Zulieferern ihre Konzepte für eine modernere Messe vorlegen. Dabei soll die IAA von einer Autoshow, bei der Chrom und PS der neuesten Modelle im Vordergrund stehen, zu einer „Mobilitätsplattform“ entwickelt werden.

Die IAA soll zur Mitmach-IAA werden

Hinter dem abstrakten Begriff steht die Idee der VDA-Verantwortlichen, die IAA „raus aus den Messehallen in die Städte zu holen“. Ziel ist es, dass Interessierte außerhalb des Messegeländes neue Fahrzeuge und Technologien ausprobieren können.

Warum München sich gute Chancen auf die IAA ausrechnet

Auf der neuen Mitmach-IAA dürfen Besucher nach den Vorstellungen der VDA-Experten auf abgesperrten Strecken etwa in autonom fahrende Autos steigen oder Elektro-Fahrzeuge testen. Natürlich erläutern die Autohersteller dann noch wie bisher in Pressekonferenzen ihre Konzepte und stellen neue Wagen vor. Parallel dazu soll aber in Veranstaltungen kontrovers über die Zukunft der Mobilität diskutiert werden. So könnten etwa Fragen im Mittelpunkt stehen wie: Sind E-Autos wirklich die Zukunft? Oder wie lässt sich die weiter durch Autos hervorgerufene hohe Schadstoffbelastung in Städten senken?

IAA in München? Neben BMW und Audi könnte Google zum Fürsprecher werden

Letztlich geht es darum, die in die Kritik geratene und unter chronischem Zuschauer- und Ausstellerschwund leidende IAA zu retten. Der Münchner Messe-Chef Dittrich sprach von einem engen Zeitrahmen. Schließlich finde die nächste IAA schon kommendes Jahr statt. So merkte er ironisch an: „Auf Bayerisch gesagt, pressiert es jetzt.“

Auf alle Fälle sieht der Vorsitzende der Geschäftsführung der Messe München eine große Chance für die Landeshauptstadt, sich als „Plattform für Mobilität zu präsentieren“. Dabei lassen sich die Stadt und der ganze Wirtschaftsraum einbeziehen. Dafür sei der Großraum München bestens gerüstet. Neben Auto-Konzernen wie BMW und Audi könnten Zulieferer, aber auch die Stadt mit neuen intelligenten Mobilitätskonzepten punkten. Hinzu kämen die vielen internationalen IT-Konzerne wie Google, die in München vertreten sind und zunehmend mit der Autoindustrie zusammenarbeiten. Außerdem ist Dittrich überzeugt: „Wir können Großveranstaltungen, wie etwa die Papstmesse gezeigt hat.“ Der Messe-Chef hat jedenfalls ein großes Interesse der Verantwortlichen ausgemacht, die IAA nach München zu holen: „Es gibt einen Schulterschluss zwischen Staats- und Stadtregierung.“

Damit die IAA in München stattfindet, müsste Daimler mitspielen

Wie zu hören ist, wünschen sich die VDA-Verantwortlichen, dass der Bewerber mit dem besten Konzept gewinnen möge. Demnach herrscht hier große Offenheit. Am Ende könnte aber die Frage entscheidend sein, wie sich die großen Autokonzerne positionieren. Dass München die Sympathie von BMW sowie Audi zu gewinnen vermag, liegt auf der Hand.

Um die IAA aber wirklich an Land zu ziehen, muss auch Daimler mitspielen. Ein Störfeuer aus Stuttgart zulasten Münchens ist indes nicht ausgeschlossen. Am Ende könnte auch eine neutrale Stadt wie Berlin ohne Sitz eines Autobauers ins Spiel kommen.

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