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Spielwarenmesse

30.01.2019

Warum Playmobil mit einem eigenen Film ins Kino will

Die Playmobil-Welt kommt dieses Jahr mit einem Animationsfilm in die Kinos.
Foto: Playmobil

Der Spielwaren-Hersteller bringt seine Figuren auf die Leinwand. Lego arbeitet sogar schon am zweiten Film. Ein Blick hinter die Kulissen der Branche.

Im Sommer soll es so weit sein. Playmobil bringt seinen ersten Film in die Kinos. Das Unternehmen aus Zirndorf in Franken verspricht ein Animationsabenteuer voll Spannung und Humor. Mehrere Motive und Figuren aus der Playmobil-Welt treffen aufeinander: Wikinger, Abenteuer aus der Römerzeit, Agentenszenen. „Für Playmobil ist der Kinofilm eine absolute Premiere“, sagt Björn Seeger, Sprecher der Brandstätter Unternehmensgruppe, welche hinter Playmobil steht. Auch Lego will dieses Jahr Kinder und Eltern in einen neuen Kinofilm locken. Welche Erwartungen die Hersteller damit verbinden, wird auf der Spielwarenmesse in Nürnberg deutlich, die noch bis zum 3. Februar dauert und auf der fast 2900 Aussteller rund eine Million Produkte zeigen.

Darum geht es im Playmobil-Film

Kurz zur Handlung des Playmobil-Films: Alles beginnt damit, dass Marlas jüngerer Bruder Charlie aus der realen Welt plötzlich im Playmobil-Universum verschwindet. Marla bricht auf, ihn wieder nach Hause zu bringen, und erlebt das „Abenteuer ihres Lebens“, wie Playmobil verspricht. Die Heldin muss sich zeitweise mit einem unkalkulierbaren römischen Kaiser auseinandersetzen, zeitweise verbündet sie sich mit neuen Freunden wie dem Geheimagenten Rex Dasher. Dessen Stimme spricht in der englischen Fassung übrigens Harry-Potter-Darsteller Daniel Radcliffe. Warum aber wagt ein Spielzeug-Hersteller wie Playmobil plötzlich den Sprung in die Filmwelt?

29.01.2019, Bayern, Nürnberg: Maren l und Sabrina präsentieren während der Neuheitenschau der Spielwarenmesse die interaktiven Plüschfiguren Tiny Furries von Silverlit. Foto: Daniel Karmann/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Foto: Daniel Karmann

„Wir sehen bei Kindern immer mehr Streamtime“, erklärt Björn Seeger von Playmobil – immer mehr Zeit also, in der Kinder Filme am Smartphone oder dem Tablet-PC ansehen. „Kinder wachsen heute mit Smartphone und Tablet auf, das ist einfach so“, sagt Seeger. Auch die klassischen Spielwarenhersteller müssen sich also mit der Digitalisierung auseinandersetzen. Bereits heute erzählt deshalb Playmobil in kurzen, rund zehnminütigen animierten Filmen kleine Geschichten. Diese seien über die Playmobil-Seite oder über Youtube abrufbar. Die Geschichten sollen den Kindern Ideen und Impulse für das Spiel im Kinderzimmer geben. Klar, dass es auch die Szenerien aus dem Kinofilm als Playmobil-Set zu kaufen gibt. „Wir wollen die Kinder einladen, mit den Playmobil-Figuren ihre eigenen Geschichten zu erzählen“, sagt Seeger. Kinder kombinierten alles mit allem. „Wenn im Kinderzimmer das Raumschiff am Ende in die Ritterburg fliegt, haben wir unser Ziel erreicht“, meint der Sprecher und schmunzelt.

Playmobil, Lego und Co: Auch Erwachsene spielen gerne

Playmobil hat nach dem Rekordjahr 2017 vergangenes Jahr rund ein Prozent mehr Umsatz gemacht. Vor allem in den USA wollen die Franken expandieren und planen dort ein eigenes Werk. Neben dem Film stellte Playmobil in Nürnberg mehrere neue Spielwelten vor, darunter eine Meerjungfrauen-Unterwasserwelt mit Fischen, Korallen und den Heldinnen Finya und Florin. Den Klassiker „Ritterburg“ hat Playmobil gänzlich überarbeitet und aufgerüstet. Und zum 35. Geburtstag der Geisterjäger aus dem Film Ghostbusters gibt es dazu auch neue Figuren. Diese, verrät Playmobil, werden gerne von Erwachsenen gekauft und auf den Schreibtisch gestellt. Da spielt wohl Nostalgie eine Rolle.

Nicht nur Playmobil setzt auf das Marketing-Instrument Kino. Bei Lego steht nicht nur der Start des zweiten Films bevor, das dänische Unternehmen treibt das Spiel mit dem bewegten Bild noch weiter: Mit dem „Lego Movie Maker“ sollen Kinder ab acht Jahren als Nachwuchs-Regisseure ihren eigenen Film gestalten können. Für das Smartphone gibt es dazu eine unterstützende App, die Kulisse setzt man zuvor aus Lego-Steinen zusammen. Leider, das hat Lego in einer Umfrage herausgefunden, bedauern viele heutige Eltern, dass ihnen die Zeit zum Spielen mit den Kindern fehlt. Was dabei nicht ohne Ironie ist: Falls doch gespielt wird, lässt sich fast jeder zweite Erwachsene durch E-Mails, Smartphone oder die Hausarbeit ablenken.

Smart Tech zieht ins Spielzeug ein

Aber selbst ganz klassische Hersteller bauen heute mehr Elektronik in ihre Produkte ein. Für eine Brio-Holzeisenbahn begeistern sich viele Kinder zwischen zwei und vier Jahren. Die Brio-Welt umfasst Erweiterungen wie Brücken, Kräne oder eine Polizeiwache. Manche davon hat das in Schweden gegründete und heute zum schwäbischen Hersteller Ravensburger gehörende Unternehmen mit „Smart Tech“ ausgestattet. Legen Kinder den richtigen Schalter um, können Züge nun zum Beispiel von alleine wenden. Die Überlegung dahinter: Die Brio-Bahn bleibt auch für Kinder älter als vier Jahre interessant, erklärt Geschäftsführer Erwin Müller.

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