Newsticker

Fast ganz Österreich und große Teile Italiens sind nun Corona-Risikogebiete
  1. Startseite
  2. Wirtschaft
  3. Wegen Corona-Lockdown 325.900 Minijobs allein im Gastgewerbe weggebrochen

Arbeitsmarkt

01.10.2020

Wegen Corona-Lockdown 325.900 Minijobs allein im Gastgewerbe weggebrochen

Vor allem im Gastgewerbe brechen Minijobs weg.
Bild: Axel Heimken, dpa (Symbolbild)

Minijobs sind oft die ersten, die in der Krise wegbrechen. So auch während Corona. In bestimmten Branchen sind es besonders viele.

Im Zuge der Corona-Pandemie sind allein im Gastgewerbe nach Erhebungen der Meldestelle für geringfügige Beschäftigung bis Ende Juni rund 325.900 Minijobs weggebrochen. Dies ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Minus von fast 36 Prozent, wie aus Daten der Minijobzentrale hervorgeht, die von der Linken-Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann abgefragt und ausgewertet wurden. Die Zahlen liegen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland und der Deutschen Presse-Agentur vor.

Demnach gingen fast 184 000 Minijobs allein in Restaurants und anderen Gaststätten verloren. In absoluten Zahlen folgen der wirtschaftliche Dienstleistungsbereich mit einem Einbruch um 96 116 Minijobs, der Handel (minus 73.641) und das verarbeitende Gewerbe (minus 70.181).

Insgesamt ist die Zahl der Minijobber den Angaben zufolge bundesweit um 837 004 zurückgegangen. Im Juni 2020 waren es gut 12 Prozent weniger als im Juni 2019. Jeder achte Minijob ging somit verloren. Aufgrund der hohen Fluktuation im Minijobbereich tragen laut Zimmermann sowohl beendete Arbeitsverhältnisse als auch nicht neu begonnene Arbeitsverhältnisse zum Rückgang bei.

Minijobs vor allem im Gastgewerbe weggebrochen

Das Gastgewerbe war von den Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie vor allem im Frühjahr besonders betroffen. Allein zwischen März und Juni verzeichnete das Gastrogewerbe im Vergleich zu Vorjahr nach Angaben des Branchenverbandes Dehoga Umsatzeinbußen von 17,6 Milliarden Euro. Im gesamten ersten Halbjahr gingen die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um nahezu 40 Prozent zurück. In den Sommerwochen ist mit der Öffnung vieler Gastro-Betriebe zwar wieder etwas Normalität zurückgekehrt. Trotz der Lockerungen gibt es für die Branche jedoch keine Entwarnung. Mit dem Herbst, kälteren Temperaturen und steigenden Infektionszahlen wächst dort die Sorge.

"Die Corona-Pandemie hat drastisch erwiesen, dass Minijobs keine sichere Beschäftigungsform sind", sagte Zimmermann dem RND. "Sie sind die ersten, die in der Krise wegbrechen." Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken-Fraktion fügte hinzu, durch einen Minijob entstehe weder ein Anspruch auf Kurzarbeitergeld noch auf Arbeitslosengeld: "Das betrifft jetzt hunderttausende Menschen." Eine solche Situation dürfe sich nicht wiederholen. "Deshalb müssen Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umgewandelt werden", forderte Zimmermann. Die Bundesregierung müsse schnellstmöglich ein entsprechendes Gesetz vorlegen. (dpa)

Lesen Sie dazu auch:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren