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Schwaben-Check

26.07.2020

Wie erlebt die Landwirtschaft die Corona-Krise?

Corona macht den Landwirten zu schaffen, das Wetter dafür weniger.
Bild: Philipp Schulze, dpa

Plus Erntehelfer, die nicht einreisen dürfen, ein Corona-Ausbruch auf einem Spargelhof: Die Pandemie setzt auch Landwirten zu. Allerdings weniger stark als befürchtet.

Für die schwäbischen Landwirte hätte es in der Corona-Krise noch schlimmer kommen können: „Wir sind bisher mit einem blauen Auge davongekommen“, sagt Alfred Enderle, Bezirkspräsident Schwaben beim Bayerischen Bauernverband (BBV). Es bleibe allerdings zu hoffen, dass keine zweite Infektionswelle kommt. „Denn ansonsten könnte es für einige Betriebe düster aussehen.“

Corona in der Landwirtschaft: Schwäbischer Bauernpräsident hält Schutzvorkehrungen für gut

Für Schlagzeilen hatte in den vergangenen Wochen insbesondere der Corona-Ausbruch auf einem Spargelhof in Inchenhofen (Landkreis Aichach-Friedberg) gesorgt: 96 Mitarbeiter waren dort positiv auf Covid-19 getestet worden, der Betrieb musste die Saison vorzeitig beenden. Weitere derartige Fälle in der Region sind Enderle nicht bekannt, den meisten Landwirten hätten trotz der Pandemie genügend Saisonarbeiter für die Ernte zur Verfügung gestanden. „Im Großen und Ganzen hat es funktioniert und die Schutzvorkehrungen wurden bei uns gut umgesetzt.“

Der schwäbische Bauern-Präsident Alfred Enderle sagt die Landwirtschaft ist bisher ganz gut durch die Corona-Krise gekommen.
Bild: Christoph Kölle

Ebenfalls positiv: Das Wetter habe in diesem Jahr einigermaßen mitgespielt. „Das Frühjahr war zwar zunächst wieder sehr trocken, allerdings hatten wir in Schwaben doch noch rechtzeitig Niederschläge.“ Frostschäden, die etwa in Oberfranken mancherorts zu kompletten Ernteausfällen geführt hatten, seien glücklicherweise ausgeblieben. „Die Gersten- und Weizenernte würde ich als durchschnittlich bezeichnen. Es gab auf jeden Fall schon weitaus schlimmere Jahre“, sagt Enderle.

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Schließungen von Hotels und Restaurants haben auch die Bauern getorffen

Mit Blick auf den Absatz der Lebensmittel zieht der BBV-Bezirkspräsident ein „zweigeteiltes“ Fazit. Bauern, die ihre Produkte vor allem an den Einzelhandel vermarkten, seien zum Teil nahezu unbehelligt durch die Krise gekommen. Angesichts des regelrechten Ansturms auf die Supermärkte gerade zu Beginn der Krise erscheint dies wenig verwunderlich.

Andere Betriebe bekamen die wochenlangen Schließungen von Gaststätten und Hotels hingegen deutlich zu spüren. Man habe gemerkt, dass die Menschen Pommes oder hochwertige Rindfleischprodukte lieber auswärts als zu Hause essen.

Viele schwäbische Schweinebauern wurden in den vergangenen Wochen ebenfalls ihre Tiere nicht los, was in erster Linie auf den Corona-Ausbruch beim Fleisch-Riesen Tönnies in Gütersloh zurückzuführen ist. „Die Schließung des größten deutschen Schlachtbetriebs war ein Problem.“

Wenn Sie wissen möchten, wie es anderen Branchen während der Corona-Pandemie geht, schauen Sie sich unseren Überblicksartikel an.

Lesen Sie dazu auch: Eine Reise von den Alpen ins Ries: Wie geht es Betrieben in der Region?

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